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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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322
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322 II. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

der Benediktbeurer Beichte II (Nr. 94), 27 und III (Nr. 96), 3844 und in derMünchener Beichte (Nr. 97), 4045. Wörtliche Anklänge an die Benediktb.B. II und III sind dietfastun Wessobr. B. 11,40 = dietvaste Benediktb. B. II, 20und dietevaste III, 56 f.; tulttage Wessobr. B. III, 41 == getuldet Benediktb.B. II, 18.

Die Abrenuntiatio steht hier vor der Beichte statt wie gewöhnlich vordem Glauben, wie noch in Honorius' Confessio und in Benediktb. B. III,37 f. (in Benediktb. B. II fehlt die Abrenuntiatio überhaupt).

10. Benediktbeurer Glaube und Beichte III.MSD. Nr. 96 u. II 8 , 451455; Piper, Alt. d. Lit. S.457. Erster Druck bei Docen, Mis-cellaneen 1 (1807), 1015; Massmann, Abschwörungsformeln (1839) Nr. 10 S. 38. 7580;Nr.22 S.41.123125; Nr.38 S.45f. 145f.; Nr.40 S.46.146f.; Kelle, Speculum ecclesiae alt-deutsch, München 1858, S. 38, dazu Schönbach, Z.f. d.A. 24 (1880), 8793; Piper, DieSchriften Notkers 3 (1883) S. VIIXI. Sprockhoff S. 6163.

Hs.: Kgl. Bibliothek in München, Cod.germ.39, 178 Bl., 4», 12. Jh., ausBenediktbeuern, enthält die von J. Kelle unter dem Titel Speculum ecclesiaealtdeutsch herausgegebene (1858) Predigtsammlung. 1 ) Unser Denkmal bildetzu ihr die Einleitung und steht auf Bl. 13, jedoch fehlen zwischen derBeichte und den Predigten zwei Blätter. 2 ) Geschrieben ist es, wie die Predigten,um 1170. Die Heimat ist nicht sicher zu bestimmen. Im ganzen ist die Laut-gebung eher alemannisch, aber auch bairische Elemente finden sich.

Das Stück ist das inhaltsreichste unserer beichtliturgischen Denkmäler,denn außer den Hauptteilen, dem Symbolum und der Beichte, enthält es nochdie vom Priester gesprochenen Zwischenglieder: Post fidei adnunciationemZ. 1832, Exhortatio ad confessionem Z. 3336, den Übergang zur AbsolutionPost confessionem" Z. 97106, die Indulgenzformel Z. 107114, und zumSchluß die Admonitio post indulgentiam.'die Ermahnung zur privaten Beichte,Z. 115123, und noch den Anfang des allgemeinen Gebets, der Oratiopro ecclesia Z. 124 f. In diesem Formular und in dem ebenso angelegtenSystem des Honorius (Migne 172,819827 bezw. 830) haben wir die besteDarstellung des Vorgangs der allgemeinen Beichte.

Die Gliederung in die einzelnen liturgischen Teile ist durch die ebenaufgestellten Abschnitte gegeben, die von der Handschrift selbst durch dielateinischen Überschriften bezeichnet sind. Die Beichte, Z.3796, ist folgender-maßen aufgebaut: auf die Abrenuntiatio Z.37 f. folgen I. Einleitungs- undEmpfängerformeln Z.3846. II. Hauptteil: Sündenbekenntnis Z.4684 (Uni-versalformel Z. 4652; Sündenaufzählung Z. 5284). III. Schluß: Bitte umVerleihung rechter Bußfertigkeit, wahrer Reue, um Ablaß und um das Himmel-reich Z.8492; darauf eine Variation des Schlusses (vel allter) Z. 9396.

Die Anordnung der einzelnen Sünden ist nach denselben Grundsätzenwie in Benediktbeurer Gl. u. B. II angelegt, also gehen beide, die Benedikt-

') Beschreibung der Handschrift ebda I 2 ) Schönbach, Wiener SB. 135 (1896),

S. XI ff. erstes Stück S. 2.