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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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305
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 60. Beichtformeln. 305

und zwar in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts J ) (noch anlautende th;um 830).*)

Gliederung: I. Einleitungs- und Empfängerformel Z. 1 f. II. Hauptteil:Sündenbekenntnis Z. 214 (Universalformel: Sündengebiet mit ErweiterungZ. 35; Aufzählung der Sünden, ohne anaphorische Formel, Z. 513; Uni-versalformel der Zeitz. 13 f., Erweiterung Z. 1417; Sündengebiet Z. 17;Zeit, mit Erweiterung, Z. 18 f.). III. Schluß Z. 1921: nochmals Empfänger,Versprechen der Buße.

In A und C folgt noch ein Schlußgebet Z. 22 f., das den Ausgang derBeichte, Z. 20 f., zum Teil wörtlich wiederholt. Es stimmt mit dem Schlußder Prosa des Wessobrunner Gebets inhaltlich und zum Teil wörtlich überein.Für den öffentlichen Gottesdienst war dieses Schlußgebet wohl nicht be-stimmt, es scheint nur dem persönlichen frommen Empfinden eines Schreibersentsprungen zu sein, gerade wie die Wessobrunner Prosa ebenfalls einspäterer Zusatz zu dem vorhergehenden poetischen Gebet ist.

5. Mainzer Beichte.

MSD. Nr. 74a u . II 3 , 386388; Braune, LB. Nr. 21 u. S. 176; Piper, Alt. d. Lit. S. 133;Kelle, LG. 1,133. 355; KöGEL, LG. 2, 541, Grundr. 2 S. 153. Erster Druck der Hs. bei M. Ger-bert, Monumenta veteris liturgiae alemannicae 2 (1779), 31; Graff, Diutiska 3 (1829), 167 f.;Massmann, Abschwörungsformeln (1839) Nr. 32 S. 44.136. Sprockhoff S. 45 f.

Hs.: K. K. Hofbibliothek in Wien, Cod. 1888, 227 Bl., quart, 10. Jh., einRitual- und Meßbuch, stammt aus dem St. Albanskloster in Mainz, wie ausverschiedenen St. Albanus betreffenden Stücken der Hs. (Officium S. Albani,lat. Gedichte) hervorgeht, und ist unter Otto I. in die Hs. eingetragen wordenzufolge Bemerkungen bei einigen Gebeten wie Ut rex noster Otto usw.,ut regem nostrum cum prole conservare digneris. Der deutschen Beichte,die auf Bl. 33 a34a mit der Überschrift Item confessio peccatomm ge-schrieben ist, geht eine andere, lateinische, voraus und es folgt ihr ein Ordoad dandam poenltentlam.

Der Dialekt ist rheinfränkisch (Mainz): 3 ) inl. d und t, hd; die ch für k indranche 7, chirichün 9, chindesgi 17 stammen aus der altern Überlieferung(Kögel, LG. 2, 541; Franck, Altfrk. Gramm. §§115,1.5). Zeit der Abfassung:um 950 (wegen der Beziehungen auf Otto I.).

Gliederung: I. Einleitungs- und Empfängerformel Z. 13. II. Hauptteil:Sündenbekenntnis Z. 320 (Universalformel: Sündengebiet Z. 35; Auf-zählung der Sünden Z.515; Universalformel: Art und Weise, Zeit Z. 1520).III. Schluß Z. 2022, Wiederholung der Einleitungs- und Empfängerformel.

l ) Die ei für ie in A, biheilt 9 f., furleiz 11, hinter statt vor das e gesetzt, Z. f. d. A. 53,

intpheing 13, sind nicht dialektische Eigen- Anz. 35, 36.

tümlichkeiten, sondern bloß orthographische, 2 ) Kossinna, Über die ältesten hoch-

deren Entstehung die Schreibung gih'ezi 16, fränk. Sprachdenkmäler, QF. 46,95.jorUezi 16 darstellt: bei der Auflösung von 3 ) MSD. I 3 , Einleitung S.XXVI.

<?' in zwei Buchstaben wurde das Index-«'

Deutsche Literaturgeschichte. I. 20