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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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384
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384 H- Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

§ 79. Waltharius.

Uhlands Schriften 1,428432; Piper, Alt. d. Lit. S. 317321, Nachtr. S. 237; Kelle, LG.1, 218226. 277. 387391; Kögel, LG. 2, 274340, Grundr. 2 S. 81 86; Baechtold, Ge-schichte der deutschen Literatur in der Schweiz S. 3958 u. Anmerkungen S. 1317; Stein-meyer, Ergebnisse S. 230233; Wattenbach l 7 , 266275; Ebert 3,265276; Manitius 1,609614; W. Meyer, Philolog. Bemerkungen zum Waltharius, Münchener SB. 1873, H. 3; KarlStrecker, Probleme in derWalthariusforschung, Neue Jahrbücher für das klassische Altertum1899, 573594. 629645. Eine Ausgabe plante schon Marquard Freher (f 1614), dieaber nicht zustande kam. Erst Fr. Chr. J. Fischer verfaßte den ersten Druck, Leipzig 1780; ihmfolgte der Druck von Fr. Molter, Frankfurt a. M. 1798; die erste kritische Ausgabe brachteJ.Grimm in Grimm u. Schmeller, Lat. Gedichte S. 353 (Text mit Varianten) und S. 54 bis126 (Abhandlung); Rudolfus Peiper, Ekkehardi primi Waltharius, Berlin 1873; J.V. Scheffelund A. Holder, Waltharius, lateinisches Gedicht des 10. Jahrhunderts, nach der handschrift-lichen Überlieferung berichtigt, mit deutscher Übertragung und Erläuterungen, Stuttgart 1874(die freie, das lateinische Kolorit der Sprache verwischende Übertragung, neben dem latei-nischen Text stehend, von Scheffel); Hermann Althof, Waltharii Poesis, Das WalthariliedEkkehards I. von St. Gallen nach den Geraldushandschriften herausgegeben und erläutert,I. Teil (Einleitung, worin Literaturverzeichnis nach jedem Abschnitt, Text und Lesarten,Wort- und Sachregister), Leipzig 1899, dazu P. v. Winterfeld, Z. f. d. A. 45, Anz. 27, 9ff.;IL Teil, Kommentar, ebda 1905; K. Strecker, Eckehardi Waltharius, Berlin 1907 (Althof undStrecker sind die Hauptausgaben); J. W. Beck, Eckehards Waltharius, Groningen 1908.Übersetzungen: Scheffel in seiner und Holders Ausgabe und in seinem Roman Ekke-hard; Fr. Linnig, Walther von Aquitanien, Heldengedicht in zwölf Gesängen, mit Beitr. zurHeldensage und Mythologie, l.Aufl., Paderborn 1869, 3. Aufl. ebda 1900; H. Althof, DasWaltharilied, Sammlung Göschen 46. Bdchen, Leipzig 1896; Größere Ausgabe, Leipzig 1896(die empfehlenswerteste Übersetzung); Drees. Reclams Universalbibliothek Nr. 4170, Leipzigo. J.; P. von Winterfeld, Des St. Gallener Mönches Ekkehard I. Gedicht von Walther undHildegund, Innsbruck 1897.

Das lateinische Heldengedicht von Waltharius mit dem nationalen Stoffeiner deutschen Sage ist das hervorragendste Zeugnis dafür, wie sich imzehnten Jahrhundert Gelehrtheit und Volkstum, Geistlichkeit und Weltneigungzusammenfanden zu einer nach diesen beiden Bestandteilen abgestuftenBildung. Nicht als ob die Vertreter der Kirche dabei etwas von der herr-schenden Stellung der gelehrt-geistlichen Interessen aufgegeben hätten,dieses Element bewahrte immer den Vorrang, aber die Klosterzucht verbotdoch das Weltliche nicht zum Scherz, zur Unterhaltung oder sonst einerNebenbeschäftigung.

nischen; das zeigt der Eingang zur Legende 71, subito : amara 116, obprobrium : istud

von Maria, denn hier begegnen Assonanzenhäufiger, aber völlig reimlose Verse ebensoselten wie sonst, und es unterscheiden sichdie unreinen Reime von den völlig reim-losen Ausgängen auch wesentlich durch denakustischen Eindruck. Sie werden viel mehrwie reimende Verse empfunden. Beispiele

160, sobolem : ullam 168, tetnplo : ipsa 170,dico : Anna 180, merito : illa 183, fwno :astra 208, terrigenas : habituros 213, forma :trino 224, merito : tanta 258, longo : viduata260, merito: puella 277, virgineo : puella 300.Reimlos sind dagegen v. 83 {autem : sterilemBinnenreim?), 150 (die Überlieferung ist hier

in den ersten 300 Versen (v. Winterfeld ! unsicher), 184. 231. 288 (ist umzustellen

S. 5ff.): virgo : vetula 16, virgineo :puella29, euncia : imperio 30, quando : sexta 46,veraces : prophetae 48, Iuda : ergo 50, David:magni 52, fuerat : cura 56, raro : benigna

cives : frequentant laude caelestes?). Diemeisten Assonanzen bestehen in o : a. Vgl.W. Grimm, Zur Gesch. d. Reims S. 141 u. Kl.Sehr. 4, 276; Bartsch, Germ. 3, 379381.