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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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337
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 63. Geistliche Sprüche. 337

berichte 1869, 1,537539, vgl. Z. f.d. A. 26,178; P.Piper, Die Schriften Notkers 3,414f.;F.Wilhelm, Denkmäler deutscher Prosa des 11. u. 12. Jhs., Münchener Texte Heft VIII, 30f.

Hs.: Pergamentblatt der Kgl. Bibliothek in München, Cod.germ.5248,4,11. Jh., das auf der Innenseite eines Einbanddeckels aufgeklebt war.

Der Name 'Geistliche Ratschläge' wurde von Schmeller in seiner Ver-öffentlichung a. a. O. gegeben. Es sind Sprüche aus einer Homilie Gregorsdes Großen (in Ezechiel II, homilia 3) ausgezogen und in eine durchgehendsgleiche Form gebracht (meist Übe du ... so pllide, bezw. so volge Z. 25).In jedem Spruch wird als Beispiel einer christlichen Tugend, besonders derDemut und der Stärke gegen die Anfechtung der Feinde, eine Person desAlten Testamentes (13 mal), seltener des Neuen (4 mal) aufgeführt, z. B. Wenndu in Trübsal geduldig sein willst, so nimm Job zum Vorbild (Z. 26). SolcheDeutungen biblischer Personen finden sich auch sonst in lateinischen Predigten,so in einer des Erzbischofs Bardo von Mainz (10311051, Cruel S. 89 f.),in der Adventspredigt des Honorius Augustodunensis (Migne 172, 1081 f.,vgl. Edw. Schröder a. a. O. S. 177). Ähnliche lateinische Sprüche s. auch beiSchmeller a.a.O. S. 113f.

Auf diese Vorbilder für gewisse Tugenden folgt noch eine Aufzählungder sieben Gaben des heiligen Geistes, welche sieben Patriarchen beigelegtwerden (vgl. dazu MSD. II 3 , 261 f.). Auf eine lateinische Vorlage deuten dieEingangsworte Haec sunt dona spiritus sanctl 270, 28, die Flexion patri-archas Z. 28 f. und der Plural in den himelun am Schluß 271,38 f.

In der Hs. Add. 10940 des Britischen Museums in London, 10./ll.Jh.,aus S. Maximin in Trier, steht auf Bl. 5v ein Satz aus Gregors Moraliain Job lib. II Kap. I (Forntidarl diabolus non debet qul nihil nisi permissusualef) mit darauffolgender deutscher Übertragung, vier in der Handschriftnicht abgesetzte Reimzeilen (zwei Reimpaare, aufgefunden und besprochenvon R. Priebsch, Beitr. 38, 338343). Der Übersetzer war Rheinfranke, derSchreiber (11. Jh.) aber, einigen as. Spuren zufolge, altsächsischer Herkunft.Ob der Spruch vereinzelt steht oder aus einer größeren Sammlung geist-licher Sprüche entnommen ist, kann nicht bestimmt werden.

d) Denkmäler weltlichen Inhalts.

§ 64. Die Markbeschreibungen.

MSD. Nr. 63 u. 64. II 3 , 357359. 359-361; Braune, LB. Nr. 1, 5. 6 u. S. 171; Piper, Alt.d. Lit. S. 136 f., Höf. Epik 3, 676678; Kelle, LG. 1,109. 346; Kögel, LG. 2, 502, Grundr. 2S. 157. Sprache: Kossinna, QF. 46, 93f. 96 f.

1. Die Hamelburger Markbeschreibung.

Erster Druck bei J. F. Schannat, Buchonia vetus, Lipsiae 1724, S. 423; Mon. Germ.Hist. Diplomata Karol. Tom. I, 162. 564, dazu Steinmeyer, Berliner Jahresbericht 1906 S. 86.Faksimile bei A. Chroust, Monumenta palaeographica, 5. Lief., Tafel 7; W. Tangl in ArndtsSchrifttafeln Heft 3 3 , Tafel 73, dazu Steinmeyer, Berliner Jahresbericht 1903 S. 86.

Hs.: Eine Urkunde in dem Kgl. Reichsarchiv zu München aus der erstenHälfte des 9. Jhs., aus Fulda stammend. Auf der Außenseite steht, vongleichzeitiger, aber anderer Hand De uestitura hamalunburc.

Deutsche Literaturgeschichte. I. 22