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Die erzählende Dichtung
worin schon Ben. einiges leistet, vgl. die Behandlung des trojanischen Ge-sandten Antenor durch die griechischen Fürsten 1913—2092 (Ben. 3277—650);ferner Herb. 6176—88 (Ben. 10444—46 kürzer); 9780—85 (Ben. 15509—30maßvoller); 13943—52 (Ben. 22891—13, ohne Schimpf worte); 14976—79(Ben. 24453—55, hat keine beschimpfenden Worte). 1
Metrik. 2 Die Verse sind ziemlich regelmäßig gebaut, die Senkungen kön-nen mehrsilbig sein, besonders der Auftakt; umgekehrt fehlen häufig eine,auch zwei Senkungen, auch Verse ohne jede Senkung kommen vor, beson-ders bei asyndetischen Reihen. Solche senkungslosen Verse können dem Sinneinen kräftigen Ausdruck verleihen. Die Reime sind rein, und zwar tritt dieMundart stark gegen die schriftsprachliche Tendenz zurück; 3 rührende undBinnenreime sind nicht selten. 4 Die Klage der Helena um Paris 14035—78hat der Dichter durch besonderen Reimschmuck ausgezeichnet, aber geradedieser Versuch zeigt seine sprachliche Schwerfälligkeit. 6
Die beiden großen epischen Dichtungen der Antike, deren Stoff das MA.im Roman d'Eneas und im Roman de Troie in seine Gedankenwelt umformte,hatten verschiedene Schicksale in der Weltliteratur: das römische National-epos Vjrgils wirkte in seiner Originalfassung im mittelalterl. Eneasromanweiter, Homer dagegen nur in den schwachen Auszügen des Dares und Dictys.Das aber entspricht dem Wandel der Zeiten: die römische Kultur setzte sich,durch das Spätrömertum vermittelt, im MA. ununterbrochen fort, zwischendem klassischen Griechentum und dem mittelalterl. Abendland aber lag derHellenismus, dem schließlich, wie der spätgriechische Roman, wie die Ale-xanderdichtungen und der Physiologus, so auch die Prosabearbeitungen desDares und Dictys entstammen.
§ 17. Albrecht von Halberstadt: Übersetzung von Ovids Metamorphosen
Ausg.: Bartsch, Albr. v.Halberst. u. Ovid im MA., Bibl. d. ges. dt. Nat.-Lit. 38, Quedlin-burg u. Leipz. 1861. Lit. ebda u. Piper, Höf. Ep. 1, 338—51. — J. Grimm, ZfdA. 8, 10 f.397—422. 464-66 u. Kl. Sehr. 7, 303—24; Johannes Bolte, Georg Wickrams Werke Bd. 7u. 8, Lit.-Ver. 237. 241, 1905.06; Otto Runge, Die Metamorphosen-Verdeutschung A.s v. H.,Pal. 73 (1908), dazu Baesecke, ZfdPh. 42, 453—61; K. Ludwig, Untersuchungen zur Chro-nologie A.s v. H., Germ. Arb. 4, Heidelbg. 1915, dazu Leitzmann, ZfdPh. 47, 377—99,W.Richter, Arch. 1916, 180f., Helm, Lbl. 1919, 83—86, Cbl. 1916, 941; Baesecke, ZfdA.50,366—82. 51,163-74; Schröder, Gott.Nachr. 1909, 64-91, ZfdA.51, 174—76.52,360-64;Behaghel, Anz.33, 313 f. — Bildl. Darstellungen: Panzer, N. Jahrb. 7 (1904), 140 f.
Das Werk ist nur erhalten in zwei Bruchst. 6 ein und derselben Perg.-Hs. aus Oldenburgvom letzten Drittel des 13. Jh.s, mit zusammen 423 Versen: A, Oldenb., jetzt Berlin, 7Doppelbl. 279 V., hgb. von Leverkus, ZfdA. 11, 358—74 (1859), danach bei Bartsch
1 Kennzeichnend für die Unschicklichkeit desTones, die doch auch in der höf. Gesellschaftmöglich war, und für Herb.s derbere Art istdie obszöne Bemerkung üb. den Namen Xer-ses 4049 ff., s. Kretschmer, ZfverglSprach-forsch. 37, 140-46.
2 W. Grimm, Kl. Sehr. 4, Reg. S. 332; Walth.Brachmann, Zum Reimgebrauch H.s v. Fr.,Leipz. Diss. 1907; Reuss S. 31—42; Schröder,
Rittermaeren 1 S. X, Gott. Nachr. 1918, 72 ff.;Zwierzina, Anz. 26, Reg. S. 348.27, Reg. S.344.
3 Zwierzina, ZfdA. 45, 82 f.
* Zwierzina ebda S. 303; Brachmann S.50.
5 Reimhäufung: Brachmann ebda; Schrö-der 1918, 83 f. 98.
6 Schröder, Gott. Nachr. 1909, 79 ff.
7 Schröder, ZfdA. 53, 335; Leitzmann,ZfdPh. 47, 398.