B. Die Literaturdenkmäler. § 82. Notker iii. von St. Gallen. 441
Zu Notkers Rhetorik gehörte wahrscheinlich auch das3. Bruchstück einer Logik 1 )(De definitione).Hs.: E. K. K. Hofbibliothek in Wien, Cod. 275, auf das lateinische StückDe partibus logicae folgt, nach einem ausgeschnittenen Blatt, auf Bl. 92 aunser Bruchstück. Der Text ist lateinisch mit deutschen Erklärungen. AlsQuelle liegt des Victorinus Kommentar zu Ciceros Topica zugrunde, einkleiner Abschnitt stammt aus Boethius' Dialog I zu des Victorinus Über-setzung von Porphyrius' Isagoge in Aristoteles' Kategorien.
4. De partibus logicae' 1 )(St. Galler Logik) ist ein Teil eines lateinischen Schulkompendiums derDialektik, geschrieben in der Form von Frage und Antwort. In dem latei-nischen Text sind die oben S. 377 behandelten Sprichwörter eingeschaltet.
Die Abhandlung befindet sich vollständig in den Hss. Zürich 121 (D),Brüssel 10615 (G), bruchstückweise in München Clm. 4621 (H) (in diesendreien also zusammen mit der Rhetorik), in Wien 275 (E) (die auch das„Bruchstück einer Logik" enthält), in St. Gallen 242 (F, 11. Jh., S. 267 f.) 3 )und St. Gallen 111(0).*)
5. Der Computus. 5 )
Ein Computus ist eine Tabelle zur Zeitberechnung, Anleitung zur Be-stimmung der Zeit von Ostern und der kirchlichen Feste. Karl der Großeführte den Computus als Lehrgegenstand in die Schulen ein (s. oben S. 82).Die Hauptwerke für die mittelalterliche Computus-Wissenschaft hat Bedageschrieben mit seinen Büchern De temporibus, De natura rerum und be-sonders De ratione temporum. 6 ) Auf Grundlage der letztgenannten Abhand-lung verfaßte Hrabanus Maurus sein Buch De Computo als Lehrbuch fürSchüler reifern Alters. 7 )
Hss.: 1. Pariser Nationalbibl. Nouv. acq. 229, 12. Jh., 8 ) ist in Deutsch-land geschrieben; sie enthält auch die oben S. 110. 112 besprochenenSegensformeln. Eine andere Handschrift, einst zu Pontigny in der Cham-pagne, ist verschollen. 9 )
*) Hs. MSD. II 3 , 407; Piper I S.XII (E). gramm, Einsiedeln 1887; ferner: P. Gabriel
Ausgaben: MSD. Nr. 81 u. II 3 , 407 f.; J. MWagner, Germania 5,288 f. 508; Piper IS.CXLLXf.Anm.
2 ) Ausgaben: Wackernagel, AltdeutscheBlätter 2 (1840), 133—136; Hattemer 3. 537bis 540; Piper 1 591—595, Lesarten I S. CXLVIIbis CLIII. — Kelle, Verbum und Nomen,Z. f. d. Phil. 20, 129 ff.; Kelle, Die philo-sophischen Kunstausdrücke.
3 ) Scherrer, Verzeichnis S. 89; Piper IS. XII (F).
Meier, Anz. f. Schweiz. Geschichte 1883,212und Jahrbuch f. Schweiz. Gesch. 10,87; Kelle,LG. 1, 254. 404.
6 ) Ebert 1,604-606; Manitius 1,77 bis79. Bedas Computus ist in dem S. GallerBreviarium librorum des 9. Jhs. (WeidmannS. 378) und in dem Katalog von 1461 (Weid-mann S. 409 [zweimal]) verzeichnet.
7 ) Ebert 2,127 f.; Manitius 1.290.298.
8 ) L. Delisle, Melanges de paleographieet de bibliographie 1880 S.456, dazu Morel-
4 ) Scherrer, Verzeichnis S. 42; Hat- ' Fatio, Z. f. d. A. 23, 435 ff.; Baechtold, Z. f.temer 1,410; MSD. II 3 , 135; Piper I S.V(C). , d.A.31,196.
Piper, Z. f. d. Phil. 13, 446. ,J ) Kelle, LG. 1,404.
5 ) Ausgabe von P. Gabriel Meier, Pro-