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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
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24 Verland.

Provinz Hessen-Nllssau vom 7. und 8. Juni 1885 ungefähr der gleicheBesitz zur Wählbarkeit in die Ständekammer und den Provinziallandtagvorausgesetzt wurde, offenbar von dem Gedanken ausgehend, daß dieseBesitzer eine umfassendere Ausbildung genossen und dadurch einen weiterenBlick erlangt hätten.

In keinem Kreis herrscht danach, wenn die Zahl der Besitzer zuGrunde gelegt wird, der größere Besitz vor, beträgt er doch im Durch-schnitt nur 0,28 °/u der Gesamtzahl und erreicht als höchster Prozentsatznoch nicht einmal 1 °/° in dem Stadtkreis Kassel und zeigt als geringsten0,10 °/o im Kreis Gersfeld. Anders wird natürlich das Bild, wenn wirdie Ka-Zahl zu Grunde legen. Hier wird der große staatliche Waldbesitzdas Ergebnis der Zahl sehr zu llngunsten der kleineren Besitzer beeinflussen;es ist deshalb nach einer besonderen Zusammenstellung, in welcher dieserBesitz außer Acht gelassen wird, Spalte 6 und 7 der Tabelle 2, not-wendig und danach beträgt der durchschnittliche Hektargehalt der 50 Imund mehr haltenden Güter, wenn wir den fiskalischen Wald mitrechnen,doch nur 34,01°/« von den eingeschätzten Liegenschaften und wenn wirden letzteren nicht mitrechnen, nur 12,64 °/o; im ersteren Falle beträgt diehöchste Zahl immer nur 58,21°/°, im letzteren Falle 39,24 °/u und diegeringste 15,83 bezw. 1,83°/».

Es ist danach der größere Grundbesitz nirgends vorherrschend, aberdoch immer so stark, daß er den kleinen Wirtschaften als Beispiel einesrationellen Betriebes dienen kann.

Von den größeren Besitzungen sind die 63 Domänen ausnahmslosverpachtet, dagegen ist von den Ritter- und sonstigen größeren Gütern(eigentliche Rittergüter giebt es im Regierungsbezirk Kassel nicht) nurein Teil verpachtet, während der übrige Teil bald vom Besitzer selbstbewirtschaftet, bald administriert wird. Die kleinbäuerlichen Besitzungenwerden fast ausnahmslos von dem Besitzer und seiner Familie bewirt-schaftet. Zuweilen suchen diese ihre Wirtschaft durch Zupachtung vonPfarracker, Gemeindeländereien u. f. w. zu vergrößern. Noch find diefekleineren Güter größtenteils in den Händen der Bauern und Kleinbauern,deren Familien oft fchon mehr als hundert Jahre nachweisbar auf ein unddemselben Gute gesessen haben, allein leider ist ein großer Teil verschuldet,sodaß ein massenhafter Befitzwechfel einzutreten droht, ja schon eingetretenwäre, wenn nicht Darlehenskassen-Genossenschaften u. s. w. helfend ein-getreten wären. Bei der fo eigentümlichen Lage des Regierungsbezirks,bei feiner Längenausdehnung von 37 Meilen und den ganz abgefondertvon der Hauptmasse liegenden Kreifen Rinteln, 7 Meilen nach Norden und