Allgemeine Voraussetzungen. § 3.
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den Zusammenhang gehören die außerbiblischen Stücke: das Marienlob (in Nr. 2), diesesgleichsam als Ersatz für die Weissagung Barlaams auf Christus eingeschaltet; die Wahrheitam Schluß der Bücher Mosis (Nr. 3); und darauf folgend die Summa Theologiae (Nr. 4),deren Inhalt sich an die Bücher Mosis immerhin insofern anschließt, als ihr Eingang vonden ersten Dingen handelt, die aber ihren Platz hier darum gefunden hat, weil sie mitden folgenden zwei, ebenfalls md. Nummern 5, 6 ursprünglich eine engere Gemeinschaftbildete.
Der neue Bund beginnt mit der Geschichte Jesu, die bis zum jüngsten Gericht reicht(Nr. 9). Ezzos Gesang (Nr. 11) ist gleichsam eine kurze Zusammenfassung der Wunder-taten Jesu. Nach den Taten des Sohnes folgt sinngemäß der Preis des heiligen Geistes(Nr. 12) und den Abschluß bildet die Herrlichkeit des-Jenseits, des himmlischen Jerusalems(Nr. 13), das dem letzten Buch des neuen Testaments, der Apokalypse, entnommen ist. Indiesen ganz folgerichtigen Aufbau eingeschaltet ist unmittelbar nach den Taten Jesu eineSündenklage (Nr. 10), womit die schuldbeladene Menschheit in das Erlösungswerk Christihineinbezogen wird. Ein Gebet (Nr. 14) beschließt den weltumspannenden Zyklus. — Washier vom Gottesstaat gleichwie in einem lang hinrauschenden Epos, oft mit Ausmalungder Einzelheiten erzählt wird, ist in Ezzos Gesang als wie in einem epischen Liede kurzgedrängt zusammengefaßt: die Menschheitsgeschichte.
IV. Die Straßburg-Molsheimer Hs., 1 ) einst Eigentum des Jesuitenkollegs zu Mols-heim in Nieder-Elsaß, dann seit zirka 1820 in der ehemal. Straßburger Universitäts-Bibl.C.V. 16.6.4°, Perg. kl. fol. 30 Bl. (zwei Bl., nach Bl. 8 und 14, fehlen), zweispaltig in un-abgesetzten Versen geschrieben um 1187 (eine Randnotiz auf dem zum Pilatusgedicht ge-hörenden Bl. 29a un ten bezieht sich auf die Einnahme Jerusalems durch Saladin 1187), istbei der Belagerung Straßburgs im Spätsommer 1870 verbrannt. Inhalt der Hs.: HartmannsRede vom Glauben Bl. 1«—9b; die Litanei Bl. 9b—13s Straßburger Alexander Bl. 13c—29a;Pilatus Bl. 29a—30c (unvollendet). Die Sprache der Hs. ist südliches Rheinfränkisch. 2 )
V. Die Wiener Hs. 2696, 3 ) perg. kl. fol. 156 Bl. zweispaltig, stammt erst aus dem14. Jh. Sie ist in Österreich, wahrscheinlich im Dorotheenkloster in Wien, verfaßt undenthält von den in unsern Zeitraum fallenden Werken: Albers Tnugdalus und die Ge-dichte Heinrichs von Melk. Der Gesamtinhalt ist folgender: 1. Die Kindheit Jesu vonKonrad von Fussesbrunnen 1*—40b; 2. die Urstende von Konrad von Heimesfurt~40b—69a;3. das Jüdel 69a—75a; 4. s. Katharinen Marter 75b—118a; 5. s. Servatius 118a—164b;6. Heinrich von Melk, Erinnerung 165a—178b; 7. Das Anegenge 179a—221a; 8. AlbersTnugdalus 221a—250b; 9. Die Warnung 251a—302b; 10. Heinrich von Melk, Priester-leben 303a—307b.
Die frühmhd. Literatur ist zum größten Teil in Sammelwerken veröffentlicht. Es sinddie in der Erklärung der Abkürzungen näher titulierten Werke: Graff, Diutiska; Hoffmann,Fundgruben; die Vorauer Hs.: Diemer, Deutsche Gedichte des XI. u. XII. Jhs.; die Mil-stäterHs.: Karajan, Deutsche Sprach-Denkmale des 12. Jhs., Diemer, Genesis u. Exodus;die Straßburg-Molsheimer Hs.: Massmann, Deutsche Gedichte des 12. Jhs.; die kleinerenDenkmäler: Müllenhoff u. Scherer, Denkmäler; Waag, Kleinere deutsche Gedichte desXI. u. XII. Jhs.; Kraus, Deutsche Gedichte des 12. Jhs.; Leitzmann, Kleinere geistl. Gedichtedes XII. Jhs.; Wilhelm, Denkmäler deutscher Prosa des 11. u. 12. Jhs. u. Kommentare.
') Massmann, Denkm. 1828, S. 1—3;Massmann, D. Ged. S. VII f.; Kinzel, Lam-prechts Alexander Einl.S. XI f. Die ganze Hs.ist abgedruckt in Maßmanns D. Gedichten1. Teil; die Einzelausgaben s. unten bei denbetr. Dichtungen.
2 ) v. Bahder, Germ. 30, 388 f.
3 ) Graff, Diut. 3, 398—404; Massmann,
Deutsche Literaturgeschichte. II.
D. Ged. 2,159; Hoffaunns Verzeichnis S.23—31; Scherer, ZföG. 19 (1868), 564 ff. u. Kl.Sehr. 1, 617ff.; Schröder, Anegenge S. 2,ders. ZfdA. 45, 217ff.; Albr. Wagner, VisioTnugdali, Einl. S. XLVI. Ueber die Spraches. Haupt, Ad. Bl. 1,236—238; Heinzel, Hein-rich v. Melk, Vorrede S.Vf.; Sprenger, Al-bers Tundalus S. 4—26.