B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. §51. Isidor.
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p im Anlaut kommt nur in Fremdwörtern vor, Konsonantverbindungen sindIp (1), rp (1) und rf ru (4), als Spirans erscheint hl, ff nach kurzem Vokal,/nachlangem, ausl./(2mal/?, 2ma\ ph: uph, uphstlgan); diegerm. Spirans/ist im Anlaut und vor Konsonanten / geschrieben, nach Vokalen u. Guttu-rale: germ. g ist g geschrieben vor dunkeln Vokalen und vor Konsonanten:ga, go, gu, gh 1 ) vor hellen: ghe, ghl (im Anlaut fast immer gh, im Inlautdaneben auch g), aber das Präfix ist cht- geschrieben, statt ghi-; im Wort-und Silbenauslaut ist g zu c geworden; k als Buchstabe fehlt, es ist ge-schrieben ch, im Auslaut c, die Spirans aus k ist hh, im Wort- und Silben-auslaut h; die Affrikata ist eck (2), ch (2), hh (2); sc steht vor dunkeln Vokalenund Konsonanten, dagegen seh vor hellen Vokalen; 2 ) qu ist quh geschrieben.j ist noch öfter erhalten, z. B. gardea, aluualdendeo, tninniu; anl. hl, hn, hr,hw sind erhalten, einmal auch wr: uurehhan; hs ist zweimal hs geschrieben,zweimal xs, einmal zu ss assimiliert: foluuassan.
Flexion. DerN. Si. der starken femininen ö-Deklination hat noch echte,alte Formen ohne Endungs-a erhalten in chimeinidh, bauhnunc. Der G. D.des schwachen Mask. und Neutr. hat -in (-eri). Beim starken Adjektiv fehlenim N. Si. masc. und N. Ac. Si. neutr. die pronominalen Endungen -er bezw.-ez. Der N. Si. des persönlichen Pronomens der 3. Person ist ir, nicht er.Das Pronomen 'dieser' hat ebenfalls ursprüngliche Formen: N. Si. masc. ohneFlexion dhese, G. Si. masc. neutr. mit Flexion auch des ersten Gliedes dhesses,A. Si. fem. dheasa mit Flexion auch des ersten Gliedes. Das redupliziertePrät. fenc hat kurzes e. Im Prät. haben die langstämmigen y'ß/z-Verba durchUniformierung, unter Einfluß der kurzstämmigen, ebenfalls Mittelvokal i,z. B. araughida, sendlda, setzida. Der Plur. Prät. der schwachen Verba hatals Endung -dm, -dt, -ön, die zweite Pers. Si. Ind. Prät. hat einmal -es:chiminnerddes. Die Verba habeen und sagheen haben neben den e und ö-Formen solche nach der y'a«-Konjugation: hebit, saghida.
Durch die klare Orthographie und durch Erhaltung altertümlicher Formenist also der ahd. Isidor für die Kenntnis der althochdeutschen Sprache vongroßer Bedeutung. Wir besitzen kein althochdeutsches Sprachdenkmal, inwelchem die Lautgebung in solcher Einheitlichkeit durchgeführt ist.
In Betracht kommen für die Dialektbestimmung nur das Alemannischeund das Fränkische, nicht auch das Bairische. Nahe steht die Orthographievon Murbach, doch treten auch fränkische Eigenheiten hervor. 3 ) Die ortho-
! ) Über gh s. Braune, Ahd. Gr. § 147, 4.149,8; Franck, Altfränkische Gr. S. 130—133;Henning, Über die Sanctgallischen Sprach-denkmäler S. 138 ff.; Kögel, Beilr. 9,302 ff.;Wilkens S. 76 (§ 108) ff.; Kauffmann, Germ.37, 248 ff.; Nutzhorn S. 444 ff.
2 ) Siehe Franck, Altfränkische Gr. S. 151.
3 ) Nutzhorn sucht den Isidor als Mur-bacher Denkmal nachzuweisen, aber es bleibendoch fränkische Reste, die dem Grundtypusder Murbacher Orthographie nicht eigen sind:
uo statt alemann, ua, der Wechsel zwischend und t im Inlaut, Id, nd, rd, durchgehendesb statt p im Anlaut und Inlaut. Alemannischsind di für k, cdi für ck, vor allem aber in derFormenlehre der schwache G. D. Si. masc. undneutr. auf -in {-eh), der Plural der schwachenVerba auf -dm, -dt, -ön; auf Murbach speziellweist quh; dh und gh können sowohl fränkischals alemannisch sein. Fränkisch und aleman-nisch nebeneinander sind die Formen der Prä-fixe in- und ant-, und die /a/z-Konjug. hebit