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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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314
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314 II. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

Auszüge. Wessobrunner Gl. u. B. und Bamberger Gl. u. B. haben wieder eineandere Grundlage als die Gruppen A, B, C, nämlich lange Sündentafeln. Endlichdie kurze Sündenangabe von Wessobrunner Gl. u. B. II (MSD. Nr. 95, 3943)stellt sich am ersten zu Benediktbeurer Gl. u. B. II. III. Demnach gehörenzu den mit des Honorius Confessio zusammenhängenden Stücken (Z): dieReichenauer Beichte, Benediktbeurer Gl. u. B. II. III, Wessobrunner Gl. u. B. II.Die Verwandtschaftsverhältnisse bei den Glaubensformeln inner-halb der Glaubens- und Beichtformeln s. MSD. II 3 , 437 u. 439 und sonst inden Anmerkungen zu den einzelnen Stücken in MSD.; Kattenbusch 2,864866.Bezeichnend für die mit den Beichtformeln verbundenen Glaubensbekenntnisseist, daß nach dem Artikel von Gott das Bekenntnis der Dreieinigkeit ein-geschaltet ist, vgl. MSD. Nr. 87, 3 f.

II. Glaube und Beichte.

Die vorher besprochenen Formulare enthalten nur die eigentliche Beichte,die Confessio fidei. Außer diesen sind eine Anzahl althochdeutscher Beicht-ordnungen erhalten, die neben dem Schuldbekenntnis noch andere Teile desBeichtritus enthalten, vor allem das Glaubensbekenntnis. Dieses hat seinenPlatz gewöhnlich vor der Confessio, einige Male geht noch die Abrenuntiations-formel voraus.

1. Benediktbeurer Glaube und Beichte I.

MSD. Nr. 87 u. II 3 , 430438. Erster Druck von Docen, Miscellaneen 1 (1807), 810,dazu Berichtigungen von Graff, Diutiska 3 (1829), 210; Massmann, Abschwörungsformeln(1839) Nr. 12 S.38f. 82 f. u. Nr. 25 S.42.127 f.; Piper, Die Schriften Notkers 3 (1883) S.IVf.Sprockhoff S.40f.

Hs.: Kgl. Bibliothek in München, Cod. lat. 4636, 133 Bl., 8°, 12. Jh., istaus drei verschiedenen Handschriften zusammengebunden, die alle, laut Auf-oder Unterschrift des 14. Jhs., dem Kloster Benediktbeuren gehörten. Dieerste und dritte enthalten lateinische Predigten, die zweite ebenfalls lateinischePredigten und außer einigen kleineren Stücken unser Denkmal, Bl. 107b108a.

Die Sprache ist schon fast mittelhochdeutsch, doch weisen volle Endungs-vokale auf eine ältere Vorlage. Entscheidende dialektische Merkmale sindnicht vorhanden: ausl. ch für g in ebenewich 5 ist bairisch, sc in scol 13. 14besonders bairisch; hingegen ist mm in genemmede 4 eher alemannisch, 1 )sunteno 22. 24 f. 29 fränkisch.

Gliederung: A. Glaubensbekenntnis Z. 119; B. Beichte Z.2037:I. Einleitungs- und Empfängerformel Z. 20f. II. Hauptteil: SündenbekenntnisZ. 2228 (Universalformel mit Art und Weise der Sünden Z. 2224, Sünden-gebiet Z. 24 f.; ein eigentliches Schuldgeständnis ist nicht vorhanden, nachnochmaliger Einleitungs- und Empfängerformel ist nur das Bekenntnis aus-gesprochen, daß das getane Böse aus eigener Schuld hervorging, das Guteaber Gottes Gnade wirkte, Z.2628). III. Schluß Z. 2837: Versprechen

J ) kenemmida hat die bairische Wiener I meist nach dem alemannischen Original bei-Hs. von Notkers Psalmen im Katechismus | behalten, MSD. II 3 S. 257, 42 ff.