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sucht Wolfram viel mehr die kunstgeregelte Form. Größere Freiheit gestatteter sich im Anfang des Verses, wo mehrsilbiger Auftakt das rhythmische Gleich-gewicht an sich weniger stört als Überfüllung der Senkung im Innern.
Der rhythmisch-melodische Ausdruck des Sprachstoffes ist für Wolframnicht in demselben Maße Formerlebnis wie die stilistische Bewältigung derGedanken. Doch hat er manchmal eine pathetische Wirkung durch Häufungbeschwerter Hebungen erzielt und erreicht, so in dem senkungslosen VerseCundwir ämurs 283, 7, wo sich in den Namen der geliebten Frau die Sehn-suchtsgedanken des fernen Gatten gesteigert zusammendrängen (Kraus, Metr.Untersuchungen zu Reinbot S. 213 f.).
§ 43. Wolframs Willehalm 1
Hss. Lachmann, Vorrede S. XXXIII—XXXVII; Piper 1,192—96; Leitzmann, Ausg. H. 4 u.5.— Später gefundene Brachst.: Lemberg: R. M. Werner, ZfdA. 35, 345—48; Marburg (zuPiper Nr.51): Roethe, ebda41, 251—53; Seitenstetten: Schönbach, ebda 47, 183f.; PfaffsBrachst., Alemannia 1904,192; Hs. in Hoya, verloren: Schröder, Gott. Nachr. 1909, 82; Enns:Gärtner, ZfdA. 48, 409—15; Arolsen: Schröder, ebda 49,466f.; Ockstadt, Schröder, ebda50, 132—35; Strauch, ebda 52, 351 ff.; Ampezzo: Zwierzina, Beitr. 45, 443—52 und Pohl-heim u. Zwierzina, Glückwunsch f. Ferd. Eichler 1920; S. Lamprecht: Wonisch, Der Wächter4 (1921), 167—70, s. auch Centralbl.f. Bibl.wesen 35,64ff.; zu d. Berl. Brachst.: Scheel, Festg.an Weinhold. 1896, 68—70; zu den Münchn. Bruchst.: Petzet S. 346—49. — K. v. Ämira, Diegroße Bilderhs. v. W.s Wh., Münchn. SB. 1903, III, 213—40 u. 1917, VI; Ders., Die Brachst, d.großen Bilderhs. v. W.s Wh., Faks., Münch. 1921; R. Freyhan, Die Illustrationen zum CasselerWilleh. — Codex, Marbg. Diss. 1923. — Das Verhältnis der Hss.» ist unklar und noch nicht fest-gestellt. Die wichtigste Hs. ist die, allerdings für den Wh. nicht zuverlässige Hs. K., die be-rühmte St. Gallener Hs. (s. ob. S. 225). Die andern vollständigen Hss.: 1 Heidelbg. Cod. pal.germ. 404, m Wien 2670, n Kassel (Abdruck von Casparson), o Wolfenbüttel, p Wien aus Am-bras (für Kg.Wenzel geschrieben, reich ausgestattet), g Köln (Groote), die Erlauer u. EfferdingerHs. (Singer, TürlinS. VIII f.) enthalten alle drei Gedichte des Willehalm-Kreises, Türlins Wh.,Wolfr.s Wh., Türheims Rennew.
Abfassungszeit. Im Prolog nennt sich Wolfram selbst als Verfasser undspricht von der teils wohlwollenden teils ablehnenden Aufnahme, die seinParzival gefunden habe. Die Zurückweisung ist wohl hauptsächlich gegenGotfrids Vorwürfe gerichtet. Hieraus ergibt sich die bezügliche Abfassungs-zeit des Wh.: 3 nach dem Parz. und nach dem Tristan. Auch die vielen Be-ziehungen auf den Parz. sprechen für die vorhergehende Entstehung des
1 Lit.: BöTTiCHER,Wolfr.Lit.S.32—35.41 f.44f.; Panzer S.30-34; Piper 1, 197—206;Golther, Gesch. d. dt. Lit. in Kürschners Dt.Nat.-Litt. Bd. 163,127—30; Martin II S.XIVff.— San-Marte, Leben u. Dichten 2, 25—29.76—84; M. W. J. A. Jonckbloet, Guillaumed'Orange, 2 Bde., LaHaye 1854; CLARUS,Her-zog Wilh. v. Aquitanien,Münster 1865; L. Gau-TIER, Les epopees franc. Bd. IV 2 , Paris 1882;Ph. A. Becker, Die afrz. Wilhelmsage, Halle1896; J. Bedier, Les legendes epiques 1, Lecycle de Guillaume d'Orange, Paris 1908;E. Beneze, Orendel, W. v. Orense u. Rob. d.Teufel, Halle 1897, dazu Jiriczek, Mitteil. d.Schles. Gesellsch. f.Volksk. 5, 64 f., Singer,Anz. 24,370—73, Shumway, Americana germ.
2, 1, 94—100, Euph.5,410; Singer, WolframsWillehalm, Bern 1918, dazu Blöte, Anz. 39,130—33, Schölte, Museum 27,152 f., Ehris-mann, DLz. 1922, 444—46. — Ausg. des Wh.s. oben S.213.
2 Zum Hss.verhältn.: Paul, Beitr. 2, 318—38; Panzer, ebda 21, 225—40; Kraus, ebda540 - 61. — EinzelneStellen (Nachtr. zu Piper):Haupt, ZfdA. 13,384; Schönbach, Wien. SB.144 (1902), IX S.30; Suolahti, Mem. de lasoc. neophilol. de Helsingfors6(1917), 109 ff.
3 Stosch, ZfdA. 32, 471; Behaghel, Germ.34,10; Nolte, Anz.25,304; Leitzmann, Beitr.26,152ff. ; HELM,ZfdPh.35,196-203; Singer,Wh. S. 111. 119f. 127; L.Wolff, ZfdA.61,191 f.