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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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138
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138 H. Die Literatur von der Mitte des achten bis zur Mitte des elften Jahrhunderts.

Teil des Gedichtes stehen diese Worte in unmittelbarem Zusammenhangdadurch, daß Gott in seiner Eigenschaft als Schöpfer gedacht ist. Die Gottes-vorstellung dieser beiden Stücke (An--s-B) ist die des Glaubensbekenntnisses:der eine, allmächtige Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Unter denältesten Formeln des Symbolums kommen am nächsten das SymbolumNicaertO-Constantinopolitanum: morsvofiEv slg sva &sov narega jiavToy.gaxoga,jio7]t))v oögavov xal yfjg 1 ), und Tertullian De velandis virginibus Kap. I: regulafidel... credendi in unicum deum omnipotentem mundi conditorem 2 ), oderauch Credo in patrem, omnipotentem creatorem coeli et terrae*) u. a. (DieHandschrift des Wessobrunner Gebets enthält unter andern religiösen Stückenauch ein lateinisches Glaubensbekenntnis.)Vater" jedoch, wie im Nicaeno-Constant. Symb. und wie später fast immer, wird Gott im Wessobrunner Gebetnicht genannt.

Nach der Anrede Gottes (Z. 10. 11) wird das Verhältnis des Menschenzu Gott und den Teufeln ausgesprochen (Z. 1114). Gott gegenüber brauchtder Mensch Gnade 4 ) und um diese zu erlangen, bedarf er des rechtenGlaubens und des guten Willens. Den Teufeln soll er Widerstand leistenund das Böse {arc) soll er meiden und den Willen Gottes tun. 5 ) Das kanner nicht allein aus eigener Macht, sondern Gott muß ihm dazu Weisheit undKlugheit und Kraft verleihen. Das religiöse Bewußtsein des Christen ist alsobestimmt durch die einfachen Gegensätze: Gott und Teufel, Gnade undSünde (arc), ein strenger Dualismus zwischen dem guten und dem bösenPrinzip, vertreten durch den persönlichen Gott und die persönlichen Teufel.Gott ist der Helfer im Kampf mit dem Teufel. Den Mittelpunkt bildet dieGnade Gottes, die Pflicht des Christen ist Glaube und Gottes Willen tun.

Es sind die elementaren Bekehrungslehren wie in den Abschwörungs-formeln (s. unten): den Teufeln absagen, an Gott glauben. Das Gebetsetzt noch den unmittelbaren Gegensatz zwischen Christentum und Heiden-tum voraus. Unter den Teufeln werden die im Volksglauben noch leben-digen oder doch noch nicht gänzlich vergessenen Heidengötter verstanden;das Böse (arc), das vermieden werden soll, sind die Teufelswerke, ist derDienst der alten germanischen Götter. Die Vorstellung von der Sünde kon-zentriert sich noch auf den Heidenglauben, das arc ist nicht aufgefaßt im

J ) Hahn, Bibliothek der Symbole undGlaubensregeln, 1. Aufl., Berlin 1842, § 144.

2 ) Hahn § 4.

8 ) Hahn § 36.

4 ) Der christliche Begriff der Gnade istin das ethische Empfinden des Germanentumsübertragen, die Huld des Herrn, darum hatdas fränkische Gebet (MSD. Nr. 58 Z. 2 u. 6)

freigebigste der Männer, in dem rein christ-lichen Gebet (B) entspricht diesem der Satzdu mannun so manac coot forgäpi.

h ) Gottes Willen wirken ist eins der amhäufigsten begegnenden Gebote in der christ-lichen ahd. Literatur. Es ist die Grundidee desHeliand, s. daselbst bes. v. 106. 692. 779. 790.855. 977. 1172. 1412. 1589. 1667. 1959. 2171.

huldi an Stelle von genäda (gratia). DieMis- j 2519. 2584.3223.4413.4784; bei Otfridl, 1,45.

sion konnte bei der Gnade Gottes anknüpfen II, 23, 2. III, 16,15. 20,153. V, 20, 71. 23,192;

an das germanische Treuverhältnis zwischen ! Lorscher Bienensegen v. 6, Fuldaer Beichte

Fürst und Gefolgsmann.In dem noch einiger- j Anhang MSD. 73, 22f., Freisinger Paternoster

maßen von der Alliterationsepik beeinflußten j MSD. Nr. 55,1417.zweiten Teil (An) ist Gott manno miltisto, der j