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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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Die erzählende Dichtung

Strophe in VI wird das Rätsel aufgegeben, erst im IX. B. wird es gelöst,aber das Schicksal des Helden entscheidet sich überhaupt erst am Schluß.Das Lebensrätsel des reinen Toren beginnt mit seinem ersten Auftreten undwird in Spannung erhalten bis zu seinem Eintritt in die Lichtwelt des Grals.In der nach dem Muster eines Artusromans verlaufenden Gawanhandlungliegt das Kunstmittel der Spannung zumeist in der herkömmlichen und ab-gebrauchten Form der Kampfschilderurigen.

§ 37. Entstehungsweise des Parzival

Nach den oben verzeichneten Anhaltspunkten ist das VII. B. etwa 1204/5(oder 1203?) geschrieben (379, 18); das V. B. in Wildenberg (230, 13), dasIV. wahrscheinlich in Wertheim (184, 4). Das III. B. erwähnt HartmannsErec (143, 21), das V. den Iwein (253, 10), die um 1190 (1192) bzw. baldnach 1200 erschienen. 1 Der Parz. wurde nicht gleich im Gesamtumfang ver-öffentlicht, sondern in Abschnitten. Die sechs ersten Bücher bildeten eineErstausgabe, am Schluß von B. VI macht Wolfr. selbst die Fortsetzung vondem Wunsche einer Dame abhängig und jene sechs Bücher allein warenWirnt v. Grafenberg bekannt. Gewisse Wandlungen im Sprachgebrauch imWortschatz und in den Reimen sind beobachtet worden, die sich ausArbeits-pausen" 2 erklären lassen: nach B. VI. VIII und XIV, auch nach B. II und XV.Wolfram hat den Parz. wohl auch nicht sofort in der jetzigen Fassung her-gestellt, sondern nachträglich Änderungen angebracht. Ohne Entscheidung derQuellenfrage (Chrestien und Kyot, s. unten) läßt sich über die Art und denUmfang späterer Einschaltungen etwas Sicheres nicht bestimmen. Eine auf-fallende Abschweifung aus der Erzählung ist die Einlage nach B. II, die sog.Selbstverteidigung 3 114, 5116, 4 (s. oben S. 217), auf die der Schluß vonB. VI, 337,130 Bezug nimmt. Umstritten ist auch, ob die Vorgeschichte Gah-murets B.I. II von vornherein den Anfang des Werkes gebildet habe oder erstspäter nachgedichtet worden sei; 4 ebenso die Entstehungszeit des Prologs.

1 Abfassungszeit u. Zeitfolge der Bü-cher (s. auch unten Willeh., Titurel): Panzer,Bibl. S.llf.; Martin II S. XIII f.; LachmannS. XIX, Iwein, Lesarten 1328. 4533, S. 413.478 f., Anm. 6943 S.344L; Haupt bei Beiger;Wackernell, Germ. 22, 28084; Naumann,ZfdA. 22,41; Hoffmann, Einfluß des ReimsS. 37; Schönbach, DLz. 1898, 308; Saran,Beitr. 24. 53f.; Leitzmann, ebda 26, 145 ff.;Burdach, Walther S. 58 ff.; Helm, ZfdPh.35,196-203; Ludw. Grimm pass., bes. S. 66f.;Nolte, Anz. 25,302 ff.; Domanig. Die Kultur(1911) S. 266ff.; Singer, Wh. S.7; Palgen,Stein der Weisen S. 4159; Margaret F.Richey, Gahmuret Anschevin, Oxford 1923S. 6896, dazu Blöte, Anz. 44, 2325;Schreiber S. 16979. 200 ff.; Elisab. Karg-Gasterstädt, ZurEntstehungsgesch. d. Parz.,Halle 1925, dazu Blöte, Anz.45,14ff., Richey,Mod. Lang. Rev. July 1926; Ludw. Wolff,ZfdA. 61, 18192; Schwietering, Festschr.

f. Sievers 1925, 554 ff., f. Ehrism. S.42.

2 Zwierzina, Festg. f. Heinzel S. 436511,bes. S. 452 ff.; Panzer, ZfdPh. 33, 134 ff.;Elsa-Lina Matz, Formelhafte Ausdrücke imParz., Kiel. Diss. 1907 S. 102ff.; Bohner, D.Beiwort d. Menschen in W.s Parz., Heidelbg.Diss. 1909 S. 5 ff.

3 Haupt, ZfdA. 11, 49 ff.; Stosch, ebda 27,31332; KOck, Beitr. 22, 105 ff.; Schön-bach, DLz. 1898,308; Nolte, Anz. 25,293f.;.Zwierzina, Festg. S.475; Singer, Stil S. 26;s. unten W.s Lieder.

4 Schreiber nimmt einen Ur-Parz. an, der erstdurch nachträgliche Überarbeitung die end-gültige Gestalt gewonnen habe; die eingescho-benen Stellen erschließt er aus dem innerenZusammenhang u. bes aus d. unregelmäßigenDreißiger-Abschnitten. Auch Karg-Gaster-städt scheidet, durch rhythmisch-melodischeBeobachtungen, eine Menge nachträglicherEinschübe aus.