442 II- Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.
2. Kgl. Bibliothek in München, Clm. 14804, aus S. Emmeram, 1. Hälftedes ll.Jhs.; der Text ist dem der Pariser Hs. vorzuziehen. 1 )
Gruppe f.
Eine Sonderstellung unter Notkers Werken nimmt ein die Abhandlung
De Musica. 2 )
Sie ist in dem Brief Notkers nicht erwähnt und seine einzige Schrift,die ganz deutsch abgefaßt ist.
Hss.: 3 ) 1. Leipziger Univers.bibl. (Paulinerbibliothek), Cod. LipsiensisPaulinus 1493, enthält Kap. L*) 2. Kgl. Bibliothek in München, Clm. 18937,aus Tegernsee, enthält Kap. I. 5 ) 3. St. Gallen 242«) (s. oben), enthält aufS. 10—16 Kap. 2. 3. 4. 5. 4. Wolfenbüttel, Cod. Guelferb. Gudianus 72,')enthält Kap. 5. 5. Kgl. Bibl. in München, Clm. 27300, aus Regensburg,»)enthält ein Bruchst. von Kap. 5.
Die Schrift besteht aus fünf Kapiteln: a) De monochordo (die Oktave),b) De octo tonis, c) De tetrachordis, d) De octo modis (die acht Tonarten:dorisch, phrygisch, lydisch usw.), e) De mensuris fistularum organicarum(Maß der Orgelpfeifen für die verschiedenen Töne).
Als Quelle ist größtenteils Boethius De institutione musica libri V be-nutzt, das grundlegende Lehrbuch der Musik im Mittelalter.
Aus Notkers Schulmethode hervorgegangen ist der sogenannte
Brief Ruodperts von St. Gallen, 9 )eine St. Galler Schularbeit.Hss.: A. St. Gallen 556, 11. Jh."). B. Zürich 129, aus St. Gallen, 11 ) ent-hält nur einen Satz, Z. 6—8 (MSD. I 3 S. 260 f.).
Die St. Galler Handschrift 556 enthält eine kleine Sammlung von sieben,ohne Absätze fortlaufend geschriebenen Briefen. Der erste, von einemandern Schreiber als die folgenden eingetragen, ist von dem Konvent desKlosters an den Abt P (wahrscheinlich Purchard IL, f 1022) gerichtet underzählt die Entdeckung eines Klosterraubes. Die Stücke 2—6 sind Muster-
>) Ahd. Gl. 4, 553. I mann, Münchner SB. 1870, I, 365 ff. 529 ff
Kelle, LG. 1, 259. 406. Ausgabe nach j Piper I S. XC1 (M).
allen Hss.: Piper 1.851—859. — Kelle, DieS. Galler Deutschen Schriften S. 56 (260) ff. —Sprache: Kelle, Verbum und Nomen, Z. f.d. Phil. 20,129 ff.
3 ) Kelle, LG. 1.406.
4 ) Piper I S. XC f. (L).
5 ) Schmeller, Z.f. d. A. 8,108 f.; PiperS. XC (K).
6 ) Scherrer. Verzeichnis S. 88; PiperI S. Xll (F). Ausgaben: Gerbert, Script, eccl.mus. I, 96—102; v. D. Hagen, Denkm. desMittelalters 1 (1824), 25.31; Hattemer 3.586bis 590, dazu Steinmeyer, Z. f. d. A. 17.503 f.,und Piper, Z.f. d. Phil. 11. 257 f.
■) Piper 1 S. XCII—XCV (N).
9 ) Ausgaben: Goldast, Alamannicarumrerum scriptores II (Francof. 1606), 88;Wackernagel, Ad. Lescb. Sp. 297 f.; MSD.Nr. 80 u. II 3 , 404—406 (in der zweiten Aus-gabe tiberschrieben „Brief Ruodperts vonSangallen", in der dritten „Eine SangallerSchularbeit"; Piper I, 861 f.; Baechtold, Z.f. d. A. 31,189—196 (die ganze Briefsamm-lung). — Kelle, Die S. Galler DeutschenSchriften S. 58 (262) ff.; Kelle, LG. 1,260 bis262. 406—408.
lfl ) Scherrer, Verzeichnis S. 175 f.; MSD.II 3 , 404; Piper I S. XCV(O); Piper, Z. f. d.Phil. 11,285 f.; Baechtold a. a. O.
") MSD. a. a. O.; Piper I S. XCV (P);
s ) Schneller, Z. f. d. A. 8.109; C. Hof- Piper, Z. f. d. Phil. 13,456.