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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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331
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 61. Prosagebete. 331

Sätzen sieben Bitten für die eigene Person des Verfassers (der kurze Satzin Z. 11 gehört zum vorhergehenden): 1. Erleuchtung des Herzens; 2. Aus-löschung der Werke des bösen Feindes und Entzündung zur Liebe des ewigenLebens; 3. Kraft zur Ertragung der Mühsale der Welt; 4. Verleihung der siebenHaupttugenden (der dreichristlichen" Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung,und weiter: Gottesfurcht, Demut, Gehorsam, Geduld); 5. Reinheit der Seeleund des Leibes, um würdig zum Altar und Gottesdienst treten zu können;6. Teilhaftigkeit aller gottgefälligen Eigenschaften, vermöge des Lebens undLeidens Gottes und der Gnade des heiligen Geistes; 7. Schluß: Stärkung gegendie Nachstellungen des bösen Feindes. Die Bitten sind nur geistig, nurfür sein Seelenheil besorgt ist der Mönch, keine irdischen Wünsche sprichter aus als nur um Verleihung der Kraft, die Mühsale der Welt zu ertragen,das sind die Anfechtungen des im Geiste Gottes zu führenden Lebens.Die Zeilen 1116 (bis mlnemo lihnamori) stimmen überein mit dem erstenSatze der Oratio post confessionem bei Martene II, 97, die folgenden Wortesläffentemo odo wachentemo sind der Universalformel der Beichte (s. unten),die Gedanken in Z. 1922 dem Credo entnommen.

Teil II, Z. 2540, bildet die Bekräftigung des vorhergehenden Bittgebetsdurch Anrufung der Fürbitter: der Jungfrau Maria, des Erzengels Michael,Johannes des Täufers, aller Apostel und der unschuldigen Kindlein; einzelnerMärtyrer, St. Stephans als Protomartyrs an der Spitze; einzelner Heiligen inzwei Gruppen, darauf heiliger Jungfrauen und endlich aller Heiligen zusammen.Die Schlußbitte, Z. 39 f., geht wieder gegen die Nachstellung des bösenFeindes. In der Aufzählungsweise der Fürbitter folgt Ötloh dem Vorbild desLitaneistils.

Teil III,. Z. 4173, ist ein Bittgebet in dreizehn Sätzen für die Allgemein-heit. In das Gebet eingeschlossen sind 1. sein bedrängtes Kloster, Z. 4144;2. die Kongregationen der Stadt, Z. 4446 (desi stat, d. i. Regensburg, imlat. Gebet in hac urbe, MSD. II 3 , 414); 3. alle Kongregationen in der Kirche,Z. 46 f.; 4. die seinem Gebet Empfohlenen, Z. 4751; 5. die Obrigkeit, Z. 51bis 54; 6. Verwandte, Z. 54 f.; 7. die dem Gebetsprecher Wohltaten erwiesenhaben, Z. 5557; 8. die von ihm Beleidigten, Z. 58 f.; 9. Bitte um Abwendungvon allem Unrechten, von Unfrieden, von Unwetter, Z. 5962; 10. Bitte fürdie in St. Emmeram verstorbenen Brüder, Z. 6264; 11. für die Verstorbenenwelche zu St. Emmeram in Bruderschaft und Gönnerschaft stehen, Z. 646612. für alle, die der Gnade Gottes würdig sind, Z. 6668 (im lat. Gebetalle im Glauben Verstorbenen, MSD. a.a.O. S.415); endlich mit 13., Z. 68bis Schluß, befiehlt sich der Bittende selbst in die Gnade Gottes.

Die zwei ersten Teile aber gehören wieder enger zusammen, so daß dasganze Stück eigentlich nur aus zwei Teilen besteht: A, Z. 140, die Bittefür die eigene Person, ein Privatgebet, und zwar eines Priesters, nicht einesLaien, denn die Deklinationsformen der Eigennamen Z. 26 ff. sind lateinischund lateinische Worte sind eingestreut in Z. 28. 32. 37. 39. Die Fürbitter