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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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313
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. §60. Beichtformeln. 313

und der Mainzer (als Vertreterin für die Pfälzer und Fuldaer Beichte): Reich.Beichte: 1. Z.46 = Sachs. Beichte 711 und 3033 = Mainzer Beichte58;2. R. 810 = M. 911; 3. R. 1013 = S. 19f. = M. 9; 4. R. 1416= S. 37; 5. R. 1618 = S. 19f. = M. 10f.; 6. R. 1820 = S. 21 f.; 7. R.2022 = S. 22 = M. 12; 8. R. 2225 = S. 1316 = M. 14f.; 9. R. 25f. =S. 18f.; 10. R. 26f. = S. 24f. = M. 14; 11. R. 27f. = S. 12f. und 23.

Verwandt mit der Reichenauer Beichte sind Benediktbeurer Glaube undBeichte II und III und die Confessio des Honorius Augustodunensis (s. obenS. 307).

Die drei Gruppen der sächsischen, Fuldaer und Reichenauer Beichtegehen also auf eine Grundformel O zurück. 1 ) Danach ergibt sich folgendesAbstammungsverhältnis:

A*

X

z

Sächsische B.

Reichenauer B.

Lorscher B.Vorauer B.

Fuldaer B.

Mainzer B.Pfälzer B.

Honor. Aug. Confessio.

B.Eine Klasse für sich bilden die beiden Münchener Beichten und dieBeichte des St. Emmeramer Gebets. Das Verhältnis dieser Klasse B zurKlasse A läßt sich nicht genauer bestimmen.

C.

Vereinzelt steht die Würzburger Beichte, die die lateinische BeichteOthmars zur Quelle hat.

Von den mit dem Glauben verbundenen Beichten stehen BenediktbeurerGl. u. B. II und III mit der Reichenauer Beichte, also mit der Gruppe A inBeziehung. In Benediktbeurer Gl. u. B. I, St. Galler Gl. u. B. I. II. III, Alemann.Gl. u. B. und Münchener Gl. u. B. sind die Sündenbekenntnisse nur kurze

J ) Für die Heimatbestimmung der deut-sch e n Ur b e i c h t e A* kommt in Betracht, daßua in der Lorscher, Vorauer, der Pfälzer undReichenauerBeichte, also in allen drei ZweigenX, Y, Z vorkommt. Dies führt auf das südrhein-fränkische Sprachgebiet (da das Alemannischenicht in Betracht kommen kann), also nachWeißenburg: hier wurde ja auch, wie derWeißenburger Katechismus zeigt, die kateche-tische Literatur gepflegt. Allerdings muß danndie gemeinsame Quelle für die ReichenauerBeichte und die Confessio des HonoriusAugustodunensis eine deutsche Beichte ge-wesen sein, aus welcher die ua der Reiche-

nauer Beichte stammen. Und Honorius hatauch gewiß eine deutsche Quelle gehabt,denn sein Confiteor gehört ja zu der deutschenFassung A. Ja die Tatsache, daß des HonoriusBeichte mit deutschen Beichtformeln zusam-mengeht, ist geradezu ein Beweis dafür, daßer ein Deutscher war. Auch spricht für deutscheVorlage des Confiteor des Honorius eine Stellein dessen Text: der Ausdruck festivos diesvacare Migne 172, 824 D ist doch wohl einGermanismus, soviel wie heilega daga gevi-röda Reich. B., MSD. Nr.75,9, indem deutschv'irön = Feiertag begehen auch die Bedeutungvon vacare, müßig sein, hat.