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Die erzählende Dichtung
und ihres Geliebten, die im Parzival nur angedeutet waren, zu einem voll-ständigen Lebensbild auszubauen. Wer war denn jene seltsame weibliche Ge-stalt in der Felsenöde, die den toten Geliebten im Arme hielt und dessenSarg sie dann hütete? Wer war der treu Geliebte? Was war es mit demBrackenseil, das ihm den Tod brachte? Der Keim für den Tit. liegt im III. B.des Parz. 141, 8— 24: Herzeloyde hat Sigune erzogen, Schianatulander, derals Vassall Gahmurets nach dessen Tod das Land verteidigte, leistete als Knabeschon der Sigune Minnedienste, sie hat ihm ihre Minne nicht gewährt, einBrackenseil hat seinen Tod verschuldet im Dienst um Sigune, Orilus hat ihnim Tjostieren erschlagen (135, 20—24. 252, 19. 439, 30. 440, 6). B. IX, 476,12 ff. erzählt Trevrizent dem Parzival die Schicksale der Gralsfamilie, wobeier auch die fünf Kinder des Frimutel aufzählt (s. auch 823, 8—26 und 477,2—14. 800,1-8).
Im ersten Bruchstück ist überall Kenntnis des Parzival vorausgesetzt. 1 Vielesist hier nur angedeutet und wird erst durch die ausführliche Erzählung im Parz.verständlich. Zweimal weist Wolfram selbst auf seinen Parz. hin, Str. 37 und78, auch einzelne Erinnerungen an den Parz. tauchen auf: der Swarzwalt 31(P. 379, 6); Azagouc 80 (P. 22,17. 27, 29. 51, 28. 750,19); Agremonttn unddie Wurme Salamander 121 (P. 735,24. 812, 19—21); Tit. 81, 3. 4 = P. 644,1;Wolfram der Kinderfreund 30. 64. 86; Sigune gleicht in ihrer altklugenKinderminne der Obilot.
Durch Vergleichung des Tit. mit dem Parz. gewinnt man einen Einblickin die Arbeitsweise, wie Wolfram seinen Liebesroman entworfen hat. Die ge-samte Genealogie (die Gralsfamilie 1 — 12) ist dem Parz. entnommen. DiesenGrundstock der handelnden Personen hat Wolfram als Eröffnungsszene voran-gestellt. Nach dem Geschlecht des Grals wird die engere Familie der Heldindes Gedichtes, Sigunes, besprochen, ebenfalls nach Andeutungen im Parz.180, 24-28. 186, 21—27. 194,18—20. 211, 1. 222,15. 293,12f. 477, 2-14. 2494, 15-30. 800, 1—8. 808, 27. Die Jugend Schionatulanders 35. 37—47 hatWolfram selbst erfunden im Anschluß an Parz. 76, lff. und 178, 15—24, indemer ihn in die Familie des Gurnemanz einreiht (41—46, auch 84. 126 f.),Anpflisen zu seiner Erzieherin 3 und Gahmuret zu seinem Dienstherrn macht —schon im Parz. steht Schianatulander unter der Landeshoheit Gahmurets bzw.Herzeloydes 141, 2—4. Überhaupt schließt sich das, was von Gahmuret undvon Anpflise erzählt wird, an Parz. B. I und II an (37—40. 54f. 73 f. 79-82.92. 96. 99 f. 122—24).
1 Verhältn. zw. Parz. u. Tit.: Domanig aaO.;Herforth, ZfdA. 18, 287ff.; Luoe, Anz. 6,152—55; SAN-MARTE,ZfdPh. 15,389;Stosch,ZfdA. 25, 287ff.; Heinzel.WSB. 130, 2. 22ff.93f.; Hagen, ZfdPh.38, 236f.; Borchling,J. Tit. pass.; bes. Leitzmann, Beitr. 26 aaO.;Schreiber S. 180—97. 223 f.
2 Daß Schoysiane die Condwiramurs er-zogen habe 805, 6—8, steht im Widerspruch
mit Tit. 19.25, s. D omanig 1,27—29; HeinzelS.25f.45; Martin 2,522f.
3 HierkannmaneinenBIickinW.sArtderGe-dankenverbindung tun: im Parz. ist es Gah-muret, der von Anpflise in die Höfischheit ein-geweiht wird 325,27—29, dieses Erzogenwer-den überträgt er im Tit. von Gahm. auf Schio-natulander.