B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 69. Altsächsische Heberollen. 349
2. Das (lateinische) Werdener Heberegister(Literatur: MSD. II 3 , 371. Ausg.: W. Crecelius, Collectae ad augendam nominum pro-priorum Saxonicorum et Frisiorum scientiam spectantes I, Elberfeldae 1864, S. 25, dazu Ger-mania 13,106 ff.; Wadstein Nr. 8 S. 23 u. 132 f.)enthält ein Verzeichnis friesischer, in Friesland gelegener Besitzungen desLiudgerklosters in Werden. Die Hs. befindet sich im Düsseldorfer Kgl. Staats-archiv, sie ist geschrieben von einer Hand des 10. Jhs. Im lateinischenText sind einige Aufzeichnungen in deutscher (altsächsicher) Sprache ent-halten.
3. Die Freckenhorster Heberolle.
Siehe Piper, Kelle, Kögel unter der Literatur der Essener Heberolle; HeyneS. 67—85; Gallee S. 172—191.375ff., Facsimile-Sammlung Vau.Vb; Wadstein Nr. 9 S. 24bis 45 u. 133—137. Vgl. ferner Jellinek, Beitr. 15,301—305; Jostes, Germania 34,297—302.
Hss.: M, im Kgl. Staatsarchiv zu Münster, bis etwa 1860 im Geh.-Staatsarchiv zu Berlin, elf Pergamentblätter, von zwei Händen um 1100geschrieben; besteht aus vier Teilen, wovon I und IV lateinisch, II und IIIdeutsch (altsächsisch) sind. Erster Druck von Dorow, Denkmäler alterSprache und Kunst I, 1. Heft S. 1 ff., und nochmals gedruckt ebda 2. u.3. Heft S.3ff., dazu J.Grimm ebda S.XIV— XXX u. Kl. Sehr. 6, 352—360;besprochen von J. Grimm, Gott. gel. Anz. 1824 S. 25—37 u. Kl. Sehr. 4,205—213; ebda S. 1837—1840 u. Kl. Sehr. 4, 270—272; FreckenhorsterHeberolle, Hermes oder Kritisches Jahrbuch der Litteratur, Leipzig 1827,S. 140—149, besprochen von J. Grimm, Gott. gel. Anz. 1827 S. 321—341u. Kl. Sehr. 5, 1—13; E. Friedlaender, Codex traditionum Westfalicarum I,Münster 1872, S. 13 ff.
K, Kindlingers Hs., Bruchstück, einst im Besitz von Nicolaus Kind-linger (1749—1819, 1804—6 Archivar in Fulda), 1 ) ist verschollen und nurdurch einige Auszüge bekannt, die in Fischers Beschreibung typographischerSeltenheiten Lief. V S. 156 ff. (Nürnberg 1804) abgedruckt sind. K war, wasdas Facsimile bei Fischer schließen läßt, älter als M und stammt aus dem10./11. Jh.
Die Freckenhorster Heberolle ist bedeutend umfangreicher angelegtals die Essener. Der deutsche Hauptteil II (Wadstein S. 24—40), ein fürsich abgeschlossenes Heberegister, ist ein genaues Verzeichnis der schul-digen Naturalien, welche die fünf Haupt- und Amtshöfe mit den ihnenunterstellten Einzelhöfen dem Stifte und den Meiern der Einzelhöfe zuleisten hatten. Der dritte, kleinere deutsche Teil (Wadstein S. 40—45) be-steht aus ungeordneten Notizen über Einnahmen und auch (WadsteinS. 41, 31—43, 5) über Ausgaben des Stiftes.
§ 70. Abecedarium Nordmannicum.
MSD. Nr. 5 u. II 3 ,55—57. — Erste Ausgabe: W. Grimm, Über deutsche Runen, Göttingen1821, S. 138—147 u. Taf. II; W.Grimm, Zur Literatur der Runen, Wiener Jahrbücher derLiteratur 43 (1828), 26—29 und Facs. u. S. 42; Massmann, Aufseß' Anzeiger für Kunde des
] ) Allg. D. Biographie 15, 769.