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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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227
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§ 35. Inhalt des Parzival 227

er von der Mutter ein Pferd, um an Artus' Hof zu ziehen und Ritter zu werden. Siesteckt ihn in Narrenkleider, damit er, von der Welt verachtet, zu ihr zurückkehre, und gibtihm vier Lehren mit auf den Weg: er soll nur an hellen Stellen über ein Wasser gehen,jedermann grüßen, alten Mannes Lehren folgen, gute Frauen küssen und ihren Ring er-werben. Der Abschied vom Sohn bricht der Mutter das Herz. Ihre Lehren befolgt er wört-lich, wozu seine folgenden Erlebnisse Gelegenheit geben. An einer dunkeln Furt bleibt erbis zum hellen Morgen stehen, der schlafenden Jeschute nimmt er ihren Ring und küßtsie, worüber ihr nachher kommender Gatte Orilus in Eifersucht gerät und sie fortan schlechtbehandelt. An einem Felsen findet er eine klagende Jungfrau mit einem erschlagenen Ritterim Schoß: es ist Sigune_mit ihrem toten Geliebten Schianatulander. Sie erkennt ihn undlehrt ihn seinen Namen und sein Geschlecht. Er kommt an Artus' Hof, erschlägt im Kampfden Helden Ither, den roten Ritter, und legt dessen Rüstung an. Am Abend kommt er zurBurg des alten Gurne manz, der ihn freundlich aufnimmt und ihn Rittersitte lehrt, unteranderm auch die verhängnisvolle Mahnung: .irrt sult niht vil gevrägen".

B. IV. Parz. u. Condwiramurs. Auf seiner weiteren Fahrt befreit er die in Pelrapeirebelagerte Königin Condw., gewinnt sie zur Frau und wird König des Landes. Abenteuerlust unddie Sehnsucht, nach seiner Mutter zu sehen, treibt ihn wieder zum Wandern.

B. V. Parz. auf der Gralsburg. Aufs Geratewohl hinreitend kommt er am Abendan ein Wasser, an dem Fischer ankern. Einer derselben, in reicher Kleidung, weist ihn aufseine Frage den Weg zu der nächstliegenden Burg. Es ist Munsalvaesche, die Gralsburg.Im Saale liegt Anfortas, der kranke Burgherr, auf einem Spannbett, umgeben von ritter-licher Gesellschaft. Ein Knappe trägt eine blutende Lanze herein, worauf lautes Klagendurch den Palast erschallt. Darauf naht sich langsam und still ein langer Zug von Frauen,deren letzte, Repanse de Schoye, auf einer Platte von grünem Achmardi ein Ding trug,daz hiez der Gräl, umgeben von strahlendem Lichterglanz. Ein Mahl wird aufgetragen, aberalles ist so sorgenvoll und seltsam. Doch Parz. fragt nicht, denn er erinnert sich an Gurne-manz' Gebot. Die Nacht wird er prächtig gebettet. Am andern Morgen findet er Gänge undGemächer leer und unter Beschimpfung eines Burgknappen zieht er ab. Weiterhin trifft erSigune mit dem toten Geliebten in den Ästen einer Linde sitzend, die ihm flucht, daß ernicht aus Barmherzigkeit nach dem Leiden des Gralskönigs gefragt. Den Orilus besiegt erim Zweikampf und söhnt ihn mit der gepeinigten Jeschute aus.

B. VI. Parz. am Artushof. Drei rote Blutstropfen im weißen Schnee, aus der Wundeeiner Wildgans geflossen, rufen in ihm die Erinnerung an sein Weib hervor. Aus der Ver-sonnenheit erweckt ihn Qawan, indem er die blutigen Tropfen mit einem Tuche bedeckt,und führt ihn in das nahe Lager des Artus. Hier wird er an der Tafelrunde besonders ge-feiert. Aber im höchsten Glänze folgt sein jäher Sturz: Cundrie, die häßliche Botin desGrals, tritt in den Ring und verflucht ihn als ehrlos vor aller Gesellschaft, weil er dentraurigen Fischer" nicht von seinen Leiden erlöst habe. Und gleich darauf erscheint einRitter, Kingrimursel, und beschuldigt Gawan einer Mordtat, zu deren Sühne er ihn zum Zwei-kampf binnen 40 Tagen herausfordert. Aus ist das freudige Hoffest. In innerem Zusammen-bruch sagt sich Parz. von Gott los. Für die nächste Zeit verschwindet er aus der Erzählung. I

B. VII. VIII. X. XL XII. XIII. Gawanhandlung. Parz. erscheint außer dem IX. B. nurvorübergehend im Hintergrund der Ereignisse.

B. VII. Obie und Obilot. Gaw. befreit den in Bearosche belagerten Fürsten Lippaut.Dessen kindisches Töchterchen erkürt ihn zu ihrem Ritter und wird darob von der älterenSchwester Obie verhöhnt.

B. VIII. Gawan und Antikonie. Das zweite Liebesabenteuer Gawans. In Ascalun, demBestimmungsort des Zweikampfes, angelangt wird Gaw. sofort in ein intimes Liebesver-hältnis mit Antik., der Schwester des Königs und Burgherrn Vergulaht, verwickelt. Sie werdenüberrascht, flüchten sich auf den Turm und wehren sich gegen den andringenden Königund seine Leute. Gaw. wird unter der Bedingung, den Gral zu suchen, freigegeben.

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