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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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251
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. §46. Althochdeutsche Glossen. 251

Rb, aus Reichenau.

Ahd. Gl. an verschiedenen Orten von Bd. 1 zwischen S. 317 u. 677, seltener in Bd. 2(die Stellen sind angegeben bei Ottmann a. a. O. S. 2 f.); Braune, LB. Nr. 1,4 u. S. 171; Kögel,LG. 1,509512. Erste Ausgabe von Graff, Diutiska 1, 490533, dazu Holtzmann, Ger-mania 11, 6669; Sievers, Murbacher Hymnen S. 5 f. R. E. Ottmann, Grammatische Dar-stellung der Sprache des althochdeutschen Glossars Rb, Berlin 1886, dazu Kögel, Lit.Blatt1887,205207; Stalzer, Die den Reichenauer Glossen zugrunde liegende Bibelversion, Z.f.d. Österreich. Gymnasien 1912, Abhandl. 6.

Hs.: Reichenauer Hs., Reich. XCIX in Karlsruhe, 9. Jh. (Beschreibung:Ahd. Gl. 4,399 ff.; Längin S. 76 f.). Die sehr umfangreiche Sammlung enthältfastdurchweg Wörter und auch kleine Sätze aus den verschiedenen Büchern desAlten Testaments (nur Gl. 2, 305314 sind Gregors Homilien entnommen). 1 )Der Dialekt ist der von Reichenau. Auch diese Übersetzung ist ohne genügendeKenntnis des Lateinischen angefertigt.

In derselben Handschrift befindet sich das Glossar F (Rf bei Graff),abgedruckt in den Ahd. Gl. 1, 408. 424. 444. 457. 460. 468. 471. 473. 480. 487.493. 665; erste Ausgabe von Holtzmann, Germania 11,59 ff.; bei Kögel, LG. 2,5121; Längin S. 78. Die Glossen gehören wie die von Rb zum Alten Testament.

St. Pauler Glossen.

Ahd. Gl. 1,728737, Beschreibung der Hs. 4,600 f.; Braune, LB. Nr. 1,3 u. S. 171; Kögel,LG. 2, 506509. Erster Druck von Hoffmann von Fallersleben, Z. f. d. A. 3,460467;A. Holder, Germania 21, 332338; derselbe, Die althochdeutschen Glossen aus St. Peter,Germania 22,392406; A. Jacob, Die Glossen des Cod. S. Pauli D/82, Jenaer Diss., Halle 1898,dazu Steinmeyer, Berliner JB. 1898 S. 71 f.; Caroline T. Stewart, Grammatische Darstellungder Sprache des St. Pauler Glossars zu Lukas, Diss. Berlin 1901, dazu Steinmeyer, Berliner JB.1901 S. 68 f.

Hs.: Stiftsbibliothek des Benediktinerklosters St. Paul in Kärnten, stammtaus dem Kloster St. Blasien im südlichen Schwarzwald, dessen Bibliothek, daes 1805 aufgehoben wurde, zum Teil nach St. Paul gebracht wurde (1809). DieGlossen sind noch im 8. Jahrhundert geschrieben, wahrscheinlich in Reichenau.Die Sprache ist sehr altertümlich. Die Glossen betreffen Luc. 1,642,51.

Die Schlettstädter Virgilglossen.

Ahd. Gl. 2,675688, Beschreibung der Hs. 4,612614; Wackernagel, Z. f. d. A. 3,318ff.;Steinmeyer, ebda 15,1 ff.; Jos. Fasbender, Die Schlettstädter Vergilglossen und ihre Ver-wandten, Untersuchungen zur Deutschen Sprachgeschichte, hrsg. von Rudolf Henning, Heft IIStraßburg 1908.

Hs.: Stadtbibliothek in Schlettstadt im Oberelsaß Nr. 1179. Der Dialektist hochalemannisch (südschwäbisch, Reichenau?), die ältesten Teile sindschon um 800 entstanden.

Die Tegernseer Virgilglossen (VA).

Ahd. Gl. 2, 625671. 724, Beschreibung der Hs. 4, 561; Steinmeyer, Z. f. d. A. 15,5096;H. J. Velthuis, De Tegernseer Glossen op Vergilius, Groningen 1892.

Hs.: Kgl. Bibliothek in München Cod. lat. 18059, aus Tegemsee. DerDialekt ist bairisch. Die älteren Teile gehen ins 9. Jahrhundert zurück.

!) Kögel, LG. 2,510.