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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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253
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 46. Althochdeutsche Glossen. 253

Die deutschen Virgilglossensind nach verschiedenen Handschriften zusammengestellt von Steinmeyer,Z. f. d. A. 15,1119 (Ahd. Gl. 2, 625727). Niederdeutsche Virgilglossen s.bei Wadstein Nr. XXII. XXIII, S. 109115.151153, wo weitere Literatur.

Das Leidener Glossar (Je bei Graft).

Hs.: Universitätsbibliothek in Leiden Cod. Voss. lat. 4 °. 69, Ende des 8. Jhs.abgefaßt, vielleicht in St. Gallen. Die Vorlage war mit ags. Buchstaben geschrieben.

Beschreibung der Hs. und Stellenverzeichnis: Ahd. Gl. 4, 481484; P. Glogger, DasLeidener Glossar Cod. Voss. lat. 4°. 69, drei Programme, Augsburg 1901. 1907. 1908, dazuSteinmeyer, Berliner JB. 1901 S. 68, 1903 S. 78 f.; J. H. Hessels, A late eighth-century latin-anglo-saxon glossary preserved in the library of the Leiden university (Ms. Voss. q° lat. n°.69),Cambridge 1906 (mit einem Faksimile), dazu Steinmeyer, Berliner JB. 1906 S. 84 f.

Die altsächsischen Glossen.

Die beste Ausgabe: Elis Wadstein, Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler mit An-merkungen und Glossar, Norden und Leipzig 1899, die Nummern 1023, S.46115.138153;ferner J. H. Gallee, Altsächsische Sprachdenkmäler, Leiden 1894, s. Inhaltsangabe S. 379.

Es sind im ganzen 14 Nummern (mit dem Indiculus superstitionum).Die umfangreichsten sind: die Essener Evangeliarglossen, WadsteinNr.il,S. 4861.139 f.; die S. Petrier Bibel- und Mischglossen, Nr. 17, S. 7387.147 f.; die Werdener Prudentiusglossen, Nr. 19, S. 89104.149; die OxforderVirgilglossen, Nr. 22, S. 109114.151 f.

Besonders hervorzuheben sind die Merseburger Glossen.

H. Leyser (Entdecker der Merseburger Glossen), Z. f. d. A. 3,280f.; H. E. Bezzenberger,Z. f. d. Phil. 6,291301; M. Heyne, Kleinere altniederdeutsche Denkmäler, 2. Aufl., Paderborn1877, S.9597; Gallee S. 235242.376 und Faksimilesammlung 10a. i0b ; Wadstein Nr. 16,S. 6972.145 f.; Kögel, LG. 2, 573576.

Hs.: Bibliothek des Domkapitels in Merseburg Cod. 42, 10. Jh.

Der Dialekt der Merseburger Glossen ist wichtig für die Besiedelungs-frage der Merseburger Gegend: 1 ) er ist anglofriesisch, wodurch festgestelltist, daß die Bevölkerung nicht sächsisch ist, sondern aus dem Gau Frisono-feld in Nordthüringen stammt.

Die Malbergische Glosse.Piper, Alt. d. Lit. S.45f.; Kögel, LG. 2,418424; Kelle, LG. 1,26.297. Die wich-tigsten Ausgaben der Lex Salica: Georg Waitz, Das alte Recht der salischen Franken, Kiel1846; J.Merkel, Lex Salica, Mon. Germ. Leg. III (1850), darin die Vorrede von J.Grimm,S.388 u. Kl. Sehr. 8, 228302; J. H. Hessels und H. Kern (von Kern rühren die trefflichenErklärungen im Anhang), Lex Salica (synopt. Ausgabe), London 1880; A. Holder, Lex Salicamit der mallobergischen Glosse, Augsburg und München 1879. 1880. Die Malberger Glosseallein: Graff, Sprachschatz 3,186190; derselbe, Diutiska 1,327331; Hattemer, Denk-mahle des Mittelalters 1,349368. Erklärungen des Wortschatzes: J.Grimm, Gesch. derdeutschen Sprache 4 S. 548564; H. Kern, Die Glossen in der Lex Salica und die Sprache dersalischen Franken, Haag 1869; van Helten, Beitr. 25, 225542. R.Schröder, DRG.§ 31, 1 ; K. v. Amira, Pauls Grundriß II, 2 § 6. 7; R. Sohm, Die altdeutsche Reichs- und Gerichts-verfassung, Weimar 1871.

') O. Bremer, Die Sprache der Merseburger Glossen, Beitr. 9, 579581.