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210 Die erzählende Dichtung
solchen typischen Aussprüchen vorangegangen, aber H. hat noch viele eigene hinzugetan,z. B. Er. 348 f. 2527 f. 3876 f. 4096—102. 4293—97. 4559—61. 4801 f. 5056—58. 5669—73.5985—90. 6254—57. 7010f. 8621—30. 9422—31 (vgl. 1523—33. 3245—58. 5763—73). 9823-25; Greg. 475—77. 842f. 1504—06. 1517—21. 1681-83. 2716—20; A.H. 101—04. 949—54.1422—25; Iw. 193—95. 206-09. 818—22. 2524f. 2683—94. 2702—08. 2731—38. 3032—36.3077—79. 3267—70. 3691—93. 4252—54. 4326—30. 4389—92. 4413-21. 5196—98. 5350,6064—66. 6619. 6636.6935f. 6997—7002.7147-49.7171—80. — Attributive Beiwörter 1verwendet H. verhältnismäßig sparsam, selten heben sie den stilistischen Ausdruck. — DieNatur ist für H. kein unmittelbares Erlebnis. Zumeist ist sie ihm ein künstlerisches Mittelin allgemein auch sonst gebrauchten Bildern und Vergleichen. 2
Ein Hartmanns freundlicher Wesensart eigener Humor gibt einigen Stellen, bes. im Erec,eine gemütliche Stimmung: das Gespenst unter den Hochzeitsgästen Er.6624ff.; die humo-ristisch-ironische Behandlung der Zuhörer 7512 ff., vgl. auch 7618 (wer's nicht glaubt,geh' hin und seh'); auch 366—85. 386—95.
Das »Hervortreten der Persönlichkeit" 3 des Dichters überbrückt den Abstand vondem Objekt, den Ereignissen, und erweckt den Eindruck historischer Nähe. Der Dichterzeigt Teilnahme mit seinen Helden, er lebt mit ihnen. Er gibt ihnen in schwerer Schick-salslage einen Segenswunsch, nü müeze got gesenden disen eilenden . . . ros da sl üf fitenEr. 6698—701, nä sl got der in «er 6901, ebenso 7077 f. 10072. Iw. 6956—76. Wo ihm einAuftritt in der Erzählung zum Selbsterlebnis wird, da klingen zuweilen gemütvolle An-deutungen durch, wie bes. in Selbstbeziehungen: niemals möge mir ein so großes Ab-schiedsleid geschehen Greg. 644—47; ich siufte, so ich vrö bin, minen kunftegen ungewinIw. 3098—100; so liebe als ir da geschach, als liebe müeze uns noch geschehen, daz wiruns alse liebe gesehen Iw. 5969—71 (dazu Beneckes Anm.); hierher auch Greg. 789—804.Iw. 48—58. Humoristische Zwischenbemerkungen Er. 6641. 6680f. 9209f.; Bescheidenheits-bezeugung Er. 1590—1610; Verdeutlichung Er. 8002—06; der Dichter will sich kurz fassenEr. 7429f. 7450—61. 7483—92, Iw. 1029—45. 6939—46;.er tritt als Verteidiger auf Iw. 1871—
I 88. Am breitesten läßt H. in dem Gespräch mit der Minne sich selbst mitspielen Iw. 2971 ff.Unerheblich sind Ich-Sätze wie Er. 5172—75. 6127—31, Greg. 724 f., Iw. 1135. 3031.3036. —Der Dichter versetzt seine Hörer und sich selbst in die unmittelbare Anschauung der Vor-gänge, meist durch rhetorische Fragen: wer sol nä sin arzät sin der heile sine wunden?Er. 7207 f., wer zceme baz an slner stat? Er. 10071 (erweitert 10076), Wer solt in ab dazenblanden? Er.7163—66 (vgl. Er. 6667 f.) und dazu 7179 und die humoristische Aufforde-rung 7182—87; öwe der frowen dritten! waz sol doch sl nü fiten? Er. 7264—68; nü wazweit ir daz der künec tuo? Er. 6902, ähnlich Iw. 3309 und Er. 9263; wes möhten st langerbiten? Er. 2121, vgl. Iw. 6977—80; suln wir nü ze fuoze gän? daz haben wir selten e ge-tan Er. 6994—97; das Erzählte als gegenwärtiger Vorgang Er. 2070 f. 7767; Aufforderungs-formel nü seht Er. 6815. Iw. 694. 3102. 7202, nü sprechet Er. 6669.
■ Noch lebhafter gestaltet der Dichter den Verkehr mit den Hörern, wenn er sie selbstgesprächsweise in die Unterhaltung mit hereinzieht („fingierter Dialog'): 4 der Dichterfragt das Publikum und gibt selbst die Antwort (im Er. häufig, doch erst von 4150 an, sel-tener im Iw.): Frage Fragt ir v/az dar inne st? Antwort da wären inne besunder usw.Er. 7145 ff.; Fr. Sprecht ir wie daz mohte sin? Antw. von diu usw. Er. 10049 ff., auch Er.4150 ff. 7769 ff. 8745 ff. Oder der Dichter legt dem Publikum eine Frage an ihn in den Mundund beantwortet sie: Fr. nü sage, waz was ir bettewat? Antw. entriwen, als ez der walthat. . ., dann eine Zurechtweisung der fingierten Frager: waz touc daz lange fragen"?
ment in d. mhd. Kunstepen, Rost. Diss. 1881(Hartm. S.20ff.).1 Hugo Zell, D. Adj.b.Wolfr. v.E.,H.v.A.u. Gotfr. v. Str., Straßbg. Diss. 1909; W. Lotz, I Müller, Naturgefühl im MA., Reg. S. 301D.attrib.Beiwort bei H.v.A., Gieß.Diss.1910; 3 Roetteken S. 195ff., bes. S. 203ff.Nolte, ZfdA. 52, 76—80 (Bildungen mit -rieh, \ * Schwarzkopff, Rede S. 131 ff.
-beere).2 Biese, Entwickelung des NaturgefühlsS. 104f.; Lüning, Die Natur pass.; Ganzen-