B. Die Literaturdenkmäler. § 82. Notker iii. von St. Gallen.
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(Jes. 12), 2. Canticum Ezechiae regis (Jes. 38,10—20), 3. Canticum Annae(l.Sam.2,1—10), 4. Canticum Moysi (Exod. 15,1—19), 5. Canticum Habacucpro ignorationibus (Habac. 3,1—19), 6. Canticum Deuteronomii (Deut. 32,1—43), 7. Hymnus Zachariae (Luc. 1,68—79), 8. Canticum Sanctae Mariae(Luc. 1,46—55); sie stehen in der St. Galler Hs. R und in R*, in derWiener Psalmenhandschrift, zum Teil auch in W 2 . Darauf folgen die kate-chetischen Stücke (Hymnus Zach, und Canticum S. Mariae stehen nachdem Symbolum Apost.): 1. Oratio dominica, 2. Symbolum Apostolorum,3. Fides Sancti Athanasii Episcopi. Erhalten sind sie ebenfalls in R, R*und in der Wiener Hs., ferner befinden sich Wiedergaben einzelner derkatechetischen Stücke, die der verlorenen Hs. S entnommen sind, in Druckendes 16./17. Jahrhunderts; 1 ) das Paternoster allein ist auch in der MünchnerHs. T aus Indersdorf überliefert.
Am Schluß, nach dem Athanasianischen Glaubensbekenntnis, steht dasDistichon Ekkehards IV. mit der Bitte für Notkers Seelenheil (s. oben S.408f.)dann kommen einige lateinische Zeilen über das Wesen des Psalteriums{des zehnsaitigen Instruments) und der Rotte (ebenfalls einer Harfenart),welcher Anhang insofern mit dem Psalter in Beziehung steht, als dieserdas Gesangbuch des Mittelalters und sein Verfasser, der harfenspielendeKönig David, der symbolische Vertreter der Musik war.
2. Verloren ist die Übersetzung des Hiob, die Notker, als er an Hugovon Sitten schrieb, etwa zu einem Drittel vollendet hatte, und die er, wieEkkehard in seinen Benedictiones mitteilt (Kelle, LG. 1, 394 Z. 12—14;Baechtold, Anm. S. 17 Z. 12—14), kurz vor seinem Tode abschloß. Es sindGregors des Großen Moralia in Hiob, ein sehr umfangreicher, das biblischeBuch historisch, allegorisch, moralisch und mystisch erläuternder Kommentar.Auch diese Übersetzung Notkers ließ sich die Kaiserin Gisela abschreiben{Ekkehards Gedicht ebda Z. 16 f.).
Gruppe e.Notkers lateinische Schriften.Nach den deutschen Übersetzungen spricht Notker in seinem Briefenoch von lateinischen Werken, die er verfaßt habe. Zwei gibt er mit Titelan: novam rhetoricam et computum novum, a ) und faßt darauf noch kleinerelateinische Schriften zusammen mit den Worten: alla quaedam opusculalatine conscripsi. Zu den letzteren gehören wohl die drei uns noch erhal-tenen kleineren logischen Schriften Notkers: De Syllogismis, Bruchstückeiner Logik (De definitione) und De partibus logicae, die vielleicht zu Not-kers Rhetorik gehört haben.
») MSD. II 3 a. a. O.
-) Kelle, Die S. Galler Deutschen Schrif-ten S. 51 (255) ff.; Kelle, Die philosophischen
Kunstausdrücke . . . und Die rhetorischenKunstausdrücke; Kelle, LG. 1, 254—259.404-406.