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und der Schwerpunkt der Rindviehzucht liegt in der Aufzucht behufsVerkaufs der jungen Tiere als Zug« oder Zuchttiere, fowie in der Milch«Wirtschaft, deren Erzeugnisse von 38 Molkereien verarbeitet werden, so-weit die Milch nicht frifch in den größeren Städten verwertet werdenkann. Mast findet sich nur in einzelnen Wirtschaften mit Brennerei-Betrieb oder mit starkem Rübenbau und in den Fettweidcn des KreifesRinteln. Durch die fast überall durchgeführten Huteablöfungen ist dieRindviehzucht zu Gunsten der Ziegenzucht zurückgegangen; das gleichegilt von der Schafzucht, deren gänzlichen Eingang nur die immer nochnicht ganz unvorteilhafte Haltung der heimischen Raffen, des Franken-,des Rhün- und des Landfchafs trotz ihrer groben Wolle verhindert hat.
Auch die Pferdezucht war früher bedeutender; gegenwärtig fehlt esdem Züchter, der fast nur in den Reihen der bäuerlichen Besitzer zusuchen ist und bei seinen beschränkten Stallveihältnifsen niemals ein Fohlenrationell aufziehen kann, an einer sicheren Gelegenheit, sein Absetzfohlenpreiswert verkaufen zu tonnen.
Schweinezucht wird fehl wechselnd betrieben, in manchen Kreisengiebt es gar keine; hier werden nur Gebrauchsschweine gehalten; inanderen betreibt sie nur der größere Landwirt und der auch noch nichtimmer rationell.
Bei den so sehr verschiedenen Grundlagen des landwirtschaftlichenBetriebs find auch die Gewohnheiten der bäuerlichen Bevölkerung sehrverschieden und so ist auch der Erbgang ein sehr wechselnder. In denKreisen Fuldll, Hünfeld und Gersfeld, in denen das Fuldaifche Landrechtgilt, ebenfo in dem Kreife Rinteln mit feiner niedcrfächsischen Bevölkerungweiden die Güter ausnahmslos geschlossen einem Kind vererbt, ebensomeistens in den Kreisen Kassel Land, Frantenberg, Kirchhain, Fritzlar,Hersfeld, Mclfungen, Rotenburg, Schlüchtern, Gelnhausen, Witzenhausenund Ziegcnhain, in welchen allen das Gewohnheitsrecht dörferweife ver-schieden ist; im Kreise Marburg werden nur die größeren Güter ge-schlossen vererbt, dagegen wird in den Kreisen Hanau, Hofgeismar undSchmalkalden regelmäßig geteilt, so daß im ersten und letzten dieser3 schon richtige Zweigwirtschaften entstanden sind. In den anderenKreisen kommt eine Parzellierung fast nur durch Güterfchlächtcr vor,welche, in den weitaus meisten Fällen mofaifcher Konfefsion, es doch fertigzu bringen wissen, daß sie trotz hohen Ankaufspreifcs einen hohen Gewinnherausschlagen!; ihnen kommt dabei die Liindergier der bäuerlichen Be-völkerung, ihren Besitz stets zu vergrößern, sehr zu statten. In frühererZeit setzte das kurhessische Gesetz, wonach keiner ein Grundstück wieder