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Die erzählende Dichtung
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graalz genannt, weil sie für den Speisenden grata et acceptabilis, wohl-gefällig und angenehm, ist. Diese letztere Begriffsdeutung hat Helinand ausRobert v. Boron bzw. dem großen Prosa-Perceval bezogen.
Die einzelnen Hauptzüge der Gralerzählung bei Chrestien und Wolf-ram. 1 In der Darstellung der Beschaffenheit und der Eigenschaften des Gralsgehen beide Dichter in einigen Punkten auseinander. Weder von Chr. nochvon W. ist der Gral genau beschrieben. Er enthält bei Chr. die Hostie, erist ein Hostienbehälter, eine Monstranz (Hauptstellen bei Chr.: 3182—201.4621—23. 4693—702. 6341 f. 6362 f. 6377—93). Der silberne Teller, tailleor(3193. 3249. 3529) diente wohl als Untersatz für den Gral. Wolfram hattenur eine sehr unklare Vorstellung von dem Gral, er sagt nur daz was eindinc, daz hiez der Gral. Die Prinzessin Repanse trug ihn, den wünsch vonpardis, des Paradieses Preis, erden Wunsches überwal, die Überfülle irdischerGlückseligkeit 235, 20 ff. 254, 26. Sie setzte iHn auf die Tafel vor den Haus-herrn. Wonach einer von den Tischgästen die Hand bot, vor dem Gral eres liegen fand, Speise warm und Speise kalt, Speise neu und Speise alt,von zahmen Tieren und von wilden usw. Dieser Gral also ist ein irdischesWunschding, vom Tischleindeckdich heißt es (Grimm Nr. 36): und standenda „Schüsseln mit Gesottenem und Gebratenem" . . . „wenn eine Schüssel leer
f W^MA£i r . geworden war, so stellte sich gleich eine volle an ihren Platz". Den Graljsi^ stellt sich also Wolfram vor als irdischen Speisespender, wie das Tischlein-deckdich im Volksmärchen. Aber eine andere Anschauung vom Gral lehrtTrevrizent 469, 1—471, 29: er ist ein Stein 2 und hat andere, stärkere Kräfteals „das Ding", das Parz. auf der Gralsburg gesehen hat. Dort sind köst-liche Gerichte vor dem Gral auf reichbesetzter Tafel ausgebreitet, hier ver-leiht sein Anblick den Begnadeten unverwüstliche Lebenskraft und dauerndeJugend. Er erhält dem alten, am pogrät (Podagra) gelähmten König(Titurel) das Leben und die lichte Farbe der Haut 501, 20 ff.; und derjunge, an der unheilbaren Wunde sieche König (Anfortas) kann bei ihmnicht sterben. Auch hier also ist der wünsch von pardis doch bloß einirdischer Glücksbringer und selbst aus der Oblate, die die Taube jedenKarfreitag auf den Gralstein niederlegt, empfängt er nur, was Gutes aufder Erde webt von Trinken und von Speise. Also ist er im Grund dochtrotz aller geistlichen Verbrämung durch die Hostie und die das heilige Meß-
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1 „Die sechs Bedeutungen des Grals insämtlichen erhaltenen Graldichtungen" stelltWECHSSLER zusammen auf einer Tafel amSchluß seiner „Sage v. hl. Gral"; vgl. Hein-zel, WSB. 130, 16-20; Hertz S. 429—35,Rosenhagen S. 560ff.; Weston, Reg. 1,342.2, 351; Singer, Stil S. 83—87; Golther,Gralb. S. 6 ff. 189 ff.
2 Der Gral ist bei W. nicht wie bei Chr. derHostienbehälter, sondern der Altarstein, aufden die Hostie niedergelegt wird (Golther,Gralb.). — Er heizet lapsit exillls (so die
meisten Hss.). Die Ansichten über diesengehen auseinander: Der Stein der Kaaba zuMekka; der heil. Stein im Tempel Salomos;ein aus Stein gefertigtes Gefäß; = lapis excelis; lapis electrix; lapis elixir (Gral als al-chymist. Symbol. Lit.: Heinzel, WSB. 130,16 ff.; BLÖTE, ZfdA. 47,101 ff.; Iselin S.12—15; Palgen, Stein der Weisen; Golther,Gralb. S. 204 ff. — Nach dem Wartburgkriegist der Gral ein Stein, der aus der Krone Lu-zifers sprang, als Gott ihn aus dem Himmelstieß, Simrock, Wartburgkrieg S. 4.143 ff.