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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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278 DlE ERZÄHLENDE DICHTUNG

wizzet wol min besten kraft hinder mir ze Huschen landen 210, 28 f. (Sing. S. 75); seinepolitische antiwelfische Stellung 381, 2630. 393, 30394, 5. 434, 615; die Offenherzig-keit in ehelichem Minnespiel 99, 29100, 25. 279, 1280, 12; anzügliche Scherze 231, 2427. 243, 2330. Auch sein Humor durchbricht manchmal den Ernst der Ereignisse, z. B.:die Nachtigall, die so wenig trinkt und doch süßer singt, als wenn sie allen Wein von Bozentränke 136, 710; die Selbstironisierung wegen seiner schlechten französischen Sprache237, 3 ff.; die Ente, die den Bodensee austrinkt 377, 46; Spott auf die Übertreibungender Heldensage 384, 2330; O weh, wenn ein struppiger Bart auf süßen Frauenmund küßt!229, 24f.; die Angst der Höflinge und des Königs Loys 141, 11 ff. 148, 3ff.; die ganze Per-son des tölpelhaften Rennewart ist ein großes Stück Humor.

Der ethische Gehalt. Die eigentlichen, historisch-politischen Beweg-gründe zum Krieg sind für die Heiden: Rache für Arabeles Übertritt 44,6 ff., später aber, 339, 3 ff., Rache für die Verluste, die ihnen die Christenzugefügt, außerdem will Terramer den Stuhl zu Aachen besitzen, dann Romund die römische Krone erobern. Die Christen wollen ihren Glauben, ihreEhre und ihr Land verteidigen 17, 5. 19 und ihre gefallenen Freunde rächen297,5ff. Der gegebene Stoff wurde höfisch stilisiert und erfüllt mit den idealenWerten des Rittertums, Heldentum und Minne. Der Mannesmut aber fandseine Auswirkung nicht wie im Artusroman in bloß persönlichen, meist plan-losen Abenteuern, sondern in der weltbewegenden Idee des Ringens umden Glauben. Gottesverehrung ist die sittliche Triebkraft zum Handeln fürden Christen und sie ist für den Wunschkreis des höfischen Ritters ver-stärkt durch das irdische Reizmittel der Frauenminne: 1 zwei lön uns sintbereit, der himel und werder wibe gruoz 299, 26 f., durh zweier slahteminne, uf erde hie durh wibe lön und ze himel durh der enget dön 16,2217, 2, ferner 303, 813. 310, 10 und 12. 371, 2130. 381, 21 f. 400,17. 409, 11 f.; und Gyburc läßt sich taufen durch liebes fHundes minneund durch minne von der hcehsten haut 9, 1720. 215, 16216, 3. 220,30.260, 6 f. 298, 2123. 310, 18 f., dasselbe von Willehalm 466, 11 13.Aber der höhere Gewinn ist doch diu ruowe äne ende 400, 17. Als selbst-verständlich ist vorausgesetzt, daß der Ritter von Heldenmut beseelt ist unddaß die Ritterehre, das zweite irdische Ideal, ihn zum Gotteskampf anspornt14, 1620 und 27 f. 320, 2530. Bloß weltlich aufgefaßt ist der Ritter,dem nur der Frauendienst Beweggrund zum Glaubenskampf ist wie 7, 3 ff.329, 1618. 385, 112, auch 29, 4 f., oder dem Frauendienst und Herren-dienst hohen Lohn gibt 5, 256, 16. 7, 110. 398, 18 f. Dieses christlicheFrauenrittertum ist besonders durch Heinrich v. Narbon und die Seinen ver-treten, vgl. bes. noch 385, 1322. .

Gemeinsame Standesideale sind für die christliche und heidnische Ritter-schaft verbindlich, auf gleicher Lebenswertung beruht der Geist des inter-nationalen Rittertums: Terramer begründet seine große Ansprache an die Führer338, 1355, 30 durch unser gote und durch diu wip zu kämpfen; durchdie gote und durch die minne nach prises gewinne sul wir noch Mute

1 Über den Lohn der Kreuzfahrt s. Wolfram, ZfdA.30,106 ff.