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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
Entstehung
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273
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. §52. Monsee-Wiener Bruchstücke. 273

Statt des undeutschen substantivischen Plurals neutr. des Adjektivs hatder Monseer Matthaeus meist den Singular: profert bona ... profert malabringit guotu . . . brlngit ubllu Tat., auglt guot. . . ubil frambrlnglt Mons.,Braune S. 21, 2 Z. 8 f.; universa quce habet ellu thiu her habet Tat., also huuaz so a?r habet Mons., Braune S. 23, 3 Z. 7, ebenso Z. 10; hcec omnia

thisa elllu Tat., daz al Mons., Braune S. 24, 3 Z. 17; nova et veteranivvu inti altiu Tat, niuuui ioh firni Mons., Braune S. 24, 3 Z. 20.

Auch hier wie in der Isidorübersetzung ist darauf gesehen, die Dar-stellung deutlicher zu machen und ihr einen glatten Fluß zu geben, daherEinschiebung von Wörtern: quicumque dixerit verbum so uuer so quidituuort Tat., [so] [h]uuer so [quujidit [lös] [u]uort Mons., Braune S. 21,2 Z. 1und wiederholt: dixerit quidit Tat., lös sprihhit Mons., Z.2; cum sitis mali

mit thiu ir ubile birut Tat, ir so ubile birut Mons., Braune S. 21,2Z. 7; Ex verbis enim tuis Fon thinen uuorton Tat, Fona diin selbesuuortum Mons., Braune S. 21 f. 2 Sp. 11 f. (zweimal); Signum zeichan Tat.,sum zeihhan Mons., Braune S. 22, 2 Z. 13 f.; poenitentiam riuua Tat., irohriuuün Mons., Braune S. 22, 2 Z. 20; ibi erit fletus thär ist vvuoft Tat,dar im scal uue[s]an uuoft Mons., Braune S. 23,3 Z. 3; non fuerunt dignini uuärun uuirdtge Tat., ni uuärun es uirdige Mons., Braune S. 25, 4 Z. 12.

3. Bruchstück des Traktats De vocatione gentium. 1 )Verfasser und Entstehung der Vorlage, des lateinischen Traktats, sindunbekannt. Der Titel ist nach Isidors inhaltlich, besonders im I. Kapitel, ver-wandter Abhandlung De vocatione gentium gegeben, die eine Fortsetzungvon De fide catholica ist (Omnes gentes ad unius Dei veri cultum essentvocandae; Venio ut cöngregem cum Omnibus in omnibus gentibus et Unguis).Die Völker sind geteilt in viele Sprachen (MSD. Nr. 59,1 Z. 13); alle Völkersollen Gott loben, die ganze Erde soll ihn anbeten (3 Z. 2 ff.); alle sind SöhneGottes durch den Glauben (4 Z. 1 f.); die Liebe ist durch den heiligen Geistin uns gegossen, ihr Wesen nach 1. Kor. 13, 4 ff. (4 Z. 6 ff.); das Hauptgebotder Liebe Gottes und des Nächsten (4 Z. 32 ff.); ein Gott ist und der Vateraller (4 Z. 39); die Juden haben Paulus zurückgewiesen, darauf wandte ersich zu den Heiden, um ihnen den Glauben zu predigen (4 Z. 46 ff.). DieseGedanken sind zusammengestellt aus der heiligen Schrift und aus denKirchenvätern Augustin, Gregor d. Gr., Isidor (MSD. II 3 , 346 ff.).

Das Thema des Traktats also ist die Heidenbekehrung, die Veranlassungzur Übersetzung ins Deutsche liegt wieder in den großen Aufgaben der Zeit.In jenem Briefe an Karl nach der Unterwerfung der Avaren zitiert Alcuin 2 )

*) Abgedruckt bei Endlicher und Hoff-mann und bei Massmann (s. Hench S. 81 bis85); MSD. Nr. 59 u. II 3 , 346348; HenchXXVIXXXI.

2 ) Mit Erzbischof Arno von Salzburg, zudessen Sprengel Monsee gehörte und dem dieMission unter den Avaren zunächst oblag,

war Alcuin eng befreundet. In seinen Briefenan ihn spricht er oft über die Predigt zur Be-kehrung der Hunnen. Vgl. Hauck2 3 - 4 , Registerunter Arno v. Salzburg; H. Zeissberg, Alkuinund Arno, Z. f. d. Österreich. Gymn. 13 (1862),8598; derselbe, Arno, erster Erzbischof vonSalzburg, Wiener SB. 43 (1863), 305381.

Deutsche Literaturgeschichte. I. 18