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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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XIII
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Vorwort XIII

vorwärts auf das Ziel selbst, er kann das Glück der Gottesnähe schon hierin seinem verzückten Herzen spüren: das ist die Mystik, die unio mysticamit Gott.') Zum Glauben tritt hier noch eine andere, noch innigere innereKraft, der Glaube ist umwoben von einem magischen Glänze, der von derLiebe ausstrahlt und die Seele mit himmelsfreudigem Optimismus erfüllt.Der Glaube ist zunächst ein Akt der Erkenntnis, durch Belehrung im rechtenGlauben kann der Weg zum Heil gezeigt werden, aber die Heilswahrheitensind nicht nur mit dem Kopfe, sondern auch mit dem Herzen aufzunehmen;ganz durchdrungen sein von dem Gefühl der Seligkeit, Gott in sich zutragen: das ist die Liebe, sie ist reines Gefühlserlebnis. Doch für beide,den finstern Weltflüchtling wie für den liebeerfüllten Mystiker, sind dieMittel zur Läuterung auf dem Lebensweg Askese und Buße, nicht tätigeArbeit im Dienste der irdisch-menschlichen Wohlfahrt. Wo gehandelt wird,geschieht es im jenseitig geistlichen Sinn und in kirchlicher Absicht, zurSelbststärkung im Glauben oder zur Bekehrung der Sünder und Heiden.Erst das ritterliche Laientum des folgenden Zeitraums hat seine diesseitige,rein menschliche Lebensaufgabe auch als einen sittlichen Lebenszweckerachtet.

x ) E. Nagel, Das Problem der Erlösung, I lösung und die Schillersche Weltanschauung,1901; Eugen Stamm, Das Problem der Er- I Zs. f. Philos. u. philos. Kritik 37, 183 ff.