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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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Die erzählende Dichtung

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B.IX. Parzival-Episode, P. und Trevrizent. Viele Länder hat P. auf der Gralsuchedurchstrichen. In einer Waldklause trifft er Sigune als Klausnerin, sie gibt ihm den Wegnach der Gralsburg an, aber er verfehlt ihn. Einen ihn angreifenden Gralsritter wirft er vomPferde. Am Karfreitagmorgen begegnet er einem Ritter, der mit seinen Töchtern eine Pilger-fahrt tut. Eine lange vorbereitete, innere Umkehr geschieht in ihm, er sehnt sich nachGottes Hilfe für sein verlassenes Dasein. Die Pilger weisen ihn zu einem heiligen Mannein der Nähe. Sein Pferd nimmt von selbst den Weg dahin. Er findet den Einsiedler Trevri-zent, dessen Lehre ihn mit Gott versöhnt (s. unten).

B. X. Gawan und Orgeluse, das dritte Damenabenteuer Gawans. Er trifft die stolzeOrgel, in der Landschaft des Wunderschlosses, Schastelmarveil, die seine Minnewerbunghöhnisch zurückweist. Er besiegt den gewaltigen Lischois gwelljus. Der reiche FährmannPlippalinot bringt ihn über den Fluß an den Fuß der Burg.

B.XI. Gawan in Schastelmarveil, Höhepunkt seiner Abenteuer. In dem Schloß desZauberers Clinschor sind 400 edle Frauen gefangen, deren vornehmste, wie sich späterherausstellt, die Mutter des Artus Arnive, deren Tochter die Mutter Gawans Sangive, undseine Schwester Itonje sind. Gawan erlöst sie durch Bestehung der Gefahren (das Wunder-bett, der grimmige Löwe).

B. XII. Gawan und Gramoflanz. Auf Orgeluses Verlangen holt er einen Kranz ausdem Garten des unbesiegten Gramofl., was ihm ihre Minne einträgt.

B. XIII. Fest auf Schastelmarveil, Hochzeit Gawans mit Orgeluse. Artus lagert sichmit seinem Heer in der Nähe und wird von Gaw. und seinem Gefolge festlich empfangen.

B. XIV. Parzival und Gawan treffen im Zweikampf zusammen, beenden denselbensofort, als sie sich erkennen. Großes Fest bei Artus, Hochzeit des Gramofl. mit Itonje. Parz.stiehlt sich unbeachtet von dannen.

ß. XV. XVI. Schluß. Parzivalhandlung.

B. XV. Parzival und Feirefiz. Parzivals schwerste Prüfung, der Kampf mit seinemihm unbekannten Bruder, der aus dem Heidenlande ausgezogen ist, um seinen Vater auf-zusuchen. Der Kampf bleibt unausgetragen, die Brüder erkennen sich. Da erscheint Cundrieund beruft Parz. zum Gral.

B. XVI. Parzival Gralkönig. Auf der Gralsburg tut Parz. die erlösende Frage, An-fortas gesundet, Parz. wird König des Gralreiches. Condwiramurs mit ihren beiden SöhnenKardeiz und Loherangrin trifft ein. Nachdem Parz. noch seinen Oheim Trevrizent aufgesucht,Sigune aber tot in ihrer Klause gefunden hat, wird beim Gral ein großes Fest gefeiert.Feirefiz läßt sich taufen und erhält Repanse zur Frau. Dann folgt noch ein Ausblick aufden Priesterkönig Johann im Orient, den Sohn von Feirefiz und Repanse, und auf dieLohengrinsage.

§ 36. Komposition und Darstellungskunst

Verwirrend wirkt aufs erste die fast unübersehbare Fülle der Personen und

der Ereignisse, aber ein übersichtlicher Grundplan hält die Masse in Ordnung. 1

| Die Vorgeschichte, der Gahmuret-Roman B. I. II, enthält als Exposition die

I Voraussetzungen für die kommenden Begebenheiten. Das Schicksal Parzivals

vollzieht sich nicht in ununterbrochenem Ablauf, sondern dem Aufstieg in

1 Siehe bes. Hertz S. 448 ff.; Lichtenstein,Beitr. 20, 79 ff.; Kuno Francke 1, 143 ff.;Golther, Gralb. S.198f. Rührmund, Chro-nolog. Bestimmungen d. Begebenheiten inW.sR, ZfdA. 6,465-78; Jauker, Chronolog.Be-handlg. d. Stoffes b. Wolfr. usw., Progr. Graz1882.Äußerlich ist dieGliederung übersicht-lich durch die E i n t e i 1 u n g in 16 Bücher, die inder Hs. D durch große Goldinitialen gekenn-

zeichnet sind (wie sie sich allerdings auch nochan 8 anderen Stellen finden). Von B.V ab sindin vielen Hss. kleinere Abschnitte von 30 Zeilendurch größere Initialen bezeichnet, allerdingsnicht ganz regelmäßig; auch die vier erstenBücher lassen sich in solcheDreißiger-Ab-s c h n i tte teilen (wobei jedoch auch manche mitetwas mehr od. weniger Zeilen mit unterlaufen).Sie stammen wahrscheinl. aus der Ur-Hs. Diese