B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 60. Beichtformeln. 321
war, der aber im Elsaß lebte und elsässischen Dialekt angenommen hatte.Die Abfassungszeit fällt wohl erst ins 15. Jahrhundert, aber die Vorlage von Cmag noch spätalthochdeutsch gewesen sein.
Das Original der Beichte war alemannisch.
Gliederung: A. Abschwörungsformel Z. 1 f. B. Glaubensbekenntnis Z. 2bis 27. C. Die Beichte umfaßt nur Z. 27—29 und ist = St. Galler Gl. u. B. III,16 f., bricht aber mitten im Sündengebiet ab.
8. Benediktbeurer Glaube und Beichte II.MSD. Nr. 94 u. II 3 , 449 f.; Piper, Alt. d. Lit. S. 457; Kelle, LG. 2,49. 272. — Erster Druckvon J. Ch. von Aretin, Beiträge 1 (1803), 5, 81—84; Docen, Einige Denkmäler der ahd.Literatur (1825) S. 7 1; Massmann, Abschwörungsformeln (1839) Nr. 24 S. 41 f. 125—127;Piper, Die Schriften Notkers 3 (1883) S.V— VII. — Sprockhoff S. 61.
Hs.: Kgl. Bibliothek in München, Cod. lat. 4552, aus Benediktbeuern,306 Bl., fol., 11./12. Jh., enthält lateinische Predigten und auf Bl. 150b, dasursprünglich leer geblieben war (Ende einer Lage), unser Denkmal (dieerste Zeile steht auch rot auf dem leeren Bl. 1 b ).
Der Dialekt ist bairisch, 12. Jh. Echt bairisch ist das Wort getuldet Z. 18zu tulden ein Fest feiern.
Gliederung: das Glaubensbekenntnis fehlt, ist aber nach den erstenWorten: Mit disimo glöben als vorhergehend vorausgesetzt. Überliefert istalso nur die Beichte. I. Einleitungs- und Empfängerformel Z. 1—7. IL Haupt-teil: Sündenbekenntnis Z. 7—38 (Universalformel Z. 7—10; Aufzählung derSünden Z. 10—38). III. Schluß: Bitte um Gottes Gnade Z. 38—41.
9. Wessobrunner Glaube und Beichte II.
MSD. Nr.95 u. II 3 ,450f.; Piper, Alt. d. Lit. S.457. — Erster Druck bei Docen, Miscellaneen1 (1807), 161; F. Keinz, Münchener SB. 1869,1,543—546; Piper, DieSchriften Notkers 3 (1883),.396—399. — Sprockhoff S.601
Hs.: Kgl. Bibliothek in München, Cod. germ. 5248,5, zwei Pergamentblätterdes 12. Jhs., kl. fol., die einer Wessobrunner Handschrift vorgeheftet waren.
Die Sprache ist bairisch (tulttage 41), besonders durch häufige Aus-lassung des schwachen e und durch Verschmelzung mehrerer Wörter starkmundartlich gefärbt, womit die Sprache des gewöhnlichen Lebens wieder-gegeben ist. — Über dem deutschen Text steht eine lateinische Interlinearversion.
Gliederung: A. Glaubensbekenntnis Z.l —19. B.Ansprache des PriestersandieGemeinde(Admonitio)Z.20—26,unterBenützungvonJacob.2,17. C. Jetzterst folgt die Abschwörung Z.27f. D. Beichte Z.28—49: I. Einleitungs- undEmpfängerformel Z.28—34. II. Hauptteil: Sündenbekenntnis Z.34—46 (Uni-versalformel Z. 34—36; Sündenaufzählung Z.36—46). III. Schluß: Schuld-bekenntnis, Bitte an den Priester um Ablaß Z.46—49. Darauf werden durchMisereatur, Indulg;entiam Z. 50 die betreffenden Teile des ferneren Beicht-rituals angedeutet.
Die Personen in der Empfängerformel Z.28—34 sind die gleichen wiein der Confessio des Honorius (s. oben) und begegnen zum Teil auch in
Deutsche Literaturgeschichte. I. 21