220 Die erzählende Dichtung
481, 30 ff. (Eneas und Sibille), 504, 25 ff. (Camille vor Laurente), 532, 1 ff.(die Minnefamilie Amor, Cupido, Venus), 589, 8 ff. 592, 1 ff. (Sarg und Grab-mal der Camille), 767, 3 ff. (diu gotinne Juno); Wh. 229, 27 ff. (Carpite,Camille). — Auch die Einflechtung von Liebesbriefen hat schon Veldeke.
Leicht gleitet Wolfram durch Gedankenverbindung auf Hartmanns Erecüber, 1 den ersten Artusroman in Deutschland. Viele Namen hat er aus ihmbezogen. 2 Der Eintritt des unhöfischen und bäurisch gekleideten Parzival anden Königshof ruft in ihm die Vergleichung mit Enitens Eintritt bei Artushervor 143, 21—144, 4, und mit einer scherzhaften Drohung gegen Hart-mann richtet er die Spitze gegen die ungünstigen Kritiker und Spötter inder Hofgesellschaft (vgl. 1, 15. 338, 8 ff. 399, 1 ff.).a Und auch in den andernZitaten aus Hartmann spricht nicht die Ehrerbietung, die er gegenüber Vel-deke erkennen läßt, sie dienen oft nur dazu, die betr. Personen des Parz.in ein helleres Licht zu setzen: Enitens Schönheit ist geringer als der Glanzder Cöndwiramurs 187, 14; Gawan wurde inSchanpfanzun besser empfangenals Erec in Karidoel 401, 5—21, welche Erinnerung einen gedrängten Aus-zug aus Erecs Vorgeschichte nach sich zieht; Gawans Minnekummer wiegtschwerer als Erecs Kampf mit Mabonagrin und Iweins Brunnenabenteuer583, 26—584, 4; der Treue Sigunes wird der leichtfertige Rat der Lunetegegenübergestellt 253, 10ff. 436, 5ff.; 357, 21—25 Meljacanz und Kei. AusErec: Erecs Land Destrigleis 382, 16; Orilus ist der Schwager Erecs, dabeiwird das Turnier von Prurin und der Sperberpreis erwähnt 134, 5—19. 135,7—12; der Kampf um den Sperber auch 178, 11—13, daselbst auch Ma-bonagrin, Brandigan und Schoydelakurt 178, 20—23, auch 220, 7—10. 429,21; Brandigan das Land Clamides 184, 20. 206, 30. 210, 5; beim Schweige-gebot Loherangrins wird humoristisch an Erec erinnert 826, 29 f. Am meistenverweilt Wolframs Interesse beim Eingang des Erec und bei der zauberhaftenSchoydelakurt-Episode. 4
Die Verehrer Hartmanns, der doch als Begründer des Artusromans an-erkannt wurde, mochten den hier gegen ihn angeschlagenen Ton als Über-heblichkeit auffassen, und gegen den neu heraufgekommenen Umstürzlerwendet sich Gotfridv. Straßburg als Verteidiger Hartmanns und des Kunst-prinzips der Schönheit. Unvereinbar sind Kunst- und Lebensanschauung Wolf-rams und Gotfrids. 5 Schon aus naturhaftem Widerstreben ist die bis zur Tücke
1 Wolfram u. Hartmann,Erecu.Iwein: Haupt,Erec-Ausg., im Eingang der Anmerkungen;Bartsch, Germ. Stud. 2, 124 ff.; Schönbach,Üb. Hartm. S.444f.; Stosch, ZfdPh. 28, 55;Wallner, ebda 565 f.; John Meier aaO. S.509 f.517; Singer, Aufs. u.Vorlr. S. 169; Ders., W.s StilS 57—61, oft W.S Wh. —Beziehungen z.Qre-gorius: Parz. 142, 11 ff. — Greg. 2775 ff.;Schröder, Anz. 35,398—400 u ZfdA. 53,398 f.
* Oder aus d. franz. Erec? Singer, StilS. 56—61.
3 Vielleicht hat sogar seine Abwehr derBuch-gelehrsamkeitParz. 115,25ff.eineSpitzegegen
H.s Hervorhebung seines Buchwissens A.Heinr. 1 ff., Iw.21 ff. (doch auch Willeh.2,19ff.),vgl. Wolframs ine kan decheinen buochstapParz. 115, 27 gegen H.s A. Heinr. 2 daz er andenbuodienlasswazerdarangesdiribenvant.
4 Verschiedene dieser bezüglichen Stellenfinden sich nicht in Chrestiens u. HartmannsErec u. mögen wohl W.s Erfindung sein.
6 Kläden, v. d. HagensGerm. 5, 240ff.; H.Kurz, Übertrag, v. Trist, u. Is. S. LXXIX; JohnMeier, Basler Philo!.-Vers. 1907 S. 507 ff.;Rosenhagen S. 552; Wilhelm, Beitr. 33,336ff.; Singer, Aufs. u. Vortr. S. 166ff., Wh.