B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 55. Die Taufgelöbnisse. 285
renuntlo. 2. Für die Confessio fidei: Credis in patretn Deum omnipotentem?Credo. Credis in Christum filium Del? Credo. Credis In sanctum Splrltum?Credo. 1 ) Sobald aber das Symbolum als Bekenntnis des Glaubens vor-geschrieben war, konnten die einfachen drei Glaubensfragen auch wegfallenund die Abschwörungsformel blieb dann allein von den beiden in Geltung.
1. Das sächsische Taufgelöbnis.
MSD. Nr. 51 u. II», 316—319; Braune, LB. Nr. 46 u. S. 199; Piper, Alt. d. Lit. S. 81—83,Nachtr. S. 11; Kelle, LG.l,43f.305; Kögel, LG.2,444—448, Grundr. 2 S.158L; Steinmeyer,Ergebnisse S. 227 f. — Ältester Druck bei Lucas Holstenius, Caroli magni capitvlatio de par-tibvs Saxoniae, o. O. u. J. (wahrscheinlich 1652, gleich nach der Auffindung des Taufgelöbnissesdurch Ferdinand von Fürstenberg in Rom), vgl. Steinmeyer, Z. f. d. A. 32, Anz. 14, 287—289;Graff, Diutiska 2 (1827), 191 f.; Uhland, Schriften 7, 508 f.; Massmann, Abschwörungsformeln(1839) Nr. 1, S.21—28 (auf S.21f. werden noch eine große Anzahl von Veröffentlichungen desStückes angeführt) u. S. 67 und Faksimile II, dazu J. Grimm, Gott. gel. Anz. 1839 S. 556—560u. Kl. Sehr. 7, 20—22; Boretius, Capitularia 1 S. 222; Heyne, Kleinere altniederdeutscheDenkmäler 2 S. 88; Gallee, Altsächsische Sprachdenkmäler S. 245—248 und Faksimile-Samm-lung 11; Wadstein, Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler Nr. 1 S. 3.119—121; Faksimileaußerdem bei Könnecke S. 8. — Jostes, Z. f. d. A. 40,185—190; Leitzmann, Beitr. 25,567—586;Kattenbusch, Das apostolische Symbol 2, 823; Hahn, Bibliothek der Symbole 3 S. 34 ff.
Hs.: Vatikanische Bibliothek in Rom, Cod. pal. 577, 75 Bl., fol., ist aus derHeidelberger Palatina 2 ) mit den andern Hss. nach der Eroberung der Stadtdurch Tilly im Jahr 1622 dahin gekommen, aber nicht wieder zurückgebrachtworden. Sie stammt, laut Notiz vom Jahr 1497 auf Bl. 2a, aus dem StiftSt. Martin in Mainz. Da aber dieses erst im 11. Jh. gegründet ist, das Tauf-gelöbnis jedoch schon am Anfang des 9. Jhs. niedergeschrieben wurde, so istes wahrscheinlich, daß die Handschrift im Kloster St. Alban entstand, daszugleich mit seiner Bibliothek in St. Martin aufging. 3 )
Die Handschrift enthält fünfzehn verschiedene Stücke: Nr. 1 ist nur vor-gebunden, Nr. 14 und 15 rühren von anderen Händen her als Nr. 2—13; vondiesen waren Nr. 2—11 wahrscheinlich schon vorher in der vorauszusetzenden
begriffen: theatra,circensesetomnepeccatum j ordine in 'De clericorum institutione', Migneet dierum observatio et praesagia et omina, \ 107, 311, und in 'De ecclesiastica diseiplina',
Martene 1, 118f., Du Cange-Favre6,401.In dem von Jostes, Z. f. d. A. 40,187 ange-führten Brief eines Erzbischofs zur Zeit Karlsdes Großen findet sich die Definition: Pompasnos dieimus siniu gelp anda sinen uuillon,s. auch Wadstein, Kl. as. SprachdenkmälerS. 144. Die auf das Taufgelöbnis sich beziehen-den Worte des lateinischen Briefes (zu diesems. Leitzmann, Beitr. 25,586 und Steinmeyer,Ergebnisse S. 227) geben nicht buchstäblicheine echte Formel wieder, sondern nur imallgemeinen den Inhalt. Dasselbe ist also wohlauch bei den deutschen Worten siniu gelp andasinen uuillon der Fall. Sie sind nur glossierendeErläuterung von pompas, gerade wie die ebenangeführten erklärenden Begriffe theatra usw.des Chrysostomus.
') Hrabanus Maurus, De catechizandi
Migne 112,1218; Smaragdus, Migne 102,320;lat. Musterpredigt, Z. f. d. A. 12,439 f. Beispielelateinischer Formeln bei Martene 1, 1 ff. 117.121 f. 168. 171—174. 184—189 u.ff.; Hahn 3S.34—36; Wiegand, Studien 4, 2,246; Kat-tenbusch, Register Bd. 2 unter Abrenuntiation,Glaubensfragen, Sacramentarium Gelasianum,Tauff ragen; Bezzenberger, Z. f. d. Phil. 8,216;J. M. Heer, Ein karolingischer Missions-Kate-chismus, Ratio deCathecizandis Rudibus, Bibl.und Patrist. Forschungen Heft 1, Freiburg i. B.1911.
2 ) Bartsch, Die altdeutschen Handschrif-ten der Universitäts-Bibliothek in HeidelbergNr. 362, S. 189 f.
3 ) Leitzmann, Beitr. 25, 567 ff.; Jostes,Z.f.d.A.40,185;nachMSD.II 3 ,319istdieHs.höchst wahrscheinlich in Fulda geschrieben.