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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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422
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422 II. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

der 'philosophia humana', speziell bei den Ethikern: Aethici sint. tie unsihlerent haben rehte säe (Z. 18 f.), Tie sägetön . uuiolih tir uuesen siile . so-cletas humanq uitq (Z. 25 f.), im Gegensatz zu den Theologen, denLehrern der 'philosophia divina' (S. 100 Z. 26). Statt des TitelsDisticha"zitiert er den eben angeführten ersten Vers derselben Si deus est ani-mus usw. (Zarncke S. 175, 1). Das ganze Kapitel 40 des zweiten Buchesder Consolatio,De partibus philosophiae", in welcher diese Stelle überCato steht, gehört aber nicht zum Originaltext des Boethius, sondern isteine jener zahlreichen philosophischen Einschiebungen und ist von Notkerwohl dem von ihm benutzten Kommentar entnommen. In letzter Hinsichtliegt Augustinus De civitate Dei VIII, 2 und 3 zugrunde. 1 )

In Notkers Logik ist die Übersetzung eines Catonischen Distichons(4,11) aufgenommen: Vbe man älliu dier fürtln säl nehein so harto soden man (Piper I, 594, 13 f.; MSD. I*, 58. II », 134). Dieser deutsche Satzstammt höchst wahrscheinlich aus seiner verlorenen Catoübersetzung. 2 )Es ist ein Reimpaar von vier Hebungen, dessen Reimwörter assonieren,säl : man. Demnach war Notkers Cato, wenn die Verse tatsächlich ausseiner Übersetzung stammen, in Reimpaaren abgefaßt, und das gleiche wäredann auch für seine Übersetzungen des Terenz und der Bucolica Virgilsanzunehmen. Allerdings ist demgegenüber zu berücksichtigen, daß die Metrain Boethius' Consolatio von Notker fast durchweg in Prosa übertragen sind.

2. *Virgils Bucolica (verloren).

Virgils Werke besaß die St. Galler Klosterbibliothek aus der Sammlung desAbtes Grimald (f 872), deren Werke im Anhang zum Breviarium des 9. Jhs.verzeichnet sind (Volumen Virgilii poetae, Weidmann S. 400; Kelle LG. 1,235.396); zwei noch erhaltene Folioblätter des 9. Jhs. (Cod. 1394), worauf Bucol.Ecl. VIII, stammen vielleicht aus jenem Codex Grimalds (Scherrer, VerzeichnisS. 459 Nr. 1394 VII). In einer logischen Erörterung seiner BoethiusübersetzungBuch II Cap. 4 führt Notker die Stelle Ecl. 9,24 f. an: Also virgilius chäd.Inter agendum occursare capro. cornu ferit ille caueto (Piper I, 55, 19 f.).Das lateinische Zitat hat er jedenfalls in dem von ihm benutzten Kommentarvorgefunden. Die Bucolica wurden besonders wegen des sprachlichen Aus-drucks in den Schulen gelesen (Fmctus legentis agnita maxlme proprletasexpressa latinitatis est, Conrad v. Hirsau ed. Schepß S. 73).3. *Die Andria des Terenz (verloren).

Wie Virgil, so gehörte auch Terenz zu den Lehrmitteln der Grammatikund Rhetorik im 11. Jahrhundert. 3 ) Auch zu Terenz schrieb Remigius

*) Naaber S.52f.

2 ) Baechtold, LG. S. 73.

3 ) Specht, Unterrichtswesen S. 100ff.ll9.305; Comparetti, Virgilio nel Medio evo,übersetzt von Lüdtke S. 122; Manitius imRegister unter Vergilius S. 762f. und TerentiusS. 760; desgl. Ebert unter Virgilius und

Terentius im Register von jedem der dreiBände seiner Literaturgeschichte; Creizenach,Geschichte des neueren Dramas l 2 , RegisterS. 623; Hrotswitha in der Vorrede zu ihrenDramen und v. Winterfeldts AusgabeS. 106. Vgl. auch den Eingang der Vor-rede des Eugraphius (5./6. Jh.) zu seinem