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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 51. Isidor.

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von Ursache und Wirkung oder der Bedingung oder der Antithese andeuten.Mit dieser dialektischen Arbeit ist die deutsche Kunstprosa begründet worden.Der Verfasser muß ein sprachlich und logisch wohl geschulter Gelehrtergewesen sein. Nur von einer Stätte starken wissenschaftlichen Interesseskonnte ein solches Werk ausgehen und nur in einer Zeit, in welcher derBoden hierfür bereitet war. Erst unter Karl dem Großen ist im Frankenreichdie christliche Lehre zu einer Wissenschaft erhoben worden und das Hauptdieser Theologie war Alcuin. Er war aber auch der Lehrer des Kaisers selbstund er konnte mit berechtigtem Stolz auf sein eigenes Werk jenen rühmendpreisen, daß er das Licht des katholischen Glaubens bis in die äußersten Teileder Welt entzündet habe und daß er mit allen Kräften bestrebt sei, das Volkzu bessern und die in der Finsternis der Unwissenheit lange befangenen Seelenzum Licht des wahren Glaubens zu führen (Mon. Germ. Epist. IVNr. 121 S. 171Sp. 17ff.; Migne Nr.XLIII, Bd. 100,207 f.). Gerade über die wichtigsten Fragen,die in Isidors Traktat behandelt sind, unterhält er sich mit Karl. Er wendet sichgegen die, welche sagen, Christus sei nicht aus der Jungfrau geboren, sei nichtwahrer Gott, und stellt in den Mittelpunkt die Lehre von der Gottheit des Sohnesund der Unteilbarkeit der drei Personen (Mon. Germ. Epist. IV Nr. 41 S. 84 f.;Migne Nr. XVII, Bd. 100,169). Als Grundlage der Heidenbekehrung nach Be-siegung der Avaren verlangt er die Predigt und damit im Zusammenhang dieTaufe im Namen der Dreieinigkeit und den Glauben an die Trinität (Mon. Germ.Epist. IV Nr. 110 S. 156 ff.; Migne Nr. XXXIII, Bd. 100,187 ff.). Er widmete Karlsein Libellus de processione Spiritus sancti, also wiederum eine Abhandlungüber die Trinitätsfrage, vor allem aber sein dogmatisches Hauptwerk Desancta Trinitate. Was er aber in diesem Werke, dem ersten mittelalterlichenKompendium der Glaubenslehre, niederlegte, das deckt sich vielfach ebenmit Isidors Traktat, für ihn war ja Isidor, nächst Augustin, eine der erstenAutoritäten. Der Glaube ist nach Alcuin der Anfang alles Heils, das ersteBuch des genannten Werkes handelt von der Einheit der Trinität, einen großenTeil des zweiten Buches nimmt die Menschwerdung Christi ein. 1 ) Das nunist eben der Inhalt auch des Traktats De fide catholica und darin liegt derGrund, weshalb gerade dieses Werk und gerade in dieser Zeit von einemdeutschen Geistlichen in die deutsche Sprache übersetzt wurde: hier wirdder rechte Glaube, die Heilslehre und die Christologie, biblisch-historisch be-wiesen mit starker Hervorhebung der Trinität und der Menschwerdung, undweiterhin berührt sich das Dogma von der Trinität mit dem Kampf gegen dieAdoptianer über die Natur Christi, an dem Alcuin selbst persönlich eifrigteilgenommen hat (die Trinität als Thema der Predigt verlangt oft Alcuinauch in seinen Briefen, s. Mon. Germ. Epist. IVNr. 41 S. 84 Sp. 39 ff., Nr. 113S. 164 Sp. 5ff., Nr. 189; Migne Bd. 100,170A. 193D. 189C).

J ) Hauck, Kirchengeschichte 2 3 - 4 ,144 ff.;Karl Werner, Alcuin und sein Jahrhundert,158 ff.; derselbe, Der heilige Thomas von

Aquino, Neue Ausgabe, Regensburg 1889, 1,623 ff.