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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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Die erzählende Dichtung

Inhalt. B I Einleitung 1,15,15, Gebet zu Gott 1,12,27; Vorstellung des Helden 2,274,18, dabei der Veranlasser des Gedichtes, Landgraf Hermann v. Thüringen; Anrufung desHelden, des sanct. Willehalm 4,1929; Empfehlung dieser äventiure 4,305,15. Die Erzählungbeginnt 5,16. Vorgeschichte 5,167,10 Graf Heimrich v. Narbon schickt seine sieben Söhnein die Welt. Einer von ihnen, Willalm, erwirbt Arabele, die Tochter des Heidenkönigs Terramerund Frau des Heidenkönigs Tybalt, die in der Taufe den Namen Gyburc annimmt. Mit 8,15beginnt die Haupthandlung, der Krieg zwischen den Christen und Heiden, a) Die ersteSchlacht bei Alischans. Terramer mit Tybalt vereinigt zieht mit großem Heer übers Meergegen Wh. Die Heere treffen auf dem Feld bei AI. zusammen, teils allgemein, teils Einzel-kämpfe zwischen den beiderseitigen Führern. Besonders zeichnet sich Vivianz aus, der jungeNeffe Wh.s 22, 30 ff. Tödlich getroffen 46, 24 bricht er ohnmächtig zusammen 49,29. B. Ischließt mit der Vernichtung des Christenheers, Wh. hat alle seine zwanzigtausend Mannverloren bis auf vierzehn.

B. II Wh.s Flucht nach Oransche (Orange). Er findet Vivianz für tot auf der Erde liegen 59,21.Totenklage 60,21. Viv. erwacht, legt vor Wh. seine Beichte ab 65,1. Wh. schlägt sich durchdie Scharen der Feinde nach seiner Burg Oransche 88, 30. Vor dem Tor harrend wird ervon Gyburc für einen Heiden gehalten und erst eingelassen, als er sich durch eine alteNarbe als ihr Gatte ausweist. Belagerung von Oransche durch Terramer 96, 7. Trauliche Ehe-szene 99, 15. Gyburc rät, er solle bei seinem Schwager, König Loys (Ludwig) Hilfe holen103, 9. Wh. gelobt ihr, im fremden Land treu zu bleiben und nur Wasser und Brot zugenießen, solange er sie nicht befreit habe. Dann reitet er die Straße nach Frankreich 105,30.

b) Willehalm am Hof. B. III Seine Verhandlung mit König Loys in Munleun (Laon).Terramer macht Gyburc unannehmbare Friedensbedingungen 109, 16, darauf Belagerungvon Oransche 111, 1. Wh. reitet nach Munleun. Unterwegs in Orlens (Orleans) Streit wegendes Zolls 112,2, besiegt im Tjost seinen Bruder Amalt, ohne ihn zu kennen 117, 22. Abendsgute Aufnahme in einem Kloster 125, 5. Bei Hofe, besonders von der Königin Irmschart,seiner Schwester, mit Groll und Argwohn empfangen. Heftige Auftritte. Von Zorn hinge-rissen schlägt Wh. der Königin die Krone herunter, packt sie an den Zöpfen und will ihrden Kopf abhauen. Seine Mutter, Heinrichs v. Narbon Frau, hindert ihn daran.

B. IV Nun wird ihm Hilfe zur Entsetzung von Oransche zugesagt. Eine neue Person,die in der Folge eine führende Rolle übernimmt, erscheint. Wh. sieht eines Abends einenjungen Küchenknecht von gewaltiger Stärke mit einem Wasserzuber über den Hof gehen:es ist Rennewart, den der König einst von überseeischen Kaufleuten erstand. Seine Her-kunft ist unbekannt (er ist Terramers Sohn, Bruder der Gyburc). Wh. erbittet ihn zum Diener191, 19. Auch im Knechtsgewand erkennt man seine edle Geburt. Aber im Zorn kann erungemütlich werden. In der Küche zerschlägt er die Kessel, weil die Köche ihm das Haaranbrannten, der Hofkoch entrinnt nur mit Not 198, 20. Den Küchenmeister haut er tot, dieandern prügelt er, weil man ihm seine eiserne Stange, seine Waffe, versteckte. Alyze, dieTochter des Königs, diu junge reine süeze dar 154, 9 entläßt Rennewart mit einem Kuß.

c) Schauplatz wieder Oransche. B. V Während einer Waffenruhe führt Gyburc einReligionsgespräch mit ihrem Vater Terramer über Christentum und Heidentum. Die Heidenziehen ab 226, 16. Wh. kommt mit dem franz. Heer an. Freudiges Wiedersehen der Gatten229, 19. Auch Heimrich bringt Truppen 235, 14. Empfang der Fürsten, Festmahl 244, 1.

B. VI Rennewarts Taten: er prügelt die Knappen, die ihn aushänseln 269,20 und begehtandere Tölpeleien; seine Vorgeschichte 282, 19; Kinderliebe zwischen Rennewart und Alyze.Fürstenrat, Gyburgs große Toleranzrede 306, 1310,30. Allgemeines Festmahl 311, 7.

tigten X. B. würde ihr die §chöne Aufgabe zuteilgeworden sein, nach dem Schlachtenlärm imVerein mitihrem Gatten das Glück ihres wieder-gefundenen Bruders.des Rennewart.zu begrün-den. So sind B. IX und das ungeschriebene

B. X vom Dichter aufgefaßt als Abschluß seineszweiten großen Werkes, u. dem Gebet zu demheiligen Helfer Willehalm 4, 4 ff. am Beginndes Heldenliedes entspricht am Schluß die An-rufung der heiligen vrouwe Giburc.