B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 51. Isidor.
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'S. 21—24). — Das Personalpronomen wird zugefügt: Scire autem . . . est —ZI uuizsanne ist na uns III, 6 f.; demonstremus — eu izs archundemes IV,9 f. (Rannow S. 125). — Verdeutlichung durch größere Satzerweiterung: intellegecfiristum — ziuuarefirnim dhanne dhazs dhar ist christ chizeihnitV,9 f.; sab persona cyri — dhoh ir in cyres nemin quhadi V, 14 (RannowS. 17—20. 30); quod in persona specialiter christi domini nostri accipitur —Endi ioh dhazs ist nu unzuuiflo so leohtsamo zi firstandanne, dhazsdhiz ist chiquhedan in unseres druhtines nemin VII, 7 ff. — Infinitive,Akkus, c. Inf., Partizipialkonstruktionen, Gerundia und Gerundiva werden inSätze aufgelöst (Rannow S. 86 ff.).
Andrer Art sind Zufügungen bei heiligen Personen und Dingen: filius —christ gotes sunu 1, 12; apatre — fona dhemu almahtigin faterl, 15;pater — almahtic faterV, 13; In spiritu — in dhemu heilegin gheiste X, 2;angelus — angil gotes II, 1 f.; in scribturis ueteris testamenti — in dhemualdin heileghin chiscribe XIV, 1 f.; propheta — dher gotes forasago II, 6 f.;hancprophetiam — dhesiu heilegunforaspel XXIV, 22f.; archana — daucgalfaterchiruni l,2\; archanasecretorum — heilacchiruni VI, 6; mysterium —dhazs almahtiga gotes chiruni IV, 1 f.; huius sacramenti — dhes heileghinchirunes XXXII, 8 f.; baptismi — dhera heilegun daufin XXXI, 19 f. (RannowS. 124). Die Attribute verleihen dem Ausdruck einen stärkeren religiösenGefühlsgehalt: nicht irgend als ein Sohn wird Christus dargestellt, sondernausdrücklich als „Gottes" Sohn; die Weissagung, die Taufe wird ausdrücklich'heilig' zubenannt. — Die Erweiterungen hat die Isidorübersetzung mit demStil der deutschen Predigt gemein, die Zufügungen .der attributiven Be-stimmungen zum Substantiv mit diesem und mit dem des germanischenVolksepos. 1 )
Das feine Sprachgefühl des Übersetzers zeigt sich in Einzelheiten, woer poetische Ausdrücke wählt (vgl. Kögel, LG. 2, 496) oder wenn er, wie imEvangelium Matthaei (s. unten), mit den Worten wechselt 2 ) (vgl. Steinmeyer,Prager Studien a. a. O. S. 150).
*) Die schmückenden Adjektiva und Ge-nitivattribute finden sich auch im Stil deschristlichen germanischen Epos. Im Heliandund in der religiösen angelsächsischen Dich-tung sind alomahtig god, alomahtig fader,helag gest, helag girilni, engil godes, sunugodes usw. geläufige Formeln. Auch ahd.: dereino almahttco cot, cot heilac Wessobr. Geb.7. 9, himiliskin gote, der mahtigo khuninc,daz fröno chfrücij, [derl [hjeligo ChristMusp.29. 31.100.101. Sie haben ihre Parallele inder germanischen Stabreimdichtung, wo dasSubstantivum gern durch ein Epitheton näherausgeführt ist, und werden besonders auch inder Predigt verwendet. Diese Zufügungen sindKunstmittel des Stils, im Grunde also ästhe-tische Bestandteile der Darstellung. Die zuerst| genannten Erweiterungen aber, die zum Ver-
ständnis des Inhalts dienen, also zu praktischenZwecken, gehören zu den notwendigen Er-fordernissen der Predigt, überhaupt zu den fürdie Volkserziehung bestimmten Werken. Dieerste Bedingung für die Predigt war Klarheit,Verständlichkeit, vgl. A. Hass, Das Stereotypein den ad. Predigten, Greifswalder Diss. 1903,S. 29 ff. u. ö., dazu Z. f. d. Phil. 36, 516. Diesesprachliche Umständlichkeit, die in der Predigtberechtigt ist, hat dann wieder auf den Stil derhöfischen Epiker eingewirkt, woher die sog.„psychologische Vertiefung" kommt, vgl. Z. f.d. Phil. 45, 306.
2 ) Steinmeyer, Prager deutsche Studien8,150. — Variation statt Wiederholung desgleichen Wortes liebt auch Ulfilas. Sie ist ver-anlaßt durch den epischen Stil der germani-schen Poesie.