I. Die vorliterarische Zeit.
L. Uhland, Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder mit Abhandlungen und Anmerkungen,Stuttgart und Tübingen 1844. 1845; derselbe, Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder mitAbhandlungen und Anmerkungen, Unlands Schriften 3. Band (Abhandlung), Stuttgart 1866;Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder, hrsg. von L. Uhland, Einleitung von Herrn. Fischer,4 Bde, Stuttgart und Berlin o. J.; Rud. Hildebrand, Materialien zur Geschichte des deutschenVolkslieds, 1. Teil: Das ältere Volkslied, hrsg. von G. Berlitt, Leipzig 1900; Otto Böckel,Volkslieder aus Oberhessen, Marburg 1885; John Meier, Volkslied und Kunstlied in Deutsch-land, Allgem. Zeitung 1898, Beil. zu Nr. 53—54 (7.-8. März) und Sonderabdruck, München1898; derselbe, Kunstlieder im Volksmund, Materialien und Untersuchungen, Halle 1906.
9. Sprichwörter, Rätsel. John Meier, Pauls Grundr. 2 2 , Deutsche und nieder-ländische Volkspoesie III. IV; im einzelnen bes.: K. F. W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde, Leipzig 1863—1880; F. v. Lipperheide, Spruchwörterbuch, Berlin 1907 ff. —Rich. Wossidlo, Mecklenburgische Volksüberlieferungen 1. Bd. (enthält Rätsel), Wismar 1897;Rob. Petsch, Studien über das Volksrätsel, Würzburger Diss. 1898; derselbe, Neue Beiträgezur Kenntnis des Volksrätsels, Palaestra 4, Berlin 1899.
10. Deutsche Rechtsgeschichte. J. Grimm, Deutsche Rechtsaltertümer, Göttingen1828, 4. Ausg. in 2 Bdn, besorgt von A. Heusler und R. Hübner, Leipzig 1899; Herm. Brunner,Deutsche Rechtsgeschichte, 2. Aufl., Leipzig 1906 ff.; Rich. Schröder, Lehrbuch der deutschenRechtsgeschichte, 5. Aufl., Leipzig 1907; K. V. Amira, Recht, Pauls Grundr. 3 2 ,51—222,3. Aufl.,Sonderband, Straßburg 1913; G. Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte, 4 Bde, Kiel 1844—1861, 3. Aufl., Berlin 1880 ff.; Th. v. Inama-Sternegg, Deutsche Wirtschaftsgeschichte, 5 Bde,Leipzig 1879—1901; derselbe, Wirtschaft, Pauls Grundr. 3 2 , 1—50; K. Lamprecht, DeutschesWirtschaftsleben im Mittelalter, 4 Bde, Leipzig 1886; AUG. Meitzen, Siedelung und Agrar-wesen der Westgermanen und Ostgermanen, 3 Bde, Berlin 1896; Hoops, v. Schwerin,Vinogradoff, Agrarverfassung, im Reallexikon der germanischen Altertumskunde 1,41—53;O. Schlüter, Deutsches Siedelungswesen, ebda S. 402—439; R. Lennard, Englisches Siede-lungswesen, ebda S. 593—613.
A. Einleitung.
Allgemeine Voraussetzungen.. § 1. Die geistigen und sozialen Grundbedingungen. Dichtung ist eineÄußerungsart geistigen Lebens. Was das Innere bewegt, verlangt nachseinem Ausdruck. Stärkere innere Erregung schafft in der Poesie auch ge-hobenere Worte. Aber nicht alle Dichtung ist eine Auswirkung gesteigertenInnenlebens, die poetische Form kann auch Auslösung mechanischen rhyth-mischen Gefühls sein. 1 ) Indessen bloße Form ist die Poesie auch dannnicht und die Worte werden selbst in dieser primitivsten Gattung die innereSonderart ihrer Hervorbringer anzeigen.
Das Gebiet der Dichtung erweitert sich zu dem der Literatur,sobald die Wissenschaft, d. i. das Streben nach Erkenntnis der im mensch-lichen Bewußtsein haftenden Dinge, in das geistige Leben eines Volkeseintritt. Die deutsche Literaturgeschichte zieht, solange der Kreis derErscheinungen sich nicht ins Unmeßbare dehnt, die Erzeugnisse sowohl derDichtkunst als der Gelehrsamkeit in ihren Bereich. Das ist der Fall in deralthochdeutschen und mittelhochdeutschen Zeit, hier wird unter Literatur-geschichte verstanden: Geschichte der in deutscher Sprache abgefaßten
!) K. Bücher, Arbeit und Rhythmus, Leipzig 1909, 4. Aufl.