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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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247
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B. Die Literaturdenkmäler. 2. Prosadenkmäler. § 46. Althochdeutsche Glossen. 247

y) Ry (X bei Graff), Kgl. Bibliothek in München Cgm. 5153 a, aus St. Em-meram, Doppelblatt des 9. Jhs. (Beschreibung: Ahd. Gl. 4, 505), abgedrucktAhd. Gl. 1,171179. 191199.

S) R<5 (Em. 29 bei Graff), Kgl. Bibliothek in München, aus St. Emmeram,9. Jh., ursprünglich zwei Bruchstücke, die aber nur in Abschrift erhalten sindim Katalog der St. Emmeramer Hss. III, 1805 f. vom Jahr 1809 (Beschreibung:Ahd. Gl. 4, 584 f.), abgedruckt Ahd. Gl. 1, 243253.

Ein kurzer Auszug aus dem alten hrabanischen Glossar ist das alpha-betische Glossar Re, Hs. in Reichenau geschrieben, jetzt in Karlsruhe, Reich.XCIX, 8./9. Jh. (Beschreibung: Ahd. Gl. 4, 399 ff.; Längin S.77f.), abgedrucktAhd. Gl. 2, 314318. 1 ) Ein Teil der Glossen steht auch in der Hs. Jb.

Nicht verwandt mit der keronisch-hrabanischen Sippe ist eine zweitealphabetische Glossensammlung, das Glossar Rd-Jb. 2 ) Zugrunde liegt einlateinisches Wörterbuch mit lateinischen Erklärungen, das aus den historischenBüchern des Alten Testamentes ausgezogen ist. Das Original ist in Reichenauam Anfang des 9. Jahrhunderts entstanden. Rd, in Reichenau geschrieben,jetzt in Karlsruhe Nr. XCIX (Beschreibung: Ahd. Gl. 4, 399 ff.; Längin S. 77).Jd ist eine der gleich zu nennenden Juniusschen Handschriften. Abgedrucktsind beide Glossare in den Ahd. Gl. 1, 271295. Der Dialekt von Rd ist dervon Reichenau, ebenso der von Jb, dieser jedoch mit einigen Dialektismenvon Murbach gemischt.

Die seit Graff (Sprachschatz) mit Ja, Jb, Je 8 ) bezeichneten Glossen(Juniussche Glossen) befinden sich zusammen mit den Murbacher Hymnenin dem Cod. Jun. 25 der Bibliotheca Bodleiana in Oxford. Die Hs. Jun. 25stammt aus dem Kloster Murbach im Oberelsaß (s. oben S. 83). 4 ) Die Hs.ist zwar in Murbach geschrieben, aber die Originale der genannten Stückesind in Reichenau abgefaßt (Beschreibung und Geschichte der Hs.: Ahd. Gl.4, 588 ff.; Holtzmann, Germ. 11, 30 ff.; Sievers, Murbacher Hymnen S. 1 ff.Über Franciscus Junius' germanistische Studien s. R. v. Raumer, Geschichteder germanischen Philologie, Register).

Ja, auf Bl. 158a183b der Hs. Jun. 25, ist abgedruckt an den Ahd. Gl.4,589 f. angegebenen Stellen. Ja ist nicht alphabetisch geordnet, sondern eineZusammenstellung von Wörtern aus verschiedenen Werken, aus der Bibel,aus Hieronymus in Matthaeum, Isidors Etymologien, Iuvencus, Sedulius und

*) Kögel, EineEpitome der hrabanischenGlossen, Z. f. d. A. 26, 326.

2 ) Kögel, LG. 2, 430f. 513521.

3 ) Kögel, LG. 2, 430 f. 513521. Überdie Sprache handeln Holtzmann, Germania1, 473 ff.; Kögel, Z. f. d. A. 26, 326 ff., Beitr. 9,301 ff.; B.Schindling, Die Murbacher Glossen.Ein Beitrag zur ältesten Sprachgeschichte desOberrheins, Untersuchungen zur Deutschen

Sprachgeschichte, hrsg. von Rudolf Henning,Heft I, Straßburg 1908.

4 ) Die rege wissenschaftliche Tätigkeit desKlosters Murbach ist auf den Bischof Simpertvon Augsburg zurückzuführen, der zugleichAbt von Murbach war und nach der Synodevon Aachen 789 das Kloster in eine Schule um-wandelte, s. Specht, Unterrichtswesen S.23f.