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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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325
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 61. Prosagebete. 325

die Zeilen 1014 und das Schlußgebet der Fuldaer Beichte Hs. AC (MSD.Nr. 73,221); sie enthalten allgemeine Bitten.

1. Fränkisches Gebet.

MSD. Nr. 58 u. II 3 , 344 f.; Piper, Alt. d. Lit. S. 110 f., Höf. Epik 3,673; Kelle, LG. 1,62 f.78. 320; KöGEL, LG. 2,453 f., Grundr. 2 S. 153. Erster Druck von Docen, Einige Denkmälerder ahd. Literatur (1825) S. 7; Massmann, Abschwörungsformeln (1839) Nr. 62 S. 51 f. 171;Boretius, Capitularia 1 (1883), 224. Faksimile bei Enneccerus 6; Petzet und Glauning IV.

Hs.: Kgl. Bibliothek in München, Cod. lat. 14468, aus St. Emmeram inRegensburg, 112 Bl., 4°; laut eigenhändiger Notiz auf Bl. la geschrieben 821auf Befehl des Bischofs Baturich von Regensburg, enthält meist kanonischeund kirchenrechtliche Stücke. Das Gebet steht auf Bl. 110 a unmittelbar hinterder Admonitio generalis von 789. x )

Auf das deutsche Gebet folgt, eingeleitet durch die Worte id est, dielateinische Übersetzung, 2 ) wörtlich außer dem richtigen bonam voluntatemfür rehtan uuilleon des deutschen Textes. Das fränkische Gebet hat mitdem Prosateil des Wessobrunner Gebets gemeinsam (s. oben S. 137139) dieAusdrücke bezw. Begriffe: forglp mir ... guodan galaupun ... Indl rehtanuuilleon, wo jedoch das Wessobrunner Gebet die Attributiva richtig setzt:rehta galaupa enti cötan uuilleon; gauuitzi entspricht dem uuistöm, huldidem ganäda des Wessobrunner Gebets.

Der ursprüngliche Dialekt ist rheinfränkisch: uo in guodan, guodun;Dentale: thü, thtna (2mal), guodan, guodun, indi (5mal); p in hilp. DerSchreiber hat bairische Laute hineingebracht: t in truhttn, gasunti, inl. p ingalaupun und wohl auch Präfix ga- in gauuitzi, galaupun, gasunti; auchfor- in forgip ist, bei der Entscheidung ob rheinfränkisch oder bairisch, fürdas letztere zu beanspruchen.

Zwischen 789 und 821 sind die wenigen Worte in deutscher Sprachezusammengestellt. Die Bezeichnungdeutsches Originalgebet" kann irreführen:deutsch ist nur die Sprache, der Inhalt ist ganz und gar aus herkömmlichenlateinischen Formeln zusammengesetzt, die uns zum Teil schon aus demProsaabschluß des Wessobrunner Gebets bekannt sind und in Z. 1014 desSt. Emmeramer Gebets sowie im Schlußgebet der Fuldaer Beichte wieder-kehren. Die ganze Formel war eines der gebräuchlichsten Gebete und be-gegnet daher lateinisch in mancherlei Variationen häufig in Meß- oder Beicht-büchern oder Gebetsammlungen. Gesprochen wurde das Gebet bei ver-schiedenartigen geistlichen Handlungen, besonders am Abschluß, hauptsächlichauch beim öffentlichen Gottesdienste. Es enthält die Grundgedanken desheute vorgeschriebenen sog. Allgemeinen Gebets.

2. St. Emmeramer Gebet.MSD. Nr.78B u. II 3 , 397402; Braune, LB. Nr. 18 u. S. 176; Piper, Alt. d. Lit. S. 111;Kelle, LG. 1,78.135.356; Kögel, LG. 2, 556 f., Grundr. 2 S. 149; Steinmeyer, Ergebnisse

] ) Zu der Hs. s. auch Uhl, Winiliod, 2.Teil I 2 ) R. v. RAUMER.Einwirkung des Christen-

S. 12 f. | tums auf die ahd. Sprache S.59.