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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 1 (1927)
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Einleitung

zösischen Modewörter, angeregt wurden sie dazu schon durch ihre franz.Vorlagen, sie dienten ihnen zum verfeinerten Aufputz ihres Stils und ver-liehen ihren Werken einen modernen und vornehmen Anstrich. Aber auchdie Volksepen (Nibelungen) verschlossen sich nicht ganz diesen fremdenKlängen. Jedoch ins Volk gedrungen sind diese Ausländer nur zum ge-ringsten Teile, die meisten verschwanden wieder mit dem Verblassen derhöfischen Ideale.

Veraltete Wörter. 1 Dem modernen höfischen Geschmack widerspraches auch, veraltete Wörter zu gebrauchen, wie sie das Volksepos, wenn sieauch aus dem wirklichen Leben abzusterben begonnen hatten, traditionellweiterführte. Die Spielleute übernahmen gewohnheitsmäßig die alte epischeSprache, dabei erhielten sich herkömmliche Helden- und Kampfwörter wiewigant, recke, degen, marh, eilen, halt. Diese Überreste einer rauheren Zeitgalten nicht mehr für so recht hoffähig, die alten Recken waren ja in ihremtrotzigen Ungestüm keine Musterbeispiele für die zur tnäze erzogenen Herrender höfischen Gesellschaft. Hartmann und Gotfrid verhielten sich sprödegegen diese altmodischen Wörter, nicht so sehr jedoch der volkstümlicheWolfram, und aus dem Volksepos, zu dessen kräftigem Ton sie ohnehingehörten, verschwanden sie überhaupt nicht.

§ 9. Metrik. Stil 2

Ihre zutreffende poetische Form fand die neue höfische Dichtung in derVerfeinerung der Verskunst und des Stils. Das neue Versprinzip bestehtgegenüber der Willkür der frühmhd. Zeit in einer großen Regelmäßigkeitdes Versbaus und der Reime. Auch darin wirkte das französische Vorbild.Aber auch in diesem Problem war die Aneignung der fremden Wesens-art nicht bloß mechanisierte Nachahmung, sondern wie der Stoff, so fandauch die Kunstform bei der Aufnahme in die deutsche Volksseele ihreeigenartige heimische Abtönung.

1 W. Grimm, Kl. Sehr. 3, 521. 524; Osk.Jaenicke, De usu dicendi Wolframi de Eschen-bach, Hall. Diss. 1860, dagegen Pfeiffer,Germ. 6, 239ff. = Freie Forsch. S.345ff.;Paul, Gab es S. 32 ff.; Bötticher, Germ.21,270 ff.; ZwiERZiNA,Festg.f.Heinzel S.445ff.;Ders., ZfdA.44, 84 (unhöf. balt) u. 45, 262 ff.;Panzer, ZfdPh. 33, 127ff.; Ders., Das ad.Volksepos S. 16 ff. Siehe urtt. bei Wolfram.

2 LG. II, 1, 11. Paul, Grundr.II 2 , 66ff.;Fr. Kauffmann, Dt. Metrik, 3. Aufl. 1912;Franz Saran, Dt. Verslehre, 1907, 258 ff.;Andr. Heusler, Dt. Versgeschichte, 1. Bd.,1925. Saran, Hartm. v. Aue als Lyriker,1889; Ders., Beitr. 23, 1 ff. 24, 1 ff.; Ders., D.Rhythmus d. franz. Verses, 1904; C. Kraus,D. sog. IL Büchlein u. HartmannsWerke, Festg.f. Heinzel S. lllff.; Ders., Metrische Unter-suchungen üb. Reinbots Georg, Gott. Ab-handl. NF.VI Nr. 1 (1902); Ders., Zur Kritik d.Helmbrecht, ZfdA. 47, 305 ff.; Ders., Der rüh-

rende Reim im Mhd., ebda 56,1 ff.; Zwierzina,Beobachtungen z. Reimgebrauch Hartmannsu. Woframs, Festg. f. Heinzel S. 437 ff.; Ders.,Mhd. Studien, ZfdA. 44, 1116. 249316.345-406. 45, 19-100. 253313. 317419;Roethe, Reimvorreden d. SachsenspiegelsS. 11 ff.; Ders., Regelmäßige Satz- u. Sinnes-einschnitte der mhd. Strophe, Prager dt. Stu-dien 8 (Festschr. f. Kelle); Ders., Bemerkungenzu d. deutchen Worten des Typus -L, xx> Preuß.Ak. 1919; L. Pfannmüller, Ueb. metr.Stil-arten" in d. mhd. Epik, Beitr. 40, 373 ff.;A.Schirokauer, Stud. z.mhd.Reimgrammatik,ebda 47, 1 ff. u. SA., dazu Suolahti, Neuphil.Mitt. 1926, 38 ff.; K. Plenio, versch. Artikelüb. mhd. Strophenbau, Beitr. 39,290 ff. 41,47 ff.42,255 ff. (345). 280 ff. 285 ff. 411 ff. u. Archiv136, 1623. Ueb. den rhythm.Satzschluß:C. Kraus, Dt. Ged. d. 12.Jh.s, 1894, 20008;Burdach, Preuß. Ak. 1909,52035 (mitLit.)u. Burdach, Vorspiel I T.2.