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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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B. Die Literaturdenkmäler. § 82. Notker iii. von St. Gallen.

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kers Psalmen mit den Cantica und den katechetischen Stücken. Am Schlußsteht das wahrscheinlich von Ekkehard IV. verfaßte Distichon (s. oben S. 408f.).Die Handschrift ist sehr schön geschrieben und beginnt mit zwei Zeichnungenauf S. 4 und 5; eine prachtvolle Initiale B zeichnet das Anfangswort des Psalter-textes (Beatus) auf S. 8 aus. 1 ) Die Handschrift gehörte einst dem KlosterEinsiedeln, laut Beischriften auf S. 5 und S. 577 aus dem 14. Jh., und ist überhundert Jahre jünger als die Abfassung des Originals. Zu des ChronistenMetzlers Zeit, der 1639 starb, war die Hs. noch in Einsiedeln. Wie sienach St. Gallen kam, ist unbekannt. Der Text hat ziemlich viele Fehler,manche sind von späteren Korrektoren gebessert. Die Anlauts- und Akzen-tuationsregeln sind zwar im Prinzip durchsichtig, jedoch im einzelnen nichtstreng durchgeführt. Die Sprache trägt zum Teil schon den Charakter des12. Jahrhunderts.

R.* Louberesches Manuskript, bezw. Schilters Abdruck. Die Hand-schrift, die sich noch 1675 in St. Gallen befand, ist verloren. In diesem Jahreließ sie der französische Gesandtschaftssekretär Simon de la Loubere inSolothurn abschreiben. Von dieser jetzt verschollenen Abschrift wurde 1698eine Kopie für Joh. Schilter genommen und diese wurde dann in seinemThesaurus Teil I, 2,1 ff (1726) abgedruckt. Eine Abschrift von Schilters Kopie,fürRostgaard in der Kgl. Bibliothek zu Kopenhagen angefertigt, jetzt noch da-selbst, ist neben dem Schilterschen Texte wichtig, weil sie nachträglich nocheinmal mit dem Loubereschen Manuskript verglichen worden war. 2 )

R und R* haben gemeinsame Fehler, gehen also auf ein und das-selbe Original zurück, das nicht ganz sorgfältig war. Dieses schon hattenicht mehr die konsequente Sprache und Orthographie wie die NotkerschenSchriften des 11. Jahrhunderts.

S. Codex Vadianus, ehemals in St. Gallen, ebenfalls verloren, wird er-wähnt von dem St. Gallischen Bürgermeister Vadianus in seiner Farragoantiqu. de collegiis et monasteriis Germaniae veteribus (1547). 3 ) Die kate-chetischen Stücke, welche den Abschluß der Psalmenübersetzung Notkersbilden, sind aus Codex S öfter gedruckt worden. 4 ) Am Ende dieser Hand-schrift standen wahrscheinlich die mehrfach sonst überlieferten acht Hexa-meter auf die drei Notkere, nicht jenes Distichon Ekkehards IV, das dieHs. R schließt. 5)

Hattemer 2,924; Piper I S.XCI.II S. I;MSD. II 3 , 402.

') Zwei Abbildungen bei Piper, Aelt. d.Lit. S. 346 ff. (die Initiale B mit der UmschriftIncipit translatio barbarica psalterii NotkeriTertii; die Zeichnung auf S. 5 der Hs.: KönigDavid, sitzend, umgeben von vier Musikern,auf dem Psalter spielend; das Bild auf S. 4stellt die thronende Maria mit dem sein Buchüberreichenden Dichter dar). Initialen auchbei Hattemer 3, Taf. I u. IL

2 ) Die Geschichte der Hs. und der Kopien

s.bei Kelle, LG. 1,240242.401; Kogel, LG.2,606f.; MSD. II 8 , 402; Steinmeyer, Die Vor-lage für De la Louberes Abschrift von Not-kers Psalter, Beitr. 33, 6194.

3 ) Die Geschichte der Vadianischen Hand-schrift s. bei Kelle, Die S. Galler DeutschenSchriften Notkers S. 22 (226) ff. und LG. 1,236bis 240. 398-400.

4 ) Siehe Piper I S. XCV und II S. XIVbis XVII; MSD. Nr. 79 u. II S , 402 f.

5 ) Kelle, LG. 1,274.411.