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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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261
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. §50. Die Psalmenübersetzungen. 261

wurde auch das Original der Übersetzung selbst angefertigt und zwar wohlam Anfang des 9. Jahrhunderts.

Die, allerdings nicht ganz fehlerfreie, Übersetzung trägt bei aller Ge-bundenheit an die Vorlage doch dem Sinn Rechnung.

2. Die rheinfränkischen Cantica (Pariser Psalmenbruchstücke).

Braune, LB. Nr. 13 B u. S. 174 f.; Kögel, LG. 2,532 f. Anm., Grundr. 2 S. 154. Erste Aus-gabe von Gedeon Huet, Bibliotheque de l'Ecole des chartes 46 (1885), 496502 (der latei-nische und der deutsche Text); Gallee, Tijdschritt voor nederland. Taal-en Letterk. 5,274 ff.(der deutsche Text mit Erklärungen); I. J. Stepp AT, Bruchstücke einer althochdeutschen Inter-linearversion der Cantica, Beitr. 27, 504541 (lateinischer und deutscher Text mit Grammatikund literarischen Erklärungen), dazu Gallee, Beitr. 28,265270.

Zwei Pergamentblätter der Bibliotheque nationale zu Paris, 10. Jh., ge-funden von L. Delisle 1884. Sie enthalten nicht Psalmen, sondern Teile derCantica, und zwar Is. 38,1820 (Cant. Ezechiae), 1. Reg. 2,12. 2, 510(Cant. Annae), Habac. 3,1719 (Cant. Habac), Deuter. 32,14. 913 (Cant.Mosis). Die Heimat dieser Interlinearversion ist das rheinfränkische Gebiet,doch finden sich mittelfränkische Spuren. Zeit der Abfassung: erste Hälftedes 11. Jhs. Die Übersetzung ist ganz sklavisch unter Verletzung der deutschengrammatischen Regeln.

3. Die altniederfränkischen Psalmen (Bruchstücke).

Braune, LB. Nr. 48 u. S. 199; Piper, Alt. d. Lit. S. 125, Nachtr. S. 185191; Kelle, LG.1,103.342; Kögel, LG. 2,527532, Grundr. 2 S. 157 f.; Steinmeyer, Ergebnisse S. 228 f.Ausgaben: Heyne, Kleinere altniederdeutsche Denkmäler 2 S. 140; W. L. van Helten, Diealtostniederfränkischen Psalmenfragmente, Die Lipsius'schen Glossen und die altsüdmittel-fränkischen Psalmenfragmente, Groningen 1902, zwei Teile, die Psalmen in Teil 1 S. 1357.9094, dazu Kern, Indogerman. Forschungen, Anz. 16, 26 ff., Steinmeyer, Z. f. d. A. 47, Anz.29, 5362, van Helten, Beitr. 29,470478; W. F. Gombault, Z. f. d. Phil. 37, 2940.

Die ursprüngliche Handschrift, 1 ) 9. (?) Jh., ist verloren, sie befand sichum 1600 in Leiden (Wachtendoncks Hs.). Erhalten sind nur jüngere Ab-schriften: 1. Ps. 13, 5, gefunden 1823 in Leiden von J. Hiddes Halbertsmaaus Deventer und von diesem zum erstenmal herausgegeben in: Hulde aanGysbert Japiks 2. Stuck S. 264 ff., Leeuwarden 1827. 2. Ps. 18, nach einerAbschrift des holländischen Gelehrten Justus Lipsius, verfaßt um 1600, zuerstherausgegeben von Abraham van der Myle in seinem Buche Lingua Belgica,Lugduni Batavorum 1612, S. 152. 3. Ps. 53,7 und 5473, 9, Abschrift des17, Jhs., ebenfalls in Leiden angefertigt, befand sich in der Bibliothek desLegationsrates von Diez in Berlin und ist zuerst veröffentlicht von F. H. vonder Hagen: Niederdeutsche Psalmen aus der Karolinger Zeit, Breslau 1816.

Der Dialekt der Psalmen 18 und 5373 (Bruchstücke 2 und 3) ist alt-niederfränkisch, genauer altostniederfränkisch mit mittelfränkischen Spuren,die drei ersten Psalmen aber (Bruchst. 1), Ps. 13, 5, sind mittelfränkiscb,genauer altsüdmittelfränkisch. 2 )

*) P. Tack, Het handschrift der Wachten-doncksche Psalmen en det der LipsiaenscheGlossen, Tijdschr. voor nederl. Taal-en Letterk.

15,137145.

2 ) Grammatische Darstellung: P. J. Cosijn,De oudnederlandsche Psalmen, Haarlem 1873