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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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387
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B. Die Literaturdenkmäler. 3. Lateinische Denkmäler. § 79. Waltharius. 387

v. 96418. Die Königskinder am Hunnenhofe. Attila sorgt gütig fürdie beiden Jünglinge, ja sie werden, herangewachsen, sogar zu Heerführernernannt. Mütterlich erzieht Ospirin, seine Gattin, Hiltgunt, vertraut derJungfrau die Schätze des Hauses an und überläßt ihr nahezu ganz dessenVerwaltung (v. 96115).

Aber der Frankenkönig Gibich stirbt, sein Nachfolger Günther löstdas Bündnis mit den Hunnen. Als Hagen dies erfährt, entflieht er (v. 116bis 122).

Die kluge Ospirin, aus Furcht, auch Walther möchte entrinnen, rätAttila, den Helden durch eine reiche Heirat an die Hunnen zu fesseln. AberWalther lehnt den Vorschlag ab (v. 123169).

Episode: Walther besiegt als Oberfeldherr der Hunnen ein aufständischesVolk (v. 170214).

Vom Kampf zurückgekehrt, teilt er seinen Plan zur Flucht aus derVerbannung Hiltgunt mit und gibt ihr den Auftrag, das Nötige auf denWeg zu besorgen, besonders auch Schätze aus des Königs Kammer, Klei-dung und Rüstung zu entnehmen (v. 215286).

Die Gelegenheit zur Flucht verschafft er sich durch eine List: er lädtden König und sein Gefolge zu einem Gelage. Als sie trunken sind, ent-flieht er mit Hiltgunt in der Nacht (v. 287357). Zorn des Königs undseiner Gemahlin, als sie die Flucht erfahren. Keiner der Hunnen wagt, denentronnenen Helden zu verfolgen (v. 358418).

B. Bei den Franken, v. 4191456 (Gibir.h und Günther die Burgunden-könige und Hagen der burgundische Vassall sind hier zu Franken geworden).Am vierzigsten Tage gelangen die Flüchtigen an den Rhein, gegenüberWorms. Ein Ferge setzt sie über. Durch ihn erfährt Günther ihre Ankunftund daß der Held Schätze mit sich führt. Diese will er ihm abjagen, auchdas Weib. Hagen erkennt aus der Beschreibung seinen Blutsbruder Waltherund rät dem König ab. Aber vergebens. Mit zwölf Mannen, worunter auchHagen, der gegen seinen Willen durch seinen Lehenseid zur Dienstpflichtgezwungen ist, setzt er den beiden Fremden nach, die mittlerweile in denWasgenwald (Vogesen) gelangt sind (v. 419639).

In elf siegreichen Einzelkämpfen besiegt und erschlägt Walther elf derfränkischen Helden (v. 6401061).

Die übriggebliebenen Günther und Hagen überfallen am andern Morgenden weiterziehenden Walther. Die beiden bekämpfen den einen. In demgewaltigen Ringen schlägt er Günther ein Bein ab, Hagen haut er das linkeAuge aus, er selbst verliert die rechte Hand. Damit ist dem Kampf einEnde gesetzt. Der König liegt am Boden, Walther und Hagen setzen sichzusammen und scherzen über ihre Wunden und verlorenen Glieder, Hilt-gunt verbindet die Verletzten und kredenzt ihnen Wein. Dann ziehen sieauseinander, jeder in seine Heimat. Walther aber herrschte nach dem Todeseines Vaters noch dreißig Jahre glücklich mit Hiltgunt (10621456).

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