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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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400 n. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

lieb gibt der Mutter die Brote und entdeckt, als er sie zerschneidet, diewunderbaren Schätze.

XIV (Seiler XV). Hochzeit des Neffen mit dem Edelfräulein im Schloßvon Ruodliebs Mutter.

XV (Seiler XIV). Die Mutter dringt in Ruodlieb zu heiraten, indem sieihm die Widerwärtigkeit des Alters abschreckend schildert.

XV. Familienrat wegen Ruodliebs Vermählung, ein Mitglied schlägteine Dame des benachbarten Adels als passende Partie vor.

XVII. Ruodlieb hat unterdessen erfahren, daß diese ein Verhältnis miteinem Kleriker gehabt. Er sendet seinen Brautwerber zu ihr. Sie läßt ihmihre Neigung durch denLiebesgruß" J ) zurückmelden. Zugleich aber über-gibt ihr der Bote ein Päckchen als Geschenk von Ruodlieb: es enthältToilettestücke, eine Haube und Bänder, die sie einst bei einem Stelldicheinmit dem Kleriker verloren hatte. Träume der Mutter, welche die künftigeHoheit ihres Sohnes verkündigen.

D. Sage.

XVIII. Ruodlieb besiegt einen Zwerg, der ihm, wenn er ihm das Lebenlasse, den großen Schatz des Königs Immung und seines Sohnes Härtungzeigen will, die Ruodlieb töten und deren Reich er durch die Heirat mitdes Königs Tochter Heriburg erlangen wird.

Der Grundplan mit den traditionellen Erzählungsbestandteilen istdurchsichtig: er ist aus bekannten Märchenmotiven zusammengesetzt: 2 )

A. Ein junger Mensch zieht aus seiner Heimat in die Welt, kommtan einen Hof und erringt durch Großtaten die Gunst des Königs. BeimAbschied bietet ihm dieser als Lohn die Wahl zwischen Weisheit und Gold.Der Held entscheidet sich für die Weisheit. Da gibt ihm der König (drei)Lehren, zugleich aber auch zwei Kästchen, die Schätze enthalten. DieseGeschichte liegt dem Teil A des Ruodlieb zugrunde. Mit der Erweiterungdurch Nebenzüge besteht also folgendes Schema: Der Held wächst inDienstbarkeit auf (vgl. Siegfried beim Schmied in der Siegfriedsage); dieMutter der Vater ist gestorben lenkt seine Jugend (vgl. Parzival beiseiner Mutter Herzeloyde). Er zieht aus in die Welt (Siegfried, Parzival), be-gegnet einem Gleichaltrigen, mit dem er an des Königs Hof geht (Parzivalund Ivanet, Engelhart und Dietrich in Konrads von Würzburg Engelhart).Am Hofe steigt er durch empfehlende Taten in der Gunst des Königs(zur Jagdkunst vgl. Tristans Eintritt bei König Marke). Als Belohnung erhälter vom König zwölf Weisheitslehren und zwei silberne, verschlossene Brote.

B. Die Disposition für den zweiten Teil ist zunächst gegeben durchdie zwölf Lehren, denn diese sollten nun durch ebensoviel Erlebnisse

>) Der Liebesgruß ist oben S. 235 f. be-handelt.

*) Seiler, Ausgabe S.4580; W. Grimm,Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmär-

chen S. 311; Schmeller, Z. f. d. A. 1, 408 bis422; Laistner, Z. f. d. A. 27, Anz.9,7988;derselbe, Ruodlieb-Märchen in Rußland, Z. f.d. A. 29, 443465.