2 Julius Keßler,
die Gesamtzahl der Einwohner des Regierungsbezirks Wiesbaden, welcherin 18 Kreise geteilt ist, 843 438 und die Zahl der Haushaltungen177 768, von welchen nach der Viehzählung vom gleichen Tage nichtweniger als «4 369 Vieh halten und zwar 23 860 Pferde, 234 072 StückRindvieh, 85 674 Schase, 121071 Schweine und 60 096 Ziegen.
Die 843 438 Einwohner verteilen sich mit 393 362 aus die imRegierungsbezirk Wiesbaden bestehenden 40 Städte und mit 450 076aus 895 Landgemeinden. — Von den Städten sind von größerer Aus-dehnung nur Wiesbaden mit einer Einwohnerzahl von 64 670 nach derVolkszählung von 1890 und von 74122 Einwohner nach derjenigenvom 1. Dezember 1895 sowie Frankfurt a. M, einschließlich Bockcnheimmit einer Einwohnerzahl von 198 660 am 1. Dezember 1890 und von229 299 am 1. Dezember 1895. — Von den anderen 38 Städtenhaben nur sechs eine Einwohnerzahl von mehr als 5000 bis einschließlich11000 Einwohner und 32 Städte nur eine Einwohnerzahl von 1140bis 5000. — Die Bewohner der letztbezeichnetcn Städte sind nach Standund Gewerbe meist der ländlichen Bevölkerung zuzuzählen. — Die Volks«zählung vom 1. Dezember 1895 hat im ganzen ein Anwachsen der Be-völkerung dargethan, welche aber hauptsächlich den beiden größeren StädtenWiesbaden und Frankfurt a. M. zu gute kommt, im übrigen keinenennenswerte Verschiebung der seitherigen Verhältnisse zwischen Stadtund Land gezeigt.
Der Flächeninhalt des Regierungsbezirks Wiesbaden umfaßt561 710 tia, wovon 231 453 ba (41,27 °/o) auf Wald, 62 031 Ka (11,06 °/°)auf Wiesen und 210 861 na (37,60 °/o), also ein starkes Drittel derGesamtfläche auf Ackerland kommen.
Die frühere politische Trennung der einzelnen Teile des Regierungs-bezirks Wiesbaden kommt auch heute noch aus wirtschaftlichem Ge-biete in der Art zum Ausdruck, daß der jetzige Kreis Biedenkopf inseinem südlichen Teil nach Oberhessen und dem zur Rheinprovinz ge-hörigen Kreise Wetzlar, in dem mittleren und nördlichen Teile nach demRegierungsbezirk Kassel, (Marburg und Frankenberg), gravitiert, währenddas vormalige Amt Homburg zum großen Teil, sowie die Orte Rodel-Heim, Niedcrursel H. A. und die kurhessischen Orte ihren wirtschaftlichenAnschluß an Frankfurt a. M. gefunden haben und unter dem Einflüssestehen, welchen eine große Stadt auf die Erwerbsverhältnisse ihrer Um-gegend auszuüben pflegt.
Was die Landwirtschaft anbelangt, so herrschen der Fläche nach diekleinbäuerlichen Betriebe vor. Eigentlicher landwirtschaftlicher Großbetrieb,