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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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323
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 60. Beichtformeln. 323

beurer Beichte II und III mit der Reichenauer Beichte und der Confessio desHonorius Augustodunensis auf ein gemeinsames Original zurück (s. obenS. 313). Dabei bilden die beiden Benediktbeurer Stücke wieder eine engereEinheit für sich. Hinter jedem Satz in der Sündenerklärung folgt das Be-kenntnis der Reue, daz riuwet midi. Bei sonst starken Abweichungen findensich doch auch nähere Übereinstimmungen.

11. Münchner Glaube und Beichte.MSD. Nr. 97 u. II 3 , 455460; Piper, Alt. d. Lit. S.457, Nachlr. S. 238241. ErsterDruck bei Massmann, Abschwörungsformeln (1839) Nr. 11 S.38. 81 f.; Nr.34S.44. 138f.; Nr.39S. 46.146; weitere Bruchstücke bei F. Keinz, Münchner SB. 1869,2,290295. SprockhoffS. 63 f.

Hs.: Kgl. Bibliothek in München, Cod. germ. 5248, 6, zwei Pergament-blätter des 12. Jhs., 8°, Anfang einer deutschen Predigthandschrift.

Der Dialekt ist bairisch. Auch dieses Formular enthält, wie Benedikt-beurer Gl. u. B. III, eine umfassende Beichtanweisung, die indes nicht so aus-führlich ist wie dort. Voraus geht hier eine Rede des Priesters an die Ge-meinde (Admonitio) Z. 113, mit der Ermahnung zu rechtem Glauben undwahrer Reue, die mit der Aufforderung schließt, ihm das Folgende nach-zusprechen, das ist die Fides catholica, Z. 1439, der die Abrenuntiatiovorangeht, Z. 14 f. Auf das Glaubensbekenntnis folgt die Beichte Z.4055,dann das Misereatur und Indulgentiam Z. 5662, beide lateinisch, mit schlie-ßendem Kyrie eleyson Z. 62 f. Am Ende kommt das Paternoster, von demaber nur die vier ersten Worte vorhanden sind, Z. 64.

Die Beichte ist folgendermaßen gegliedert: I. Eingangs- und Empfänger-formel Z. 4045. II. Hauptteil: Sündenbekenntnis, nur aus einer Universal-formel bestehend, Z. 4549. III. Schluß (lückenhaft): Bitte um rechte Reueund um Gewährung Z. 4955.

12. Niederdeutscher Glaube.

MSD. Nr. 98 u. II 3 , 461 f.; Piper, Alt. d. Lit. S. 457. Massmann, Abschwörungsformeln{1839) Nr. 13 S.39. 83f.; H.Kern, Taal-en Letterbode 6 (1875), 210.

Die Hs., einst in der palatinischen Bibliothek in Heidelberg, ist verloren,daraus abgedruckt ist das Stück in Marci Zuerii Boxhornii historia universalis,Lugduni Batavorum 1652, p. 101. Es ist eine Übersetzung (mit Zusätzen undÄnderungen) der Fides catholica des Honorius Augustodunensis (Migne 172,823'f.). Ein hochdeutsches Original scheint noch durch in Fällen wie ke- fürge- in Ic keläve (oft), tu = zuo 11, äne aller slach ende 6, uffart 18.

Beichtformeln wurden das ganze Mittelalter hindurch aufgezeichnet. Einigesolche sind in MSD. II 3 , 456 ff. abgedruckt: Glaube und Beichte der WienerHs. 2718 (13. Jh.) 1 ) ist eingelegt in eine Adventspredigt, mit Hinsicht aufden Empfang des heiligen Abendmahls (Z. 2023), das zu Weihnachten undzu Ostern zu nehmen ist (Hoffmann S. 110, 35 ff.). Das Stück ist schon

') Hoffmann, Fundgruben 1, Ulf.

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