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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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126 Die erzählende Dichtung

wegungen finden Ruhe in trostreichem Gebet und in Anrufung Gottes undder Jungfrau A 222, 535. 227, 411. 232, 1832. 238, 620. 238, 41-46.242, 1540. 263, 25264, 20. 268, 611. 269, 4860. 270, 1326. 270,43271, 34. 272, 515. 274, 118. 279, 27-35 u. ö., C 41444, 7918.120519. 162236. 1657-62. 192457. 340162. 372530. 3892904.392740. 39574018. 406070. 421632. 4593601.

Entsprechend seinem Ursprung aus der franz. Chanson de geste ist auchdas deutsche Gedicht ein volkstümliches Epos, die natürlichere, auch derbereLebensauffassung und der sorglose Stil trennen es von der verfeinerten höfi-schen Richtung. Die Leidenschaft ist nicht durch die mäze gedämpft. DerJammer tobt sich in Geschrei aus: die Frauen klagen und schreien, z. B. A 238,4771, C 165987, Karl schreit vor Herzeleid A 239, 210, C 168896,Morant schreit A 239, 16, C 1702, die Hofleute schreien A 245, 52, C 2177.Ganz unhöfisch ist das häufige Schimpfen und Verwünschen, oft von seifendes Dichters, indem er für die Guten Partei nimmt: A 218, 8 f. 218, 70219,4.221, 21. 221, 2933. 222, 69. 223, 58. 224, 23. 226, 32. 243, 1 f. 243,69 f. 244, 55. 246, 5456. 258, 28. 266, 9 f. 271, 8. 272, 58. 278, 2029.282, 55 u. ö., C 134. 196200. 360. 36872. 480. 538. 574. 734. 1988.2060. 2115. 224850. 3062. 3586 f. 3992. 4117. 450716. 4844; oder garkörperliche Mißhandlungen: Mor. schlägt Fuckart mit der Faust an denKragen, daß er alle viere von sich streckt A 243, 3544, C 202633, Karlpackt Roh. am Bart A 251, 2731. 39 f., C 256569. 2577 f., vgl. auch A 231,65232,1, C 118490, A246, 66247, 6 u. ö., C 226069. UnhöfischeRedensarten A 248,5. 13 f. 267,41, C2339. 2349 f. 3688. Höchst unehr-erbietig, unerhört für einen Vasallen gegen seinen Herrn, ist die Hohnrededes jungen Berant, als ihm Karl die horrende Buße auferlegte A 248, 136,C 233672.

Mit besonderem Behagen verweilt der Dichter bei dem üppigen Hoffest,in dem sich das überstandene Ungemach in eitel Freude auflöst A 286,17293, 23, C 5082581. Da geht es hoch her. Karl selbst macht denWirt. Er bereitete den Gästen, die aus allen Ständen geladen waren, Ver-gnügen ohne Zahl, alles machte er froh, er sang und tanzte und war miteinem Kranz unter der Krone geschmückt. Vor allem wichtig hat es derDichter mit den Spielleuten und Gauklern, eine lange Liste ihrer Künste zählter auf und läßt sie aufs großartigste belohnt werden, bis zum jüngsten Tagkann man von diesem Feste erzählen. Eine elementare Lebenslust und Genuß-fähigkeit entfaltet sich hier, wie sie kaum sonstwo in der mhd. Literaturgetroffen wird.

Der Stil ist schmucklos, stark spielmännisch in der Verwendung vonFormeln. 1 Der Versbau 2 hat die seit Veldeke übliche geordnete Form, esbesteht eine Vorliebe für kurze Verse. Die Reime sind vom Standpunkt des

1 Lachmann S.521 u.Wolfr. aaO.; Bartsch S.27L 36684.

2 Lachmann ebda; Bartsch S.26.