428 H. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.
W 1 . Basler Blatt I, Pergamentdoppelblatt der Basler Universitätsbiblio-thek, vom Anfang des ll.Jhs., aus einer sehr guten, dem Original zeitlichfast gleichen Handschrift (dem jetzt verlorenen Vadianischen Codex?), ent-hält Ps. 136, 5—137, 8; 139, 7—140, 6.')
W 2 . Basler Blätter II, zwei Pergamentdoppelblätter der Basler Univer-sitätsbibliothek, 11. Jh., stammen wahrscheinlich aus St. Gallen. Der Textist weniger sorgfältig als der in W 1 . Sie enthalten den größten Teil derNotkerschen Cantica. 2 )
U 1 . Seeoner Blatt, Kgl. Bibliothek in München, Cgm. 188, aus derBenediktinerabtei Seeon am Chiemsee, 11. Jh., enthält Ps. 10, 4—18. 3 )
U 2 . Baumburger Blatt, Universitätsbibliothek in München, Ms. 4°. 910,
11. Jh., aus Kloster Baumburg in Oberbaiern, wahrscheinlich aus derselbenHandschrift stammend wie U 1 , enthält Ps.21, 19—22, 3.*)
V. Wallersteiner Blatt, 11. Jh., in der Fürstl. Öttingen-WallersteinschenBibliothek zu Maihingen, enthält Ps. 104, 30—105, 5. 5 )
X. St. Pauler Blätter, drei Pergamentblätter des 12.Jhs. im Benediktiner-stift St. Paul in Kärnten (gegründet 1083), stammen aus St. Blasien imSchwarzwald, dessen Benediktinermönche 1809 nach St. Paul übergesiedeltwaren; sie enthalten Ps. 17,37—51.118,170—120, l. 6 ) X weicht einige Malevon den vorher genannten Handschriften im Wortlaut des Textes stärkerab durch Zusätze und Auslassungen, in der Übersetzung lateinischer Worteund in der Einteilung. 7 ) Es ist eine Übergangsform zwischen den St. GallerHandschriften und der später zu besprechenden Hs. Y.
A. Aschaffenburger Blatt (Stiftsbibliothek), Pergamentblatt spätestensaus der Mitte des 12. Jhs., enthält Ps. 28, 1—8. 8 ) A ist ebenfalls eine Über-gangsform zwischen der originalen St. Galler Überlieferung und Y.
T. Kgl. Bibliothek in München, Clm. 7637, aus Indersdorf, 84 Bl. 4°,
12. Jh., enthält auf Bl. 45 Notkers Paternoster. 9 )
Y. Die Wiener Notker-Handschrift, die Ambras-Wiener Psalmen, eineÜberarbeitung in bairischem Dialekt. Die Hs., K. K. Hofbibliothek in WienNr. 2681, 11. Jh., von vielen Händen geschrieben, stammt aus Schloß Ambras
*) Abgedruckt bei Wackernagel, Diealtdeutschen Hss. der Basler Universitäts-bibl.(1835) S.9—18; s.Hattemer 2,535—537u. Facsimile 3 Taf. III; Piper I S. XCVI;Kelle, LG. 1,236. 265 f. 397 f. 409.
2 ) Ebenfalls bei Wackernagel a. a. O.;Hattemer a.a.O.; s. Piper I S.XCVI; Kelle,LG. 1,236.266.398.409.
3 ) Abgedruckt bei Massmann, Denk-mäler deutscher Sprache und Literatur 1828,H. 1 S. 120—122; s. Hattemer 2,535 f. u. Facsi-mile Bd. 3 Taf. IV u. V ; Piper I S. XCVI; Kelle,LG. 1,236.398.
*) Abgedruckt von W. Golther, Z. f. d.A. 37,276—279.
5 ) Hattemer 2,532—534. 535 u. Facsi-
mile 3, Taf. IV; Piper I S. XCVI; J. Kelle,Ueber ein in Wallerstein aufgefundenes Bruch-stück der Notkerschen Psalmenübersetzung,Wiener SB. 143 (1901) Nr. 15; Kelle, LG. 1,236.398.
6 ) Gefunden und abgedruckt von Al-fred Holder, Germ. 21, 129—134; Piper IS.XCVIf., abgedrucktBd.il S.V— XIII; Kelle,LG. 2, 44. 268.
') Heinzel, Z. f. d. A. 21,160—177.
8 ) Von dem innern Deckel einer Hs.des 15. Jhs. losgelöst und veröffentlicht vonSteinmeyer, Beitr. 30,1—6.
ä ) MSD. II 3 , 403; Massmann, Abschwö-rungsformeln Nr. 56 S. 49. 163—165; PiperI S. XCVI.