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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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335
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 62. Predigten. 335

den Kloster- und Domschulen gingen jene bedeutenden Kirchenfürsten hervor,welche die politischen Geschicke Deutschlands und zugleich die geistigenBestrebungen der Nation leiteten. Rhetorisch geschult waren sie Meister desWorts und wußten sowohl in kunstvollen Reden auf die höher Gebildetenals in einfachen auf das Volk zu wirken. Aber von dieserbischöflichen"Predigt ist außer wenigen lateinischen Auszügen nichts gerettet. 1 ) Erhaltensind aus dieser Zeit

2. Bruchstücke von drei deutschen Predigtsammlungen (Wesso-brunner Predigten).

MSD. Nr.86 A, B, C u. II 3 , 418430, wo auch die früheren Ausgaben verzeichnet sind;Braune, LB. Nr.27 u. S.179; Piper, Ält.d.Lit. S.455L; Kelle, LG. 2,51.275f.; Steinmeyer,Ergebnisse S. 209. 219; Cruel S. 96 ff.

A. Die München-Wiener Bruchstücke aus Wessobrunn.Fünf zum Teil zerstörte Pergamentblätter; davon sind Bl. 1 und 4 derWiener Notker-Hs. vorgebunden (s. unten); Bl. 2, 3 und 5, losgelöst (1834bezw. 1843) von den Einbänden von Inkunabeln, die dem Kloster Wessobrunngehörten, befinden sich in der Kgl. Bibliothek in München, Cod.germ.5248, 3.Die fünf Blätter verteilen sich auf drei Predigten: 1. = Bl. 1 bis 2,2 behandeltdas Thema, daß der Witwenstand besser ist als die Ehe (l.Tim. 5,9) nachAugustins Sermo de viduitate servanda, der unter Caesarius' von Arles Namenüberliefert ist; 2. = Bl. 2,35,19 schöpft aus Augustins Sermo de poeniten-tibus; 3. = Bl. 3 und 4 gehören zu Augustins Sermo de igne purgatorii.

B. Die Bruchstücke innerhalb der Wiener Handschrift von Notkers Psalmen.Sie sind eingetragen auf verschiedenen Seiten der Wiener Notker-Hs.(Bl. 212ab. 232a bis 235b, dem Ende der Hs.). Es sind vier Predigten, vondenen nur die zweite vollständig erhalten ist. Die Predigten 1, 2, 4 (überLuc. 10, 19, Matth. 20,116, Luc. 18, 3144) sind, stark gekürzt, denHomilienin Evangelia" Gregors des Großen entnommen, die 3. enthältdas Gleichnis vom Säemann nach den Evangelien (Z. 118), dann eineInterpolation aus einer Homilie Bedas (Z. 1827), zum Schluß (Z. 2835)eine Stelle aus einer Predigt Gregors in Evangelia.

C. Die München-Nürnberger Bruchstücke.

Fünf zerstückelte Pergamentblätter in der Kgl. Bibliothek in MünchenCod. germ. 5248,3, wovon das vierte und fünfte von Büchern losgelöst sind,die ebenfalls aus Wessobrunn stammen; dazu zwei Pergamentstreifen, diesich im Germanischen Museum zu Nürnberg befinden. Die fünf MünchenerBlätter gehören zu vier Predigten: 1 = Bl. 1 2,4 hat als Grundlage eineHomilie Gregors; die Quelle für 2 = Bl. 2,53d, 7 ist nicht bekannt; 3 =Bl. 3d, 84d, 16 folgt einer Homilie Bedas; die Quelle von 4 = Bl. 5 istwieder unbekannt.

Die Nürnberger Fragmente gehören zwei Predigten an, davon die auf

l ) Cruel S. 8096; Edw. Schröder a. a. O.; Kelle, LG. 2,52 f. 278.