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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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354
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354 H. Die Literatur von der Mitte des'achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

Maria), 6. 20. 24. 42 (auf Heilige und Feste), 45 (Klage der Rachel), 16(geistliche Ermahnung an die Jugend).

b) Hoflyrik: 17 (De Heinrico), 7. 15 (Totenklage auf Heinrich II),.1.31 (Preislied bezw. Totenklage auf Konrad II), 14 (Krönung Heinrichs III),39 (auf die Genesung einer Königin), 5. 23. 41 (auf Bischöfe).

c) Erzählungen und Schwanke: 4 (Lantfrid und Cobbo); 9 (ModusOttinc), 12 (Modus Liebinc), 13 Modus florum, 18 (Alfrad), 22 (Heriger),.33 (Sacerdos et lupus), 28 (De Proterii filia), 40 (De Johanne abbate).

d) Frühlings- und Liebeslieder: 8. 21. 25. 26. 38. 46. 47.

e) Kunst: 10. 19. 43 (Musik), 35 (Dichtkunst).

f) Klassisch: 27. 29. 30 (Statius), 32 (Virgil), 44 (Horaz).

1. Modus qui et Carelmanninc(nach den Anfangsworten auch Sequenz Inclito caelomm genannt).

MSD. Nr. 19 u. II 3 , 107112; Piper, Alt. d. Lit. S. 300, Nachtr. S. 208 f. (Hs. B). 234 f.(Hs. A); Kelle, LG. 1, 207.382f. Abdruck bei F. A. Ebert, Ueberlieferungen a.a.O. S.77bis-79; E. du Meril, Poesies populaires latines anterieures au douxieme siecle (1843) S. 163166;Chr. W. Fröhner, Z. f. d. A. 11, 124; Jaffe, Z. f.d. A. 14, 474476. Wilmanns, Gört.gel.Anz. 1893 S. 534 f,

Die Überschrift,Weise die auch Karlmannsweise ist", deutet daraufhin, daß die Melodie dieses Gedichtes nicht originell ist, sondern ursprüng-lich einem andern eigen war, das von einem Karlmann handelte. Es istalso ein weltliches Gedicht in der gleichen Sequenzform über einen HeldenKarlmann vorauszusetzen, vielleicht den Sohn Ludwigs des Deutschen, dersich gegen seinen Vater empörte, später aber einen glorreichen Zug nachItalien gegen seinen Oheim Karl den Kahlen ausführte. 1 ) Nun gibt es eineSequenz über den heiligen Paulus, die denselben Versbau hat. 2 ) Überliefertist sie in der St. Galler Hs. 546, die um 1510 oder später geschriebenist, und trägt hier die Überschrift: De sanctissimo Paulo apostolo ac gen-tium doctore in commemorationem eiusdem sequencia Liddy (1. Lidii)Karlomannici. Ekkehard IV erwähnt in seinen Casus S. Galli IX, 80 einenlidius (lydische Kirchentonart) Charromannicus 3 ) von Ekkehard I, der mitder Paulussequenz identisch gewesen sein muß, denn der von Ekkehardzitierte Vers stammt eben aus der uns erhaltenen Paulussequenz (mole utvincendi. Ipse quoque öpponam = Paulus Seq. 10 b , MSD. II 3 ,108.109). BeideMelodien also, die der Paulussequenz und die unserer Sequenz Inclito cae-lomm, gehen auf die weltliche Sequenz von Karlmann zurück. Ekkehards IPaulussequenz ist älter als unser Modus qui et Carelmanninc, der wegender allerdings nicht gerade häufig eingetretenen Reime erst nach ca. 1020anzusetzen ist.

Strophenbildung. Die Sequenz besteht aus sieben zweiteiligen Strophenmit einem Eingangsvers und zwei Schlußversen: Eingang = v. 1; Str. 1

!) Scherer, MSD. II 3 , 110. 3 ) p. v . Winterfeld, Z. f. d. A. 45, Anz.

J ) Bartsch, Sequenzen S. 157ff. | 27,19f.